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Montag, 29. Oktober 2012

Baukosten in Sotschi laufen aus dem Ruder

Olympstroi sucht Ausweg in Einsparungen / Qualitätsabstriche abzusehen

Moskau (gtai) - Beim Sportstättenbau für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi drohen die Kosten aus dem Ruder zu laufen. Es fängt mit der Errichtung des Zentralstadions an. Bei dessen Projektierung im Jahr 2009 wurde ein finanzieller Aufwand von 7,5 Mrd. Rubel (192 Mio. Euro) veranschlagt. Wenige Monate später stieg der Bedarf auf 11,1 Mrd. Rubel (circa 280 Mio. Euro), nur um bald danach auf 15,5 Mrd. Rubel (circa 397 Mio. Euro) empor zu schnellen. 

Im Frühjahr 2012 stellte der Generalauftragnehmer, die Vereinigung Engeocom (http://engeocom.ru), neue Forderungen über 23,5 Mrd. Rubel (circa 600 Mio. Euro) auf. Selbst unter Berücksichtigung der Inflation bedeutet das eine Verdreifachung der ursprünglich angenommenen Kosten.
Engeocom kooperiert beim Projekt Zentralstadion mit dem Architekturbüro Populous, dem Planungsbüro Mosprojekt-4 und dem Projektentwickler Botta Management Group. Alle diese Firmen verfügen über erstklassige Referenzen für die Projektierung und Projektsteuerung von Sportstätten auf der gesamten Welt. Engeocom erklärte die Kostenexplosion unter anderem damit, dass der Auftraggeber nachträglich zusätzliche Forderungen aufgestellt hat.

Zum Beispiel sollen die Tribünen im Anschluss an die Olympiade umgebaut werden, damit in dem Stadion Fußballspiele im Rahmen der WM 2018 ausgetragen werden können. Mit jeder neuen Anforderung ist aber eine Revision der gesamten Projektierung verbunden, einschließlich der Ablaufgraphiken, der Zulieferbeziehungen, bis hin zu neuen Bau- und Installationsmaterialien. Baumaterial, Baustoffe, technische Geräte, selbst Treibstoff sind in der Gegend um Sotschi im Preis jedoch exorbitant gestiegen durch die hohe Anzahl von Bauprojekten. Auch das konnte zu Projektierungsbeginn nicht kalkuliert werden.

Koordinator der bautechnischen Olympiavorbereitung ist die staatliche Organisation "Olimpstroi" (http://www.sc-os.ru). Olimpstroi hatte postwendend eine Mittelerhöhung für die Fertigstellung des Zentralstadions beim Ministerium für regionale Entwicklung beantragt, das wiederum die Fachaufsicht über Olimpstroi und damit über das Baugeschehen führt.

Präsident Putin lehnte es im Mai 2012 jedoch ab, weitere Gelder aus dem Staatshaushalt zur Deckung von Mehrkosten zur Verfügung zu stellen. Diese ablehnende Haltung solle insbesondere für Vorhaben gelten, deren Kostenvoranschlag der Projektant beziehungsweise der Generalauftragnehmer selbst und nicht der Auftraggeber zu verantworten hat. "Das Risiko einer Kostensteigerung oder zusätzlicher Ausgaben liegt bei der entsprechenden privaten Organisation", erklärte Putin richtungsweisend.

Die Kostenexplosion macht jedoch nicht allein vor dem Zentralstadion halt, die Mittel reichen inzwischen auf zehn weiteren Großbaustellen nicht mehr aus. Kopfschmerzen bereitet Olimpstroi auch die Rennschlitten- und Bobbahn, für deren Bau die NPO Mostovik (http://www.mostovik.ru) verantwortlich zeichnet. Hier stieg der Finanzierungsbedarf von ursprünglich 4,7 Mrd. Rubel (120 Mio. Euro) auf 8,9 Mrd. Rubel (230 Mio. Euro). Zwischenzeitlich war die Rede sogar von 12,01 Mrd. Rubel (310 Mio. Euro).
Auch der Bau zweier Sprungschanzen verteuerte sich in nur wenigen Monaten von 1,7 Mrd. Rubel (44 Mio. Euro) auf 4,4 Mrd. Rubel (113 Mio. Euro). Werden alle zehn Projekte mit Kostenproblemen zusammen gerechnet, beträgt die Finanzierungslücke rund 45 Mrd. Rubel (1,15 Mrd. Euro).

Beim Zentralstadion und der Rennschlitten- und Bobbahn fällt zumindest ins Auge, dass die Hiobsbotschaft erst zum Bauende hin verkündet wurde. Auf der Abfahrtsbahn für Rennschlitten und Bobs fanden sogar schon erste Testläufe statt. Vielleicht hängt dieser Sachverhalt aber auch einfach nur damit zusammen, dass erst in der Endphase das volle Ausmaß aller Kosten ersichtlich wurde.

Neben einer nachträglichen Änderung oder gar Erweiterung der Funktionalität der zu bauenden Objekte, was erfahrungsgemäß eine in Russland häufig anzutreffende Praxis ist, mussten die Generalauftragnehmer in einigen Fällen Korrekturen des Standortes und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, etwa zum Lawinenschutz, nachträglich in den Projektplanungen berücksichtigen. Hinzu gesellten sich geologische und topographische Besonderheiten, die erst in der Bauphase zu Tage traten und ebenfalls kostspielige Projektanpassungen verursachten.

Da der Staat einer Übernahme der Mehrkosten eine kategorische Absage erteilt hat, muss Olimpstroi jetzt zusehen, wie und wo eingespart werden kann. Dies wird unweigerlich zu Funktionseinschränkungen und Qualitätsabstrichen führen, wie Projektanten und Baufirmen unterstreichen. Auch die Fertigstellung einzelner Objekte könnte sich in die Länge ziehen. In diesem Zusammenhang hilft auch die offen ausgesprochene Drohung nichts, bei Verzögerungen von mehr als zehn Tagen die Bauobjekte in das Eigentum des Staates übergehen zu lassen, ohne die aufgestellten Rechnungen zu begleichen. Dies käme einer Enteignung säumiger Baufirmen gleich.

Im Jahr 2011waren 83 Übergaben geplant, von denen 68 tatsächlich stattfanden. Für 2012 sind sogar 116 Übergaben geplant. Voraussichtlich wird auch diese Zielvorgabe nicht eingehalten. Das Zentralstadium soll zum Beispiel erst 2013 seiner Zweckbestimmung übergeben werden - vorausgesetzt, der Konflikt um die Finanzierung eskaliert nicht weiter.
Politisch setzt die Staatsführung sicherlich wichtige Zeichen, in dem sie auf die Vertragseinhaltung pocht. Diese Mahnung strahlt unweigerlich auf öffentliche Großvorhaben anderenorts aus. Unberücksichtigt bleibt dabei aber, ob nachträgliche Korrekturen des Anforderungsprofils nicht auch eine Anpassung der Verträge hätten nach sich ziehen müssen. Zu beurteilen, wer und in welchem Maße die Mehrkosten zu verantworten hat, obliegt nun Gutachtern oder gar Gerichten.

Für die Generalauftragnehmer bricht vorerst eine Welt zusammen. Sie hatten Olimpstroi als eine staatliche Organisation betrachtet, für deren Handeln der Fiskus automatisch einsteht. Das dem nicht so ist, hat sich allerdings erst 2012 herausgestellt. Die Erkenntnis, dass selbst Olimpstroi strengen Sparbeschlüssen der Regierung unterliegt, entwertet nun die Risikokalkulation einiger Baufirmen. Dabei hilft auch der zwischen Olimpstroi und dem Ministerium für regionale Entwicklung ausgebrochene Streit nicht weiter, welche der beiden Institutionen ihre Aufsichts- und Sorgfaltspflicht vernachlässigt hat.

Tipp

Die aktuelle Ausgabe des Sotschi-Newsletters und weitere Informationen zu den Vorbereitungsarbeiten auf die Olympischen Winterspiele 2014 finden Sie unter:
(U.U.)


Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland