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Montag, 30. April 2012

Russland investiert in Computertomographie


Importabhängigkeit groß / Technologietransfer und Aufbau örtlicher Produktion angestrebt

Moskau (gtai) - Russland wird bei Geräten für die Computertomographie (CT) auf Jahre hinaus ein stabiler Importmarkt bleiben. Die aktuell anlaufende Montage von Computertomografen in Moskau und Sankt Petersburg reichen nicht aus, um den Bedarf zu decken. Aktuell sind 1.500 CT-Scanner in Krankenhäusern und Kliniken aufgestellt. Für eine durchgehende Versorgung werden landesweit aber mindestens 3.500 Einheiten benötigt.

Der russische Staat steckt 2012 etwa 195 Mrd. Rubel (5 Mrd. Euro, Wechselkurs: 1 Euro = 39 Rubel) in die Beschaffung moderner medizinischer Ausrüstungen. Davon ist etwa die Hälfte für Diagnosetechnik bestimmt und davon wiederum ein Zehntel für den Import von CT-Scannern. Die Anzahl der Geräte, die 2012 auf dieser Grundlage bestellt wird, dürfte circa 250 Stück betragen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 wurden 219 Einheiten erworben.
Alle großen Hersteller sind in Russland aktiv. Darunter befinden sich Philips Medical Systems (Niederlande), General Electric Medical Systems (USA), Siemens Healthcare (Deutschland), Toshiba Medical Systems (Japan), Hitachi Medical Systems (Japan), Picker-Marconi-Philips (USA), Ailab Co. (Korea, Rep.), NeuroLogica (USA), Neusoft (VR China) und Samsung Medison (Korea, Rep.).
Die Bemühungen der russischen Regierung, ausländische Hersteller im Rahmen gemeinsamer Unternehmungen zum Technologietransfer zu bewegen und auf dieser Grundlage CT-Geräte vor Ort montieren zu lassen, haben erste Ergebnisse gezeigt. Die dadurch entstandenen Kapazitäten reichen jedoch nicht aus, um den Gesamtbedarf zu decken, schon gar nicht für alle benötigten Anwendungsgebiete.
Ein erstes Joint Venture wurde 2009 in Moskau von General Electric Healthcare und der russischen Medizinskije Technologii Ltd. gegründet. Das Gemeinschaftsunternehmen montiert aus eingeführten Teilen 100 Geräte der Baureihe BrightSpeed. Neben der Montage befasst es sich auch mit der Vermarktung und der turnusmäßigen Wartung beim Kunden.
Die Wartung ist - neben der dadurch möglichen Garantiegewährung - für die Produzenten auch aus kommerziellen Aspekten heraus interessant geworden: Bei allen großen staatlichen Beschaffungsmaßnahmen werden Wartungsleistungen fortan zusammen mit der eigentlichen technischen Ausrüstung in einem Los ausgeschrieben.
Zwar erhöht sich damit zunächst der Projektpreis. Doch können die Einsparungseffekte aus der im Ergebnis wegfallenden zweiten Ausschreibung für die erforderlichen Wartungsdienstleistungen gegen gerechnet werden. Unter dem Strich wird es für den Auftraggeber billiger. Auch kommen in der Regel nur noch Wartungsfirmen zum Zug, die vom Hersteller autorisiert wurden.
Ein zweites Gemeinschaftsunternehmen zur Montage von CT-Geräten wurde 2010 durch Philips Medical Systems und NIPK Elektron (http://electronxray.com) in Sankt Petersburg ins Leben gerufen. Hier soll die Kapazität bei 100 Geräten in einem Zeitraum von fünf Jahren liegen, die bei Notwendigkeit verdoppelt werden kann. Philips sei dem Vernehmen nach bereit, in einem Zeitraum von drei Jahren bis zu 51% des Wertschöpfungsprozesses, einschließlich Forschung und Entwicklung, für eine komplette Gerätebaureihe nach Russland zu verlegen. Das Ministerium für Industrie und Handel (Minpromtorg) bezuschusst das Vorhaben.
Seitens der Regierung werden im Rahmen der "Entwicklungsstrategie für den Bau medizinischer Geräte im Zeitraum bis 2020" ausgewählte Projekte gefördert, bei denen ein Technologietransfer und anschließend eine lineare Erhöhung der örtlichen Wertschöpfung stattfinden. Künftig sollen umfangreiche staatliche Beschaffungen sogar generell an Lokalisierungsverpflichtungen der ausländischen Hersteller geknüpft werden.
Russische Föderation: Import von Apparaten für die Computertomografie (HS: 9022.12)
2007200820092010
Gesamt
Importwert in Mio. US$269,14524,88339,34278,58
Gewicht in Tonnen721,81.220,51.024,711.035,54
Anzahl in Stück174280200219
.davon aus Deutschland
.Importwert in Mio. US$88,5088,2830,7951,38
.Gewicht in Tonnen161,3178,764,4125,7
.Anzahl in Stück53583636
Quelle: UN Commodity Trade Statistics Database
Doch gab es in den letzten Jahren Entwicklungen zu verzeichnen, die ein schnelles Wachstum des Marktes für CT-Geräte hemmten. Dazu gehörten überhöhte Preise und ungesetzliche Zahlungen bei öffentlichen Beschaffungsmaßnahmen. Im Ergebnis mussten Gerichte bemüht werden. Seither sollen die Anschaffungspreise für neue Medizintechnik gefallen sein, wie Pressemeldungen zu entnehmen ist. Experten führen das aber auch auf Skaleneffekte zurück, wodurch Produktionskosten und im Endeffekt die Verkaufspreise sinken.
Weiterhin deckte die Aufsichtsbehörde Roszdravnadzor in einer Reihe von Fällen in abgelegenen Regionen auf, dass beschaffte CT-Geräte erst gar nicht in Betrieb genommen wurden oder nur sehr wenig im Einsatz sind. Die Ursachen dafür sind verschiedener Natur: Zum einen wurden keine Betriebsgenehmigungen eingeholt. Zum anderen fehlen geeignete Räume für diese Großtechnik. Gelegentlich ist auch zu wenig oder überhaupt kein qualifiziertes Personal vorhanden.
Längere Stillstandzeiten wurden zudem durch unsachgemäße Wartungen verursacht, unter anderem dann, wenn Wartungsverträge gemäß dem Prinzip des geringsten Bieterpreises vergeben wurden. Dadurch kam weder der Hersteller noch ein autorisierter Vertriebspartner zum Zuge, sondern eine weniger qualifizierte Dienstleistungsfirma, mit entsprechenden Konsequenzen für den Betriebszustand der Geräte.

Kontaktanschriften:

Medizinskije Technologii Ltd.
ul. Ibragimowa, dom 31, office 500
105318 Moskau, Russische Föderation
Tel.: 007/495/663 95 01, Fax: -663 95 02
NIPK Elektron
Wolchonskoje Schosse, kwartal 2, dom 4B
198323 Sankt Petersburg, Russische Föderation
Tel.: 007/812/325 02 02, Fax: -3255 04 44
Internet: http://electronxray.com
(U.U.)


Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland