Ab 2015 entstehen sechs Werke für aromatische Kohlenwasserstoffe / Nachfrage nach para-Xylol dürfte sich vervierfachen / Von Bernd Hones
Moskau
(gtai) - Russland hat 2011 weniger aromatische Kohlenwasserstoffe
produziert als noch vor der Wirtschaftskrise 2007. Zudem senken höhere
Qualitätsstandards bei Benzin und Diesel den Anteil von Toluol in
Treibstoffen. Dennoch braucht Russland schon bald neue Pyrolyseöfen,
denn Russlands Chemiekonzerne investieren in die Produktion von
Terephthalsäure. Dadurch dürfte sich die Inlandsnachfrage nach
para-Xylol bis 2020 fast vervierfachen. Außerdem sind vier neue
Benzol-Produktionskomplexe geplant.
Die wichtigste aromatische Kohlenwasserstoffverbindung in
Russland ist Benzol. Es steht für mehr als die Hälfte aller in Russland
produzierten Aromaten. Danach folgen gemessen am Produktionsvolumen in
Russland para-Xylol, Toluol und ortho-Xylol. Im Zuge der
Wirtschaftskrise 2008 und 2009 ist deren Produktion massiv eingebrochen
und hat sich bisher noch nicht wieder vollständig erholt. Im Jahr 2011
wurde um 12% weniger Benzol produziert als 2007. Im Vergleich zu 2009
stieg die Produktion allerdings wieder um 5%.
Russland: Kennziffern für Benzol (in 1.000 t)
| Kennziffern | 2007 | 2009 | 2011 | Veränderung 2011/2007 in % |
| Produktion | 1.188 | 999 | 1.050 | -12 |
| Nachfrage | 1.163 | 989 | 1.070 | -8 |
Quelle: Creon Energy
Zu den
wichtigsten Herstellern von Benzol in Russland zählen
Nischnekamskneftechim, Gasprom Neftechim Salawat und die
Erdölverarbeitungswerke in Omsk und Ufa. Der russische Benzol-Markt ist
weitestgehend isoliert. Die wenigen Exporte gingen 2011 ausschließlich
nach Belarus (knapp 20.000 t). Hingegen kamen aus der Ukraine und
Kasachstan fast 40.000 t nach Russland. Der überwiegende Teil des in
Russland produzierten Benzols bleibt also im Land, und sogar ein Drittel
bei den erzeugenden Unternehmen selbst. Die Preise für Benzol
entsprechen in etwa denen in Westeuropa.
Die Nachfrage nach Benzol
dürfte 2012 um 2 bis 3% steigen. Zum Jahr 2020 dürfte sie sogar auf 1,4
Mio. t zulegen. Noch dynamischer dagegen werden sich laut der
Marktforschungs- und Chemieberaterfirma Creon Energy die Kapazitäten
entwickeln. Dabei bis 2015 zunächst einmal auf Basis der Erweiterung
bestehender Anlagen. So Die Pyrolyse-Kapazitäten dürften von heute knapp
1,19 Mio. t auf 1,33 Mio. t steigen. Das Angarski SP plant zusätzliche
Kapazitäten von 40.000 t Benzol, Gasprom Neft Salawat weitere 20.000 t.
Ganz neue Anlagen sollen allerdings erst ab 2016 entstehen. Während man
bei Nischnekamskneftechim, Sanors, Taneko und Gasprom Neftechim Salawat
konkrete Projektpläne verfolgt, verlautete bislang noch nichts über die
geplanten Kapazitätsvolumina bei Ufaneftechim ONK.
Neue Benzol-Anlagen im Zeitraum 2016 bis 2020 (Kapazitäten in 1.000 t)
| Unternehmen | geplante Kapazitäten (in 1.000 t) |
| Nischnekamskneftechim | 250 |
| Sanors | 250 |
| Gasprom Neftechim Salawat | 210 |
| Taneko | 150 |
| Ufaneftechim (ONK) | k.A. |
Quelle: Creon Energy
Auch bei Toluol
gilt die Devise: Die Produktion wird im Inland verbraucht; exportiert
oder importiert wird kaum beziehungsweise gar nicht. Die Produktion von
Toluol liegt seit Jahren mehr oder weniger stabil bei etwas mehr als
300.000 t jährlich. Der Eigenverbrauch der Hersteller beträgt rund zwei
Drittel. Die Chemiegiganten Permnefteorgsintes, Jaroslawlnefteorgsintes
und die Erdölverarbeitungswerke Omsk und Rjasan stellen 80% des in
Russland produzierten Toluols her. Zu 70% wird dieses Toluol als
Zusatzstoff in Treibstoffen verwendet. Allerdings sinkt der Anteil von
Toluol mit steigenden Qualitätsanforderungen an Benzin und Diesel. Der
Aromat wird außerdem als Zusatz bei der Herstellung von Farben, Lacken
und Nitroverbindungen eingesetzt.
Im Gegensatz zur Situation bei
Toluol und Benzol ist Russland nicht nur ein wichtiger Hersteller von
Xylol, sondern auch ein bedeutender Exporteur. Im Jahr 2011 wurden
russlandweit knapp 500.000 t Xylol erzeugt. Davon blieben 289.000 t im
Land, der Rest wurde exportiert. Fakt ist aber auch: In den vergangenen
Jahren stieg der Inlandsverbrauch kontinuierlich. Schuld ist die
zunehmende Nachfrage von Seiten der Hersteller von Terephthalsäure, denn
zu deren Produktion wird p-Xylol als Katalysator benötigt. So will das
Omsker Petrochemische Werk ab 2015 die para-Xylolkapazitäten in den
bestehende Anlagen um 70.000 t erweitern. Es ist eine komplett neue
Anlage für 350.000 t Terephthalsäure geplant.
Taneko will zwischen
2015 und 2020 rund 200.000 t neue Xylol-Kapazitäten schaffen. Außerdem
ist eine neue Anlage für 250.000 t Terephthalsäure geplant. Auch
Ufaneftechim und Etana erwägen neue Terephthalsäure-Kapazitäten.
Ufaneftechim schließt daher eine entsprechende Anlage für para-Xylol
nicht aus.
Russland: Kennziffern für para-Xylol in (in 1.000 t)
| Kennziffern | 2011 | 2020 *) |
| Produktion | 380 | 650 |
| Nachfrage | 163 | 630 |
*) Prognose
Quelle: Creon Energy
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GaspromneftechimSalawat
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Sanors
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Tel.: 007 84635/309 09, Fax: 007 846/276 35 93
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Taneko
423570 Nishnekamsk, a/ja 97 RUPS, Republik Tatarstan
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