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Mittwoch, 4. März 2015

Russlands Nahrungsmittelindustrie verstärkt die Selbstversorgung

Bedarf an moderner Technik ist hoch / Investitionsprojekte stagnieren
Von Bernd Hones

Moskau (gtai) - Finanzsanktionen und Turbulenzen am Ölmarkt lassen Russland in die Wirtschaftskrise schlittern. Die Kapitalflucht nimmt bedrohlich zu. Dabei sind massive Investitionen in die Industrie mehr als notwendig. In der Lebensmittelverarbeitung tätige Unternehmen blicken sorgenvoll in die Zukunft. Zwar sind zahlreiche Projekte geplant, aber durch den schwachen Rubel, das unsichere Investitionsklima und die hohen Kreditzinsen gerät deren Umsetzung ins Stocken.

Russland hat den Import von Fleisch, Wurst, Fisch, Gemüse und Früchten sowie weiterer Lebensmittel aus der EU verboten und will sich künftig stärker selbst versorgen. Dazu bedarf es neuer, moderner Kapazitäten zur Verarbeitung und Verpackung der Lebensmittel. Die Regierung unterstützt den Landwirtschafts- und Lebensmittelsektor 2015 mit 190 Mrd. Rubel (Rbl; etwa 2,8 Mrd. Euro; EZB-Wechselkurs vom 24.12.14: 1 Euro = 66,87 Rbl).

In Russland gibt es eine ganze Reihe vertikal integrierter Mast- und Schlachtbetriebe. Eine Kette solcher Betriebe zur Rindermast und Produktion von Halbfertigerzeugnissen will der italienische Cremonini-Konzern bauen. Mitte November 2014 eröffnete Cremonini in Orenburg den ersten Betrieb. Als nächste Region hat das Unternehmen die Republik Tatarstan im Visier, weitere sollen folgen. Zurzeit gibt es mindestens ein Dutzend großer Schweinemastprojekte mit angeschlossener Fleischverarbeitung. Dasselbe gilt für Rindfleisch.

Üblicherweise produziert ein russischer Betrieb Futtermittel und Fleisch in Eigenregie und verarbeitet dieses auch selbst weiter. Manchmal vertreiben diese Unternehmen ihre Produkte sogar unter eigenem Label und in eigenen Metzgerläden. Dasselbe gilt für Milchbetriebe. Milch verarbeiten viele Unternehmen gleich selbst zu Joghurt, Quark und Butter und verkaufen diese Erzeugnisse regional, manchmal sogar überregional.

Zahlreiche Projekte in der Nahrungsmittelproduktion und -verarbeitung

Im Bereich Milchprodukte ist die Projektliste lang. Danone investiert bis 2017 rund 400 Mio. Euro in Molkerei-Aktiva. Damate erweitert zwei Milchfarmen auf je 20.000 Rinder und baut in Pensa einen neuen Milchviehbetrieb mit Käserei. Solotaja Niwa investiert in der Region Smolensk in eine Farm für 4.800 Milchkühe. In der Nachbarschaft baut SAO Nascha Schitniza einen Betrieb für 1.200 Milchkühe. Ähnliche Projekte sind auf der Insel Sachalin sowie in den Regionen Pensa, Woronesch, Moskau und Samara geplant. Der größte Milcherzeuger Russlands ist das Unternehmen Ekoniva mit dem deutschen Geschäftsführer Stefan Dürr. Auch Ekoniva plant weitere Investitionen.

Nachdem Russland aktuell auch den Gemüseanbau in Gewächshäusern fördert, ist künftig mit Investitionen in Verarbeitungswerke zu rechnen. Belaja Datscha, der größte Hersteller von frischen Fertigsalaten für Fast-Food-Ketten und Supermärkte in Russland, will bis Ende 2015 bis zu zehn neue Werke in Nowosibirsk, Omsk und anderen sibirischen Städten bauen. Pro Werk investiert das Unternehmen 10 Mio. bis 20 Mio. US$. Es beliefert auch McDonalds.
Aktuelle Projekte zur Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln
Unternehmen Projekt Anmerkung
Cremonini Kette von Mast- und Schlachtanlagen für Rinder in verschiedenen russischen Regionen http://www.cremonini.it
Miratorg Schweinemast- und Schlachtbetrieb mit Futtermittelproduktion im Gebiet Kursk für 1,5 Mrd. Euro http://www.miratorg.ru
Tscherkisowo *) Schweinekomplexe in Lipezk und Woronesch für 200 Mio. Euro http://www.cherkizovo-group.ru
Atria (Finnland) Investitionen in die Fleischproduktion in Sankt Petersburg für 4,5 Mio. Euro http://www.atriagroup.com
Damate Milchviehbetrieb und Käserei in Pensa http://www.acdamate.com
OOO Baltiski Bereg Zucht und Verarbeitung von Welsen in der Region Krasnodar für 25 Mio. Euro Fischkonserven, Trockenfisch, etc.; http://www.baltbereg.com
Sucden (Frankreich) Zuckerfabrik für 1.700 t Zucker pro Tag; 200 Mio. Euro http://www.sucden.ru
SAO Belaja Datscha Trading Bau von bis zu 10 neuen Werken zur Verarbeitung von frischen Salaten in Nowosibirsk, Omsk und anderen sibirischen Städten bis Ende 2015 (Investition pro Werk: 10 Mio. bis 20 Mio. US$) Generaldirektor: Anton Semenov; http://www.bdsalads.ru
*) Tscherkisowo ist vor allem als Wurstmarke bekannt
Quellen: russische Wirtschaftszeitungen, Recherche von Germany Trade & Invest

Trotz zahlreicher Projekte haben Sanktionen und Gegensanktionen jedoch nicht zu einem wahren Investitionsboom im Lebensmittelverarbeitungssektor geführt. Branchenriesen wie Miratorg klagen darüber, dass sich ihre Businesspläne in Luft aufgelöst haben. Schuld daran sei der volatile Wechselkurs, sagt Miratorg-Vizepräsident Aleksandr Nikitin. Das sei entscheidend für den Einkauf importierter Lebensmittelmaschinen, von Samen, genetischen Zusatzstoffen sowie von importierten Additiven. Waleri Pokornjak vom Nudelproduzent Altan spricht im Experten-Interview sogar von einem wirtschaftlichen Knock-Out für die Lebensmittelindustrie, der die russische Regierung durch ihr Embargo eigentlich neues Leben einhauchen wollte. "Diese Effekte seien sofort verpufft", sagt ein Marktexperte.

Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer sowie Projektmanager pflichten bei: Selbst im Lebensmittelverarbeitungsbereich stocken Projekte. Und zwar nicht nur im privaten Sektor, sondern auch bei staatlich geförderten Projekten laufe es nicht mehr rund. Schuld daran seien das unsichere Investitionsklima und die exorbitant hohen Kreditzinsen. In der Nacht zum 15. Dezember hat die Zentralbank den Leitzins auf 17% erhöht. Russische Unternehmer berichten, dass sie nunmehr für frische Kredite 25 bis 30% Jahreszins zu zahlen hätten.
Produktionsvolumen ausgewählter Nahrungs- und Genussmittel (Veränderungen in %)
Produkt 2013 Veränderung 2013/12 Veränderung Januar-Oktober 2014/Januar-Oktober 2013
Fleischkonserven (in Mio. Doseneinheiten) 624 5,7 0,2
Gekühlte Halbfertigerzeugnisse aus Fleisch (in 1.000 t) 858 14,8 11,7
Naturfischkonserven (in Mio. Doseneinheiten) 203 -1,4 -9,2
Gemüse-und Obstsäfte (in 1.000 Doseneinheiten) 2.571 1,6 1,6
Backwaren (in 1.000 t) 6.288 -2,6 5,3
Milch (in 1.000 t) 5.345 1,5 2,9
Rübenzucker (in Mio.t) 4,4 -8,1 20,7
Weizen- und Roggenmehl (in 1.000 t) 9.114 -1,5 -2,1
Reis (in 1.000 t) 362 -21,1 k.A.
Gemüse-und Pilzkonserven (in Mio. Doseneinheiten) 342 -0,5 16,7
Quelle: Föderaler Statistikdienst (Rosstat)

Hersteller alkoholischer Getränke stehen unter Druck

Russlands größte Brauerei Baltika will zwar die Kapazitäten nicht mehr erhöhen, wird aber auch 2015 weiter in die eigene Produktion investieren. Das gab Isaak Scheps, Carlsberg-Vizepräsident für Osteuropa Anfang Dezember 2014 bekannt. Seit Carlsberg vor 15 Jahren auf den russischen Markt gekommen war, hat das Unternehmen rund 13 Mrd. US$ investiert. Die Carlsberg-Tochter Baltika betreibt in Russland 10 Brauereien mit einer Kapazität von 51 Mio. Dekalitern (dkl).

Seit Jahren sinkt in Russland der Bierkonsum. Schuld daran sind steigende Akzisen und ein sich änderndes Gesundheitsbewusstsein. Dem nicht genug - der Branche drohen weitere Einbußen. Die staatliche Aufsichtsbehörde Rosalkoholregulirowanije will Russlands Brauereien in das staatliche Kontrollsystem EGAIS zwingen. Bierhersteller mit mehr als 300.000 dkl pro Jahr müssten ihre Werke mit speziellen Zählern ausrüsten. Auch die Importeure müssen entsprechende Nachweise erbringen. Für harte Spirituosen gilt die EGAIS-Pflicht seit Anfang 2006 und kostete die Branche seither mindestens 1 Mrd. US$.

Die Alkohol-Akzisen lagen 2009 noch bei 173,5 Rbl pro Liter reinen Alkohols und stiegen bis 2014 auf 500,0 Rbl. Auf diesem Niveau bleiben die Alkohol-Abgaben der Hersteller auch 2015 und 2016. Erst 2017 ist ein Anstieg auf 523 Rbl geplant. Das ist auch der Grund, weshalb Wodkaproduzenten 2015 mit einem leichten Umsatzplus rechnen. Dafür dürfte der Verkauf von illegal hergestelltem Wodka sinken. Auf diesen Sektor entfallen rund 60% des Gesamtmarktes. Im Jahr 2013 wurden 94 dkl Wodka und Liköre in Russland gebrannt, 2009 waren es noch 113. Der Verkauf ging von 170 Mio. dkl im Jahr 2009 auf 135 Mio. dkl im Jahr 2013 zurück. Seit 1.8.14 liegt der Mindestpreis für eine Flasche Wodka im Einzelhandel in Russland bei 220 Rbl, Anfang 2010 waren es noch 89 Rbl. Das hat den Schwarzmarkt zuletzt stark befördert.
Produktionsvolumen ausgewählter alkoholischer Getränke in Russland (Veränderungen in %)
Produkt 2013 Veränderung 2013/12 Veränderung Januar-Oktober 2014/Januar-Oktober 2013
Wodka (in Mio. dkl) 85,7 -12,3 -13,5
Tafelwein (in Mio. dkl) 33,9 -7,7 -6,6
Helles Bier (in Mio. dkl) 890,0 -8,5 -6,4
Quelle: Föderaler Statistikdienst (Rosstat)

Steigendes Gesundheitsbewusstsein fördert den Absatz alkoholfreier Getränke

Während Alkoholproduzenten in Russland seit Jahren unter Druck stehen, läuft es für die Hersteller alkoholfreier Getränke sehr gut. Im Jahr 2013 wurden 12,3 Mrd. l Wasser, Saft, Limonade und andere Getränke ohne Alkohol für knapp 500 Mrd. Rbl verkauft. Volumenmäßig entsprach das einem Plus von 4%, wertmäßig sogar von 12%. Besonders gut entwickelt sich zurzeit der Verkauf von stillem Wasser. Marktexperten führen das auf die schlechte Wasserqualität vor allem in den russischen Großstädten zurück. Leitungswasser werde immer ungenießbarer, heißt es in einem Report des Marktforschungsinstitutes Euromonitor International. Die Marktforscher sehen sogar einen direkten Zusammenhang zu dem Rückgang bei alkoholischen Getränken. Die Menschen in Russland lebten zunehmend gesundheitsbewusster und Heilwasser werde immer beliebter. Aber auch die Hersteller von Limonade erhöhen ihre Absätze auf dem russischen Markt und bleiben optimistisch.

Am schwächsten entwickelt sich dagegen der Markt für Säfte - er stagniert. In diesem Segment kam es 2014 zu einigen Umstrukturierungen. So hat Coca-Cola zwei "Nidan"-Werke geschlossen. Insgesamt rechnen die Analysten von Euromonitor International in den kommenden Jahren mit einem Wachstum von bis zu 3% auf dem Markt für nichtalkoholische Getränke.
(H.B.)


Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland