Projektentwickler für LNG-Anlage gesucht / Vorkommen in der Barentssee werden doch früher erschlossen
Moskau
(gtai) - Der Energiekonzern Gazprom sucht einen Projektentwickler für
eine Anlage zur Gasverflüssigung. Die erforderliche Kapazität beträgt 30
Mio. jato LNG. Eine entsprechende Ausschreibung wird für den Januar
2013 erwartet. Das Erdgas soll aus dem noch zu erschließenden Feld
Shtokman in der Barentssee stammen. Diese Nachricht überraschte die
Fachwelt - nach dem Ausstieg der norwegischen Statoil aus der Shtokman
Development AG kündigte Gazprom an, das Projekt bis 2014 ruhen zu
lassen.
Als ein möglicher Standort für die Anlage zur Gasverflüssigung
wurde die Ortschaft Teriberka im Flusstal der Orlowka genannt. Neben dem
ungewöhnlich frühen Ausschreibungszeitpunkt überraschte die Höhe der zu
installierenden Kapazität von 30 Mio. jato LNG. Ursprünglich wurde an
eine Anlage für 7,5 Mio. jato gedacht. Offenbar reagiert der russische
Konzern mit der nun beschlossenen Kapazitätsaufstockung auf das in
Westeuropa wachsende Geschäft mit LNG. Ein weiterer Teil des Gases wird
in die Ostsee-Pipeline Nord Stream gepumpt, die Westeuropa (darunter
Deutschland) mit dem Energieträger versorgt.
Zur raschen
Erschließung des Gasfeldes in der Barentssee hat Gazprom die dafür
erforderlichen Dokumentationen gemäß den internationalen Standards FEED
bereits ausgearbeitet. Dem Vernehmen liegt auch das Umweltgutachten für
einen Hafen und für Tankanlagen zur Zwischenlagerung des LNG im
Murmansker Gebiet vor.
Nunmehr folgt die Erstellung weiterer
Dokumente entsprechend den russischen Normen und Standards, die 2013 den
Behörden zur Prüfung und Bestätigung vorgelegt werden. Die geologischen
Erschließungsarbeiten sollen sich in einem fortgeschrittenen Stadium
befinden, wie Gazprom mitteilte.
Noch im Juli 2012 kündigte das
Gazprom-Vorstandsmitglied Wsewolod Tscherepanow an, dass vor 2014 keine
Aktivitäten im Shtokman-Projekt zu erwarten seien. Diese Äußerung kann
inzwischen als überholt eingeschätzt werden. Offensichtlich hat sich der
Konzern zur Beschleunigung seines Vorgehens entschlossen.
So
reichte Gazprom im Oktober 2012 bei der Föderalen Agentur für
Bodennutzung (Rosnedra) einen Antrag zur Übertragung der Förderlizenz im
Shtokman-Feld von der Tochterfirma OOO Gazprom-Neft Schelf auf den
Mutterkonzern OOO Gazprom ein. Experten gehen davon aus, dass die neue
Lizenz für Gazprom ab 2017 greift. Die Vorkommen in der Lagerstätte
werden auf 3,9 Bill. cbm Erdgas und 56,1 Mio. t Gaskondensat geschätzt.
An
der Shtokman Development AG ist nach dem Ausstieg von Statoil im Juni
2012 weiterhin Total mit 25% beteiligt. Der französische Konzern bleibt
zwar vorerst inaktiv, reserviert sich aber die Option, in das
Erschließungs- und Förderprojekt jederzeit wieder einsteigen zu können.
Internetadressen:
Shtokman Development AG
Internet: http://www.shtokman.ru/en/
OOO Gazprom
Internet: http://www.gazprom.com
(U.U.)
Zertifizierung
GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,
Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland