Gebietsverwaltung wirbt aktiver um internationale Investoren / Zahlreiche deutsche Unternehmen bereits vor Ort / Von Gerit Schulze
Moskau (gtai) - Die zentralrussische Region Twer entwickelt sich immer mehr zu einem Produktionsstandort für internationale Hersteller. Das Spektrum reicht von Baumaschinen und Kfz-Teilen bis hin zu Medizintechnik und Logistik. Russlands wichtigste Verkehrstrassen führen durch das Gebiet und sorgen in den kommenden Jahren für umfangreiche Bautätigkeit. Außerdem sollen die Druckindustrie, die Holzverarbeitung und der Agrarsektor entwickelt werden.
Das Gebiet Twer hat eine optimale Lage zwischen den beiden wichtigsten Wirtschaftszentren Russlands, Moskau und Sankt Petersburg. Doch internationale Investoren sind erst in den letzten Jahren auf das Gebiet aufmerksam geworden. Andere Regionen wie Kaluga oder Nischni Nowgorod waren bei der Industrieansiedlung schneller und erfolgreicher.
Das soll sich ändern. Der Mitte Juni 2011 zurückgetretene Gouverneur des Gebiets Twer, Dmitri Selenin, hatte noch Ende Mai vor deutschen Unternehmern in Moskau die Vorzüge seiner Region präsentiert. Dabei konnte er auf beeindruckende Zahlen der jüngsten Wirtschaftsentwicklung verweisen. So ist die Industrieproduktion des Gebiets 2010 mit 15% mehr als doppelt so stark gewachsen wie im landesweiten Durchschnitt. Und während in Russland die Bauwirtschaft schrumpfte, legte sie im Gebiet Twer 2010 um 2,3% zu. Die Dynamik nimmt sogar noch zu. Der Wert der erbrachten Bauleistungen kletterte von Januar bis April 2011 um 8% gegenüber der Vorjahresperiode (Russland insgesamt: 0,5%).
Diese positive Entwicklung könnte sich in den kommenden Monaten fortsetzen, denn rund um Twer sind eine Reihe von Investitionsprojekten geplant. Außerdem wird der Infrastrukturbau für Aufträge bei den Baufirmen sorgen. Für die Mautautobahn Moskau-Sankt Petersburg beginnen laut Selenin 2012 die Bauarbeiten im Gebiet Twer. Außerdem ist eine komplett neue Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Moskau und Sankt Petersburg geplant, die ebenfalls durch die Region verlaufen wird.
Angesichts der bevorstehenden Infrastrukturbauten entwickelt sich der Baumaschinensektor zu einer neuen Schwerpunktbranche rund um Twer. Die japanische Hitachi baut bis 2013 ein Montagewerk für Hydraulikbagger. Außerdem hat vor Ort bereits Twerskoi Ekskawator ( www.tvexc.ru) seinen Sitz, einer der größten Baggerhersteller Russlands. Das Unternehmen will künftig mit dem US-Baumaschinenhersteller Terex und der bayerischen Fritzmeier Gruppe kooperieren. Ende Mai 2011 wurde vereinbart, auf dem Gelände von Twerskoi Ekskawator eine Gemeinschaftsproduktion zu etablieren.
Daneben will die Gebietsverwaltung Zulieferer für die Baumaschinenhersteller, aber auch für die Kfz-Industrie ansiedeln. Twer liegt zwischen den beiden Automobilclustern Kaluga (VW, Peugeot, Volvo) und Sankt Petersburg (u.a. Ford, GM, Toyota). Derzeit werden drei Industrieparks eingerichtet: Borowlewo-2 (Greenfield, 65 Hektar, u.a. Logistikzentrum des Versandhändlers Ozon.ru, Kugellagerfabrik von SKF Kugelfischer); Raslowo (Greenfield, 90 Hektar, u.a. Hitachi) und Dwe baschni (Brownfield, 26 Hektar, u.a. Metallverarbeitung).
Die Nähe zu Moskau hat bereits viele internationale Investoren nach Twer gelockt. Darunter sind auch einige deutsche Unternehmen. Die Otto Gruppe betreibt ein Logistikzentrum und Call-Center in der Region und beliefert von hier aus Versandhandelskunden in ganz Russland. Ab nächstem Jahr sollen die Bauarbeiten für einen neuen Lagerkomplex mit 20.000 Quadratmeter Fläche beginnen. Die Zahl der Mitarbeiter in der Region wird Otto schrittweise von derzeit 1.300 auf rund 2.000 ausbauen.
Die Caparol Firmengruppe produziert seit zehn Jahren in Twer wasserlösliche Farben, Putze und Grundierungen für die Bauwirtschaft.
Krones (Getränke-Abfüllanlagen) hat 2009 in Twer sein Service-Center für den gesamten GUS-Raum eröffnet.
Der Medizintechnik-Spezialist B. Braun Melsungen AG hat 2008 in Twer einen örtlichen Hersteller von Infusionslösungen gekauft (Gematek). Nun sollen rund 20 Mio. Euro in ein neues Logistikzentrum sowie in die Erweiterung der Produktion investiert werden.
Ebenfalls 20 Mio. Euro nimmt die deutsche Globus Holding in die Hand, um in Twer einen Hypermarkt zu errichten. Das SB-Warenhaus soll 2013 eröffnen.
Zu den Standortbedingungen in der Region Twer äußern sich deutsche Firmenvertreter mit gemischten Gefühlen. Zwar sei die Lage, Verkehrsanbindung und die Verfügbarkeit von Arbeitskräften sehr gut. Aber die Unterstützung von bestehenden und geplanten Investitionsvorhaben lasse noch einige Wünsche offen. Das gelte auch für die in Russland immer wieder problematischen Anschlüsse von Produktionsstandorten an die Gas-, Wasser- und Stromversorgung. Hier ist oft ein direkter Draht zur obersten Gebietsverwaltung nötig, um Prozesse zum Laufen zu bringen.
Die Lohnkosten im Gebiet Twer liegen weit unter den Moskauer Werten und sogar unter dem landesweiten Durchschnitt. Mit 15.600 Rubel (385 Euro) verdienen Arbeiter in der Region Twer derzeit laut Statistikamt ein Viertel weniger als in Russland insgesamt (21.400 Rubel).
Traditionelle Schwerpunkte der regionalen Industrie sind der Waggonbau, die chemische Industrie und die Druckindustrie. Zum Eisenbahn-Cluster gehören schon jetzt 18 Betriebe. In der Region werden etwa 90% der russischen Passagierwaggons gebaut. Außerdem Güterwaggons, S-Bahn-Züge sowie Zulieferteile wie Bremssysteme, Beleuchtung, Wärmeisolierung oder Kugellager. Die größten Unternehmen sind das Twerer Waggonbau-Werk ( www.tvz.ru) und das Waggonbau-Werk Torshok ( http://torvz.ru). In Twer gibt es ein Institut für den Waggonbau ( www.tiv.ru) und ein Designbüro für den Transportmaschinenbau.
Die chemische Industrie umfasst russlandweit bekannte Unternehmen wie Sibur PETF (Polyethylenterephthalat, www.tverpet.ru) und Twerskoj Polyefir (Polyesterfasern, http://polyester.ru). Letzteres geriet allerdings durch die Wirtschaftskrise 2009 in finanzielle Schwierigkeiten. Durch eine enge Kooperation von Firmen wie OOO TwerStekloPlastik (Glasfaserverstärkte Kunststoffe, http://tsp-tver.ru), KAMiT (Reifencord, www.kamit.ru), Gexa (Vliesstoffe, www.gexa.ru) und OOO Ahlstrom Twer (Glasfasergewebe, Tochterfirma der finnischen Ahlstrom Group) könnte in der Region Twer ein Cluster für die Produktion von technischen Textilien geschaffen werden. Kunststoffe verarbeitet das Nelidowsker Werk für Kunststoffe ( www.nelidovo-nzpm.ru). Farben produziert das Twerer Lacke-Farben-Werk ( www.paintfactory.ru). Das Redkinsker Versuchswerk ( http://oaoroz.ru) stellt chemische Erzeugnisse für das Verteidigungsministerium und die Raumfahrt her.
Auf die regionale Druckindustrie entfällt nach Angaben von Gouverneur Selenin rund ein Drittel des russischen Ausstoßes an Druckerzeugnissen. Drei große Druckkombinate sind in der Region vertreten: das Twerer Polygraphische Kombinat ( http://tverpk.ru), das Twerer Polygraphische Kombinat für Kinderliteratur ( www.tpkdl.ru) und die SAO Pareto-Print ( www.pareto-print.ru). Die Standortwerber in Twer reden derzeit mit kleinen Verlagen, um deren Buchproduktion in das Gebiet zu verlegen.
Ebenso hofft die Region, ein bedeutender Standort für die Pharmaindustrie zu werden. Derzeit produzieren fünf Hersteller im Gebiet, darunter die Twerer Pharmazeutische Fabrik, OOO Rozfarm ( http://rozfarm.ru), OOO Gemovit ( www.gemovit.ru) und die Twerer Filiale der OAO MNPK Biotechindustrija ( www.placentol.ru). Da die Medizinische Fakultät in Twer Fachkräfte ausbildet, hofft die Verwaltung auf eine Sogwirkung für weitere Produzenten.
In den kommenden Jahren soll auch die Forstwirtschaft und Holzverarbeitung entwickelt werden. "Wir nutzen erst die Hälfte unserer Forstressourcen", erklärte Selenin den deutschen Unternehmern. Außerdem ist Twer Pilotregion für die energetische Nutzung von Torf in Russland. Das Gebiet verfügt nach eigenen Angaben über 2 Mrd. Tonnen gesicherter Vorkommen in 2.800 Torfmooren. Angedacht ist, Pelletierungswerke zu errichten und Kesselanlagen zur Befeuerung mit Torfpellets aufzubauen. Außerdem sollen Kultursubstrate für die agrarische Nutzung aus dem Torf gewonnen werden. In Twer hat das Osteuropäische Institut für die Torfwirtschaft seinen Sitz ( www.instorf.ru).
Angesichts der vielen anstehenden Projekte rechnet die Gebietsverwaltung mittelfristig mit Zuwächsen bei den Anlageinvestitionen zwischen 20 und 25% pro Jahr. Das Gesamtvolumen soll von 1 Mrd. Euro (2010) auf fast 1,6 Mrd. Euro (2012) wachsen. Das bietet auch deutschen Maschinen- und Anlagenbauern gute Geschäftsmöglichkeiten.
Quelle: Rosstat
Anmerkung: Jahresdurchschnittskurs 2010: 1 Euro = 40,27 Rubel
Quelle: Rosstat
(Verwaltung des Gebietes Twer)
uliza Sowjetskaja 23, 170100 Twer
Tel.: 007 4822 / 50 91 74, Fax: -35 57 03
E-Mail: pr_aristova@web.region.tver.ru, Internet: www.region.tver.ru
Ansprechpartner: Sergej Anatoljewitsch Aristow (Vize-Gouverneur)
Dmitri Selenin hat am 16. Juni 2011 seinen Rücktritt erklärt. Neuer Gouverneur des Gebiets Twer ist Andrej Wladimirowitsch Schewelew, zuvor Vize-Gouverneur der Region Rjasan ( www.region.tver.ru/governor/).
Department for Regional Development of Tver Region
Woksalnaja uliza 24, 170000 Twer
Tel.: 007 4822 / 50 94 39, Fax: 007 4822 / 50 98 50
E-Mail: urr@web.region.tver.ru, Internet: http://tverinvest.ru
Direktor: Alexej Olegowitsch Motorkin
Abteilung für die Arbeit mit den Unternehmen: Natalja Ivanova (spricht Deutsch, Tel.: 007 4822 / 50 98 99, E-Mail: ivnatalia88@gmail.com)
Department for Economy of Tver Region
uliza Sowjetskaja 23, 170100 Twer
Tel.: 007 4822 / 50 91 74
E-Mail: dep_economy@web.region.tver.ru, Internet: www.economy.tver.ru
Leiter: Sergej Anatoljewitsch Aristow
(S.Z.)
Das Gebiet Twer hat eine optimale Lage zwischen den beiden wichtigsten Wirtschaftszentren Russlands, Moskau und Sankt Petersburg. Doch internationale Investoren sind erst in den letzten Jahren auf das Gebiet aufmerksam geworden. Andere Regionen wie Kaluga oder Nischni Nowgorod waren bei der Industrieansiedlung schneller und erfolgreicher.
Das soll sich ändern. Der Mitte Juni 2011 zurückgetretene Gouverneur des Gebiets Twer, Dmitri Selenin, hatte noch Ende Mai vor deutschen Unternehmern in Moskau die Vorzüge seiner Region präsentiert. Dabei konnte er auf beeindruckende Zahlen der jüngsten Wirtschaftsentwicklung verweisen. So ist die Industrieproduktion des Gebiets 2010 mit 15% mehr als doppelt so stark gewachsen wie im landesweiten Durchschnitt. Und während in Russland die Bauwirtschaft schrumpfte, legte sie im Gebiet Twer 2010 um 2,3% zu. Die Dynamik nimmt sogar noch zu. Der Wert der erbrachten Bauleistungen kletterte von Januar bis April 2011 um 8% gegenüber der Vorjahresperiode (Russland insgesamt: 0,5%).
Diese positive Entwicklung könnte sich in den kommenden Monaten fortsetzen, denn rund um Twer sind eine Reihe von Investitionsprojekten geplant. Außerdem wird der Infrastrukturbau für Aufträge bei den Baufirmen sorgen. Für die Mautautobahn Moskau-Sankt Petersburg beginnen laut Selenin 2012 die Bauarbeiten im Gebiet Twer. Außerdem ist eine komplett neue Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Moskau und Sankt Petersburg geplant, die ebenfalls durch die Region verlaufen wird.
Angesichts der bevorstehenden Infrastrukturbauten entwickelt sich der Baumaschinensektor zu einer neuen Schwerpunktbranche rund um Twer. Die japanische Hitachi baut bis 2013 ein Montagewerk für Hydraulikbagger. Außerdem hat vor Ort bereits Twerskoi Ekskawator ( www.tvexc.ru) seinen Sitz, einer der größten Baggerhersteller Russlands. Das Unternehmen will künftig mit dem US-Baumaschinenhersteller Terex und der bayerischen Fritzmeier Gruppe kooperieren. Ende Mai 2011 wurde vereinbart, auf dem Gelände von Twerskoi Ekskawator eine Gemeinschaftsproduktion zu etablieren.
Daneben will die Gebietsverwaltung Zulieferer für die Baumaschinenhersteller, aber auch für die Kfz-Industrie ansiedeln. Twer liegt zwischen den beiden Automobilclustern Kaluga (VW, Peugeot, Volvo) und Sankt Petersburg (u.a. Ford, GM, Toyota). Derzeit werden drei Industrieparks eingerichtet: Borowlewo-2 (Greenfield, 65 Hektar, u.a. Logistikzentrum des Versandhändlers Ozon.ru, Kugellagerfabrik von SKF Kugelfischer); Raslowo (Greenfield, 90 Hektar, u.a. Hitachi) und Dwe baschni (Brownfield, 26 Hektar, u.a. Metallverarbeitung).
Die Nähe zu Moskau hat bereits viele internationale Investoren nach Twer gelockt. Darunter sind auch einige deutsche Unternehmen. Die Otto Gruppe betreibt ein Logistikzentrum und Call-Center in der Region und beliefert von hier aus Versandhandelskunden in ganz Russland. Ab nächstem Jahr sollen die Bauarbeiten für einen neuen Lagerkomplex mit 20.000 Quadratmeter Fläche beginnen. Die Zahl der Mitarbeiter in der Region wird Otto schrittweise von derzeit 1.300 auf rund 2.000 ausbauen.
Die Caparol Firmengruppe produziert seit zehn Jahren in Twer wasserlösliche Farben, Putze und Grundierungen für die Bauwirtschaft.
Krones (Getränke-Abfüllanlagen) hat 2009 in Twer sein Service-Center für den gesamten GUS-Raum eröffnet.
Der Medizintechnik-Spezialist B. Braun Melsungen AG hat 2008 in Twer einen örtlichen Hersteller von Infusionslösungen gekauft (Gematek). Nun sollen rund 20 Mio. Euro in ein neues Logistikzentrum sowie in die Erweiterung der Produktion investiert werden.
Ebenfalls 20 Mio. Euro nimmt die deutsche Globus Holding in die Hand, um in Twer einen Hypermarkt zu errichten. Das SB-Warenhaus soll 2013 eröffnen.
Zu den Standortbedingungen in der Region Twer äußern sich deutsche Firmenvertreter mit gemischten Gefühlen. Zwar sei die Lage, Verkehrsanbindung und die Verfügbarkeit von Arbeitskräften sehr gut. Aber die Unterstützung von bestehenden und geplanten Investitionsvorhaben lasse noch einige Wünsche offen. Das gelte auch für die in Russland immer wieder problematischen Anschlüsse von Produktionsstandorten an die Gas-, Wasser- und Stromversorgung. Hier ist oft ein direkter Draht zur obersten Gebietsverwaltung nötig, um Prozesse zum Laufen zu bringen.
Die Lohnkosten im Gebiet Twer liegen weit unter den Moskauer Werten und sogar unter dem landesweiten Durchschnitt. Mit 15.600 Rubel (385 Euro) verdienen Arbeiter in der Region Twer derzeit laut Statistikamt ein Viertel weniger als in Russland insgesamt (21.400 Rubel).
Traditionelle Schwerpunkte der regionalen Industrie sind der Waggonbau, die chemische Industrie und die Druckindustrie. Zum Eisenbahn-Cluster gehören schon jetzt 18 Betriebe. In der Region werden etwa 90% der russischen Passagierwaggons gebaut. Außerdem Güterwaggons, S-Bahn-Züge sowie Zulieferteile wie Bremssysteme, Beleuchtung, Wärmeisolierung oder Kugellager. Die größten Unternehmen sind das Twerer Waggonbau-Werk ( www.tvz.ru) und das Waggonbau-Werk Torshok ( http://torvz.ru). In Twer gibt es ein Institut für den Waggonbau ( www.tiv.ru) und ein Designbüro für den Transportmaschinenbau.
Die chemische Industrie umfasst russlandweit bekannte Unternehmen wie Sibur PETF (Polyethylenterephthalat, www.tverpet.ru) und Twerskoj Polyefir (Polyesterfasern, http://polyester.ru). Letzteres geriet allerdings durch die Wirtschaftskrise 2009 in finanzielle Schwierigkeiten. Durch eine enge Kooperation von Firmen wie OOO TwerStekloPlastik (Glasfaserverstärkte Kunststoffe, http://tsp-tver.ru), KAMiT (Reifencord, www.kamit.ru), Gexa (Vliesstoffe, www.gexa.ru) und OOO Ahlstrom Twer (Glasfasergewebe, Tochterfirma der finnischen Ahlstrom Group) könnte in der Region Twer ein Cluster für die Produktion von technischen Textilien geschaffen werden. Kunststoffe verarbeitet das Nelidowsker Werk für Kunststoffe ( www.nelidovo-nzpm.ru). Farben produziert das Twerer Lacke-Farben-Werk ( www.paintfactory.ru). Das Redkinsker Versuchswerk ( http://oaoroz.ru) stellt chemische Erzeugnisse für das Verteidigungsministerium und die Raumfahrt her.
Auf die regionale Druckindustrie entfällt nach Angaben von Gouverneur Selenin rund ein Drittel des russischen Ausstoßes an Druckerzeugnissen. Drei große Druckkombinate sind in der Region vertreten: das Twerer Polygraphische Kombinat ( http://tverpk.ru), das Twerer Polygraphische Kombinat für Kinderliteratur ( www.tpkdl.ru) und die SAO Pareto-Print ( www.pareto-print.ru). Die Standortwerber in Twer reden derzeit mit kleinen Verlagen, um deren Buchproduktion in das Gebiet zu verlegen.
Ebenso hofft die Region, ein bedeutender Standort für die Pharmaindustrie zu werden. Derzeit produzieren fünf Hersteller im Gebiet, darunter die Twerer Pharmazeutische Fabrik, OOO Rozfarm ( http://rozfarm.ru), OOO Gemovit ( www.gemovit.ru) und die Twerer Filiale der OAO MNPK Biotechindustrija ( www.placentol.ru). Da die Medizinische Fakultät in Twer Fachkräfte ausbildet, hofft die Verwaltung auf eine Sogwirkung für weitere Produzenten.
In den kommenden Jahren soll auch die Forstwirtschaft und Holzverarbeitung entwickelt werden. "Wir nutzen erst die Hälfte unserer Forstressourcen", erklärte Selenin den deutschen Unternehmern. Außerdem ist Twer Pilotregion für die energetische Nutzung von Torf in Russland. Das Gebiet verfügt nach eigenen Angaben über 2 Mrd. Tonnen gesicherter Vorkommen in 2.800 Torfmooren. Angedacht ist, Pelletierungswerke zu errichten und Kesselanlagen zur Befeuerung mit Torfpellets aufzubauen. Außerdem sollen Kultursubstrate für die agrarische Nutzung aus dem Torf gewonnen werden. In Twer hat das Osteuropäische Institut für die Torfwirtschaft seinen Sitz ( www.instorf.ru).
Angesichts der vielen anstehenden Projekte rechnet die Gebietsverwaltung mittelfristig mit Zuwächsen bei den Anlageinvestitionen zwischen 20 und 25% pro Jahr. Das Gesamtvolumen soll von 1 Mrd. Euro (2010) auf fast 1,6 Mrd. Euro (2012) wachsen. Das bietet auch deutschen Maschinen- und Anlagenbauern gute Geschäftsmöglichkeiten.
Quelle: Rosstat
| Kennziffer | 2010 | Veränderung im Vergleich zu 2009 in % | Veränderungsrate russlandweit |
| Wachstum der Industrieproduktion, real, in % | 14,5 | - | 6,3 |
| Volumen der ausgeführten Bauarbeiten, in Mrd. Rubel | 26,33 | 2,3 | -0,6 |
| Wohnungsbau, in 1.000 qm | 406 | -9,9 | -3,0 |
| Einzelhandelsumsatz, in Mrd. Rubel | 126,77 | 6,9 | 4,4 |
| Einkommenszuwachs, real in % | 5,5 | - | 3,8 |
| Durchschnittslohn, 1. Quartal 2011, in Rubel | 15.591 | 10,8 | 11,2 |
| Import, in Mio. US$ | 771,1 | 93,1 | 36,9 |
| Export, in Mio. US$ | 236,9 | 9,3 | 31,5 |
| Agrarproduktion insgesamt, Zuwachs in % | -7,1 | - | -11,9 |
| ..Pflanzenproduktion, Zuwachs in % | -18,5 | - | -25,4 |
| ..Tierproduktion, Zuwachs in % | -0,5 | - | 2,6 |
Quelle: Rosstat
Kontaktanschriften
Administrazija Twerskoi oblasti(Verwaltung des Gebietes Twer)
uliza Sowjetskaja 23, 170100 Twer
Tel.: 007 4822 / 50 91 74, Fax: -35 57 03
E-Mail: pr_aristova@web.region.tver.ru, Internet: www.region.tver.ru
Ansprechpartner: Sergej Anatoljewitsch Aristow (Vize-Gouverneur)
Dmitri Selenin hat am 16. Juni 2011 seinen Rücktritt erklärt. Neuer Gouverneur des Gebiets Twer ist Andrej Wladimirowitsch Schewelew, zuvor Vize-Gouverneur der Region Rjasan ( www.region.tver.ru/governor/).
Department for Regional Development of Tver Region
Woksalnaja uliza 24, 170000 Twer
Tel.: 007 4822 / 50 94 39, Fax: 007 4822 / 50 98 50
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Direktor: Alexej Olegowitsch Motorkin
Abteilung für die Arbeit mit den Unternehmen: Natalja Ivanova (spricht Deutsch, Tel.: 007 4822 / 50 98 99, E-Mail: ivnatalia88@gmail.com)
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(S.Z.)