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Mittwoch, 18. Mai 2011

Transport- und Logistiksektor Russlands wächst stabil

Tarife werden deutlich steigen / Hohe Investitionen in den Ausbau der Lagerkapazitäten russischer Häfen geplant / Von Bernd Hones

Moskau (gtai) - Der Frachtumschlag in Tonnenkilometern ist 2010 in Russland um 6% gestiegen. Im laufenden Jahr 2011 könnte er bereits um 10% wachsen. Dabei nahm der Luftfrachtumschlag 2010 sogar um ein Drittel zu. Auch Russlands Häfen sind wieder gut ausgelastet. In ihren Ausbau werden zurzeit Milliarden Euro investiert. Die positiven Entwicklungschancen locken Investoren. Allerdings steigen die Transport- und Logistikpreise aufgrund des erneuten Wirtschaftswachstums rasant.

Ein Fünftel mehr Kokskohle, 18% mehr Düngemittel und 13% mehr Stahl - die Bahn ist und bleibt der wichtigste Verkehrsträger in der Russischen Föderation, sieht man von den Öl- und Gaspipelines ab. Der Frachtumschlag auf der Schiene lag 2010 bei über 2 Mrd. Tonnenkilometer (tkm). Das ist ein Plus von 7,8% im Vergleich zu 2009. Das Unternehmen Perwaja Grusowaja Kompanija hat den Umschlag um 30% erhöht. Bei Transcontainer, einer anderen Tochter der russischen Staatsbahn OAO RZD, stand zuletzt ein Plus von 10% in den Büchern.
Für 2011 erwarten die Marktteilnehmer ein noch deutlicheres Wachstum des Frachtaufkommens. Bis 2015 rechnen Bahnexperten sogar mit einem krassen Defizit an Waggons. Deshalb haben die beiden RZD-Töchter 2010 bereits insgesamt 33.000 neue Waggons für 50 Mrd. Rubel (1,24 Mrd. Euro; Jahreswechselkurs 2010: 1 Euro = 40,26 Rubel) geordert. Der größte Privatanbieter beim Frachtversand auf der Schiene, Globaltrans, hat 6.900 neue Halbwaggons erworben.
Auch die Auslastung der Transportkapazitäten im Luftfahrtsektor steigt. Im Krisenjahr 2009 belief sie sich auf gerade einmal 48,6%; 2010 waren es immerhin schon 53,8%. Der Frachtumschlag im Lufttransport stieg 2010 um 32% auf 4,7 Mrd. tkm. Vor allem Transporte von Fracht mit Übermaßen polierten die Statistik auf. Ausrüstungen für die Gas- und Erdölindustrie, medizinische Geräte und Güter für Banken waren für das Luftfrachtunternehmen Aerodar die wichtigsten Umsatzbringer. Verkaufsleiterin Wiktoria Gaponenko nannte in einer Sonderbeilage der Wirtschaftszeitung "Rbk daily" die "Gasifikation" im Fernen Osten und die Regierungsprogramme für die Entwicklung des Medizinsektors als Faktoren für den Auftragsboom ihrer Firma. Laut der Aerodar-Managerin wird der Frachtumschlag via Flugzeug in Russland 2011 voraussichtlich um ein Fünftel steigen.
Auch Lkw-Transporte sind wieder voll im Trend; 2010 stieg der Frachtumschlag um 10,6%. Für 2011 rechnen Marktexperten mit einem noch dynamischeren Wachstum. Die Smart Logistic Group etwa prognostiziert ein Plus von 11 bis 12%. Das liegt nicht zuletzt an den immer beliebter werdenden Leasing-Modellen für Lkw. Im Jahr 2010 wurden fast dreimal so viele Lkw geleast wie 2009. Doch was nützen Lastkraftwagen angesichts des miserablen Zustandes des russischen Straßennetzes? Die russische Regierung will 2011 die Investitionen in den Verkehrsinfrastrukturbau auf 644 Mrd. Rubel verdoppeln. Zwei Drittel davon (über 10 Mrd. Euro) sollen in den Straßenbau fließen. Lkw-Transporte dürften dadurch zwar schneller, aber mittelfristig auch teurer werden. Denn die russische Regierung führt ab 2012 eine Straßennutzungsgebühr für Lkw über zwölf Tonnen ein. Sie beträgt rund 14.600 Rubel (circa 350 Euro) pro Lastkraftwagen im Jahr.
Das Frachtaufkommen in Russlands Hochseehäfen stieg 2010 um knapp 6% auf 526 Mio. Tonnen. Zu den Wachstumstreibern zählten mineralische Düngemittel (+24%) und Zucker (+42%). Außerdem wurden 2010 rund 33 Mio. t Containerfracht verladen; das ist ein Plus von 30%. Bei Global Ports waren die Hafenterminals ähnlich gut ausgelastet wie zu den Spitzenzeiten im 1. Halbjahr 2008. Das Jahr 2011 soll sogar noch besser werden. Russlands größte Stauerei im Handelshafen Noworossijsk will bis 2012 einen neuen Masut-Terminal für 4 Mio. t bauen und den Getreideterminal um Kapazitäten für 2 Mio. t erweitern. Außerdem entsteht in Noworossijsk für 370 Mio. US$ ein neuer Containerterminal. Die derzeit geplanten Erweiterungsmaßnahmen dürften rund 2,8 Mrd. US$ kosten, heißt es bei Rbk daily.
Das Transport-Unternehmen UCL Holding investiert rund 500 Mio. Euro in einen Kühlterminal am Hafen von Sankt Petersburg und weitere 55 Mio. Euro in ein Getreidelager am Meerhafen von Tuapse. Der Hafenbetreiber von Murmansk, einem der größten Umschlagplätze für Kohle, will bis 2015 rund 175 Mio. Euro in Kapazitätserweiterungen stecken.
Die Entwicklungschancen im Transport- und Logistiksektor dürften in den kommenden Jahren immer mehr Investoren anlocken. Im Jahr 2010 hatten Summa Kapital und Transneft bereits den Branchenriesen Noworossijskij morskoj torgowyj port (NMTP) für 2,15 Mrd. US$ übernommen. Zeitgleich verkündete NMTP die Übernahme des Hafens Primorsk für etwa dieselbe Summe. Im Ergebnis ist durch diese Megafusion einer der größten Hafenlogistik-Anbieter Europas entstanden mit einem Warenumschlag von 140 Mio. bis 150 Mio. t pro Jahr. Angestoßen wird dieser Umstrukturierungsprozess auch von Seiten der russischen Regierung. Sie will sich in den kommenden Jahren von einigen ihrer Beteiligungen trennen.
Ganz allmählich kommt wieder Schwung in den Markt für Lagerimmobilien in und um Moskau. Der britische Investmentfonds Raven Russia hat für rund 100 Mio. US$ den Industriepark "Juschnye Worota" mit 500.000 qm Lagerfläche nahe des Flughafens Domodedowo übernommen. Im Jahr 2010 investierten die Sberbank, die deutsche PLP Holding sowie die BIN-Gruppe in Logistikflächen. Die durchschnittliche Miete für eine Lagerhalle in Moskau stieg 2010 um 5,5% auf 115 US$ pro Quadratmeter - ohne Steuern und Kommunalgebühren. Laut NAI Becar lag der Quadratmeterpreis sogar zwischen 120 und 130 US$.
Im Jahr 2010 wurden in Moskau gerade einmal 352.000 qm neue Lagerflächen gebaut, so wenig wie seit 2002 nicht mehr, heißt es bei Cushman & Wakefield. Die Leerstandsquote ist um den Faktor drei gesunken - auf gerade einmal 3,9%. Besserung ist kaum in Sicht. Vor allem große Lagerhäuser sind Mangelware. Für 2011 rechnet Cushman mit 400.000 bis 450.000 qm neuen Flächen, NAI Becar nur mit 170.000 qm. Auch wenn Moskau ein Extremfall ist - in ganz Russland haben sich die Leerstandsquoten im Jahr 2010 immerhin von 13 auf 6,7% halbiert, geht aus einer Studie von Colliers International hervor.
Die Folge: Es wird noch weniger freie A-Klasse-Lager geben, und die Mieter müssen sich auf weitere Preissteigerungen um 5 bis 10% einstellen. Neben den explodierenden Lagerkosten steigen auch die Kraftstoffpreise rasant. Zudem werden Speditionen die angekündigten Mehrkosten im Zuge der Lkw-Maut ab 2012 sicher an ihre Kunden weiterreichen.
"Die Logistikkosten in Russland sind enorm und werden 2011 weiter steigen", prognostiziert etwa Peter Günther, Geschäftsführer von Henkel in Russland. "Mittlerweile übersteigen die Transport- und Logistikkosten sogar die Produktionskosten." Deshalb baut der Konzern derzeit zwei eigene, hochmoderne Lagerhallen direkt neben den bestehenden Produktionsstätten in Russland.
Gütertransporte nach Verkehrsträgern 2010 und Infrastrukturinvestitionen 2011
Verkehrsträger Frachtaufkommen (in Mrd. tkm) 1) Veränderung 2010/2009 (in % ) Anteil (in %) 2) Infrastrukturinvestitionen 2011 (staatlich, geplant, in Mrd. Rubel)
Frachtvolumen gesamt 4.751,8 6,9 100 644
.davon:



.Straßentransporte 199,2 10.6 4,2 453,4
.Schienentransporte 2.010,6 7,8 42,3 57,3
.Schiffstransporte, ..darunter:



..Binnenschifffahrt 54,3 3,1 1,1 21,8
..Hochseeschifffahrt 101,0 2,6 2,1 k.A.
.Lufttransporte 4,7 32,0 0,1 41,7
.Pipelines 2.382,0 6,0 50,1 k.A.
1) tkm = Tonnenkilometer; 2) am gesamten Frachtvolumen

Quelle: Föderaler Statistikdienst

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