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Dienstag, 3. März 2015

Russischer Automobilmarkt bricht 2015 um ein Viertel ein

Chinesische Hersteller drängen ins Land / Kamaz und Ford investieren in Lkw-Produktion / Ersatzteilmarkt wächst
Von Bernd Hones

Moskau (gtai) - Der russische Automobilmarkt wird 2015 um mindestens ein Viertel auf 1,89 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge schrumpfen. Autokredite sind zurzeit schier unerschwinglich. Dadurch geht die Talfahrt beim Neuwagenverkauf weiter. Das kann auch die Verlängerung der staatlichen Abwrackprämie nicht verhindern. Dagegen steigt der Absatz von Gebrauchtwagen und von Ersatzteilen. Die Krise sehen chinesische Hersteller als ihre Chance, den russischen Markt endlich zu erobern.

Der russische Automobilmarkt wird 2015 um mindestens ein Viertel auf 1,89 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge schrumpfen. Das prognostiziert das Automobil Manufacturers Committee bei der Association of European Businesses (AEB) in Moskau. Diesem Komitee gehören alle namhaften Kfz-Hersteller an, die in Russland Automobile produzieren und verkaufen. Damit rückt für Russland nicht nur der erste Platz unter Europas Top-Automobilmärkten in weite Ferne. Fest steht auch, dass viele Produzenten in Russland ihre Kapazitäten aktuell nicht mehr auslasten können.

Die AEB geht nicht als einzige Quelle von einem sehr schwachen Jahr 2015 aus. Da Ministerium für Industrie und Handel sowie der Branchenexperte Wladimir Bespalow von VTB-Kapital schätzten das Minus Ende Dezember 2014 auf mindestens 10%. Der Chef der Onlinehandelsplattform auto-dealer.ru, Oleg Dazkiw, rechnet mit einem Einbruch um 15%. Pessimisten malen mit -40% ein Schreckensszenario an die Wand.

Die Abwrackprämie, für die der russische Staat 2015 Mittel in Höhe von 10 Mrd. Rubel bereitstellt, wird den Negativtrend nur abmildern, aber nicht stoppen. Die Automobilhersteller erhalten 60% dieser Mittel, die Hersteller von Nutzfahrzeugen 40%.
Neue Projekte stehen mehr denn in Frage, Neuansiedlungen von Kfz-Teileherstellern ebenso. Dabei klagen Komponentenhersteller seit jeher, dass die in Russland produzierten Stückzahlen einzelner Modelle mit maximal 75.000 Stück - in den meisten Fällen aber noch viel weniger - zu niedrig und damit für sie kaum rentabel sind. Der neuerliche Einbruch am Absatzmarkt wird dieses Problem verstärken.

Neuerlicher Einbruch deshalb, weil der Absatz von Pkw und leichten Nfz bereits im Jahr 2014 um 10% auf knapp 2,5 Mio. Euro zurückgegangen ist. Dies, obwohl Russland im 2. Halbjahr 2014 rund 12,9 Mrd. Rubel für ein Abwrackprogramm für in Russland produzierte Pkw bereitstellte - und es kürzlich bis Ende 2015 verlängerte. Und obwohl der dramatische Kursverfall des Rubels die Käufer in den letzten Dezemberwochen in die Autohäuser trieb.

Ein Grund für die geringe Nachfrage nach Kfz: Die realen Geldeinkommen der Privathaushalte beginnen aufgrund der Stagnation der Reallöhne und der hohen Inflation zu sinken. Unsicherheit prägt die aktuelle Situation. Wie geht es weiter im Ukrainekonflikt? Was macht der Erdölpreis? Welche Strategie schlägt die russische Regierung ein? Was ist mit den Arbeitsplätzen? All das beunruhigt die Bürger in den Großstädten zutiefst. Dasselbe gilt für Unternehmen. Sie sparen zurzeit an allen Ecken und Enden - auch an den Firmenwagenflotten.

Zu allem Überfluss knausert auch der russische Staat bei der Erneuerung seines Fuhrparks. In den ersten elf Monaten 2014 bestellten russische Behörden um 28% weniger Automobile als im selben Vorjahreszeitraum. Insgesamt orderten staatliche Stellen 2014 Kraftfahrzeuge im Wert von 29 Mrd. Rubel. Das waren 9% weniger als 2013, als die Ausgaben für Transportmittel noch 31,6 Mrd. Rubel betrugen, berichtet die Assoziation der elektronischen Handelsplattformen (AETP). In Anbetracht des drastischen Rubelverfalls ergibt sich auf Eurobasis ein noch fataleres Bild. Demnach sanken die Staatsaufträge von 747 Mio. Euro auf 569 Mio. Euro. Das entspricht einem Rückgang um 24%.
Entwicklung des russischen Pkw-Marktes (Neuwagen, in 1.000 Stück) *)
Kfz-Typ 2013 2014 Veränderung 2014/2013 in %
Pkw 2.527 2.340 -8
Leichte Nutzfahrzeuge 161 140 -15
Lkw 106 88 -21
Busse 14 11 -25
*) vorläufige Zahlen 2014
Quelle: Autostat
Verkauf neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge in Russland nach Marken (1.000 Stück)

Marke 2013 2014 Veränderung 2014/2013 in %
1 Lada 456,3 387,3 -15
2 Kia 198,0 195,7 -1
3 Nissan 146,3 162,0 11
4 Renault 210,1 194,5 -7
5 Toyota 154,8 162,0 5
6 Hyundai 181,2 179,6 -1
7 VW 156,2 128,1 -18
8 Chevrolet 174,6 123,2 -29
9 Mitsubishi 78,7 80,1 2
10 Ford 106,7 66,0 -38
Quelle: Association of European Businesses
Gleichzeitig stiegen in Russland die Verkäufe von Gebrauchtwagen. Im Jahr 2014 wurden 6,1 Mio. Pkw umgemeldet. Das entspricht einem Plus von 6% im Vergleich zum Vorjahr. Die Verkäufe von gebrauchten kleinen Nutzfahrzeugen stiegen um 4% auf 469.000 Stück, die von gebrauchten Lkw um 5% auf 319.000 Fahrzeuge. Der Absatz von gebrauchten Bussen lag mit 26.000 Stück nur knapp unter dem Vorjahresniveau.

Produktion von Kraftfahrzeugen in Russland sinkt

Produktion von Kraftfahrzeugen in Russland (in 1.000 Stück)

2010 2011 2012 2013 Januar bis November 2014 Veränderung Jan.-Nov. 2014 / Jan.-Nov. 2013 (in %)
Leichte Automobile (Pkw und leichte Nfz) 1.210 1.740 1.971 1.916 1.600* -10,3
Autobusse 40,9 44,2 57,1 52,9 38,3 -20,6
Lkw (inklusive Chassis, außer Muldenkipper) 156 207 210 209 139,0 -25,8
*) vorläufige Angabe; Quelle: Föderaler Statistikdienst
Wegen der schlechten Auftragslage hat das AwtoWAZ-Management seinen Mitarbeitern zusätzlichen Weihnachtsurlaub verordnet. Von 31.12.2014 bis 11.1.2015 hatten die Menschen in Russland gesetzliche Feiertage. AwtoWAZ jedoch startete die Produktion erst wieder am 19.1.2015 - die Mitarbeiter mussten eine Woche Betriebsurlaub nehmen. Betriebsferien und Kurzarbeit führten auch andere OEMs ein.

Chinesische Hersteller investieren in Russland

Ganz neue Projekte für Pkw, Lkw und Spezialfahrzeuge kündigen seit einigen Monaten fast ausschließlich Unternehmen aus der VR China an. Great Wall Motor will in der Region Tula ein Montagewerk für 250 Mio. Euro errichten. Die geplante Kapazität beträgt 150.000 Fahrzeuge pro Jahr. Zurzeit lässt Great Wall bei Awtotor in Kaliningrad und im Autowerk IMS im Gebiet Moskau montieren.

Lifan plant ein Montagewerk mit Schweißerei und Lackiererei in der Sonderwirtschaftszone Lipezk. Der Bau des Werks soll im Januar 2015 beginnen und bis Frühjahr/Sommer 2017 abgeschlossen werden. Die Kapazität wird in der ersten Ausbaustufe (Kosten: 150 Mio. $) jährlich 60.000 Pkw betragen. Später plant Lifan noch einmal 150 Mio. $ zu investieren, um die Kapazität auf 100.000 Fahrzeuge pro Jahr zu erhöhen und ein Motorenwerk zu bauen.
Der Hersteller Ford-Otosan (Türkei) traf Ende 2014 mit der Avtotor Holding eine Vereinbarung für die Produktion von Lkw und Sattelschleppern der Marke "Ford Trucks" in Russland. Die Fertigung der von Ford-Otosan entwickelten Lkw und Sattelschlepper soll im Avtotor-Werk bei Kaliningrad in Kürze aufgenommen werden.
Neue Projekte in der Automobilindustrie in Russland
Unternehmen Projekt Anmerkung
Mazda Motorenwerk in Wladiwostok im Fernen Osten Kapazität: 50.000 Stück, Baubeginn: 2015, http://www.mazda.ru
Great Wall Montagewerk für 250 Mio. US$ in der Region Tula Kapazität: 150.000 Pkw, http://www.great-wall.com
Lifan Montagewerk für 150 Mio. US$ in der Region Lipezk Kapazität: 60.000 Pkw, http://www.lifan.com
GAC Motor (Guangzhou Auto) prüft Möglichkeit der Eröffnung eines Montagewerks in Russland, Entscheidung soll 2015 gefällt werden Kapazität: 50.000 Pkw
Hubei Yunyin Industrial Joint Venture mit Oleonafta zur Produktion von Lkw in der Stadt Engels Kapazität: 2.000 Lkw, http://www.cnyunyin.com
Ford-Otosan (Türkei) Produktion von Lkw und Sattelschleppern der Marke "Ford Trucks" bei Avtotor in Kaliningrad http://www.fordotosan.com.tr
Kamaz Entwicklung neuer Lkw-Modelle, neuer Fahrerkabinen, Motoren nach Euro-6-Norm und neuer Elektrobusse (Nefaz) bis 2017; komplettes Re-Engineering der Motorenproduktion bis Ende 2016; neues Werk für Fahrerkabinen bis 2020 Investitionsprogramm bis 2020: 60 Mrd. bis 80 Mrd. Rubel, http://www.kamaz.ru
UAZ (Sollers) Reorganisation des Werksgeländes des Uljanowsker Automobilwerks - Einteilung in sechs Zonen: Werksgelände (Verkleinerung von 312 auf 50,2 ha), Zone Metallurgie, Zone "Wostok" - Industriepark, Zone "Sapad" - Wohnbebauung, Verwaltungs- und Geschäftszone, Zone für Hilfstätigkeiten http://www.uaz.ru
Gruppe GAZ Wartung und Reparatur der Produktionslinien in den Neujahrsferien vom 12.-25. Januar 2015; Vorbereitung der Produktion neuer Modelle im Laufe des Jahres 2015; Produktion des Ganzmetall-Kleintransporters GAZel next: Installation neuer Schweißlinien, Einbau neuer und Modernisierung vorhandener Hebearme und Transportsysteme für die Karosserien http://www.gaz.ru
Quellen: Russische Wirtschaftszeitungen, Recherchen von Germany Trade and Invest

Kfz-Teile-Primärmarkt leidet unter Absatzeinbruch am Neuwagenmarkt

Die Automobilzulieferindustrie leidet unter der schlechten Konjunktur. Außerdem ist zurzeit noch völlig unklar, wie es nach dem Auslaufen der Vereinbarungen zur industriellen Montage ab 2018 beziehungsweise 2020 mit der russischen Automobilindustrie weitergehen wird. Denn nach der jetzigen Lage fallen für OEMs dann alle Anreize weg, weiter zu lokalisieren. Der 5%ige Zollsatz auf den Import von Kfz-Komponenten wird als Argument nicht mehr ausreichen, um auf russische Strukturen bei der Teilezulieferung zu setzen. Andererseits: Der schwache Rubel drückt die Kosten für den Aufbau einer Produktion. Wer jetzt antizyklisch investiert, spart viel Geld und kann durchstarten, wenn sich der Markt in zwei, drei Jahren wieder erholt.

Das ist womöglich auch die Strategie der Firma Mubea. Das deutsche Unternehmen will in der Sonderwirtschaftszone Togliatti eine Produktion für Kfz-Federn eröffnen. Das meldet das russische Onlineportal Hubprom.ru. Die Investitionen betragen 717 Mio. Rubel. Der Produktionsstart soll 2016 erfolgen. Künftig könnte Mubea auch Federbandschellen und weitere Komponenten herstellen, heißt es weiter. Über das Engagement von Mubea hatte Germany Trade & Invest schon Anfang 2013 berichtet. Schon damals galt das Unternehmen als Resident der Sonderwirtschaftszone.

Der türkische Sitzproduzent Martur will in der Region Uljanowsk eine Produktion für Autositze aufbauen. Die Investitionen allein in die Ausrüstung sollen bei 5 Mio. Euro liegen, berichtet die Wirtschaftszeitung Wedomosti. An dem neuen Standort an der Wolga will Martur jährlich 150.000 Autositze fertigen und an Renault in Moskau sowie an AwtoWAZ in Togliatti liefern.
Neue Projekte in der Kfz-Zulieferindustrie
Unternehmen Projekt Anmerkung
Mubea Kfz-Feder-Produktion in Togliatti bis 2016 Investition: 717 Mio. Rubel, http://www.mubea.com
Martur (Türkei) Einrichtung einer Produktion von Auto-sitzen im Gebiet Uljanowsk für 5 Mio. Euro Kapazität: 150.000 Autositze pro Jahr, http://www.martur.com.tr
Palfinger zwei Joint Venture mit Kamaz zur Herstellung, zum Einbau, zum Vertrieb und zur Wartung von Lkw-Aufbauten (Lade- und Handlinggeräte) Produktion von 80.000 Zylindern für Lkw, Krane und Baumaschinen bis 2019, http://www.palfinger.com
Unipres Werk für Karosserieelemente in Sankt Petersburg (Investition: 42 Mio. Euro) Fertigstellung: Ende 2015, http://www.unipres.co.jp
KSPG Automotive (Pierburg Pump Technology, Neuss) Werk für Kfz-Kühlmittelpumpen in Pskow, auf dem Gelände des Kfz-Teile-Herstellers OAO Avtoelektroarmatura (AVAR), Investition: 20 Mio. bis 30 Mio. Euro Kapazität: 150.000 Einheiten, geplanter Produktionsbeginn: 2015, http://www.kspg.com, http://www.zavodavar.ru
Quellen: Russische Wirtschaftszeitungen, Recherchen von Germany Trade and Invest

Markt für Ersatzteile wuchs 2014 um 7,3%

Im Gegensatz zum Primärmarkt für Komponenten, also dem Direktverkauf an Automobilunternehmen, hat der Ersatzteilemarkt 2014 um 7,3% auf etwa 24,14 Mrd. US$ zugelegt. Im Vorjahr hatte das Marktvolumen 22,5 Mrd. $ betragen; dies entsprach einem Plus von 10,1% gegenüber 2012 (laut Autostat). Das liegt auch daran, dass der Fuhrpark trotz sinkender Absatzzahlen insgesamt größer wird. Während 2013 rund 39,3 Mio. Automobile über Russlands Straßen rollten, so waren es Ende 2014 schon 41 Mio. Autos. Ungeachtet der schwachen Konjunktur wird der Fuhrpark jährlich um 3,5 bis 4,5% größer. Das ist eine ordentliche Grundlage für weiterhin stabile Wachstumsraten am Sekundärmarkt für Kfz-Teile.

Lastkraftwagen: Kamaz investiert 60 Mrd. bis 80 Mrd. Rubel bis 2020

Der russische Lkw-Markt ist 2014 um 21% auf 88.000 Stück eingebrochen. Das geht aus einem Report der Marktforschungsagentur Autostat hervor. Dem konnte sich auch Russlands größter Hersteller schwerer Lkw nicht entziehen: Kamas dürfte 2014 knapp 23.700 Lkw verkauft haben. Das sind 15% weniger als im Vorjahr. Angesichts des Abwärtstrends definiert der Konzern seine Ziele bis 2020 neu. So rechnet Kamas in sechs Jahren nur noch mit einer Produktion von 60.000 bis 70.000 Lkw, bisher waren 80.000 Stück geplant. Der Umsatz dürfte auch nicht 350 Mrd. Rubel betragen, sondern nur 230 Mrd. bis 270 Mrd. Rubel. Das EBITDA ist von 14% auf 8 bis 10% geschrumpft. Die Investitionen werden sich bis 2020 auf 60 Mrd. bis 80 Mrd. Rubel belaufen. Über diesen Betrag hat Kamas kürzlich Staatsgarantien erhalten.

Kurzfristig geht es am Lkw-Markt weiter bergab. Autostat-Geschäftsführer Sergei Udalow prognostiziert einen weiteren Einbruch des Absatzes um 20 bis 30%. Die Marktexperten von Scania halten diese Prognose für durchaus realistisch. Auch Kamas rechnet mit einem Rückgang der Lkw-Verkäufe im Jahr 2015.

Die russische Regierung will den Lkw-Absatz stützen. Die Abwrackprämie gilt auch für Lkw. Ferner will das Industrie- und Handelsministerium ab 1.7.2015 über 28 Jahre alte Lkw von russischen Straßen verbannen. Ein entsprechender Gesetzentwurf sieht zudem vor, das zulässige Höchstalter von Nutzfahrzeugen künftig weiter zu beschränken.

Russische Regierung startet Programm zum Kauf von Bussen

Auch Busse aus Sowjetzeiten könnten schon bald aus den russischen Städten verschwinden. Das Industrie- und Handelsministerium plant ein Fahrverbot für über 25 Jahre alte Busse.
Außerdem startet die russische Regierung ein Programm zum Kauf von 1.497 Bussen und 1.000 Fahrzeugen für die Kommunalwirtschaft in den russischen Regionen. Gewährt werden die Zuschüsse aber nur für den Erwerb von Gas-betriebenen Kfz, die innerhalb der Zollunion gebaut wurden. Für einen Bus gibt es aus dem föderalen Budget zwischen 130.000 bis 3 Mio. Rubel, bei Spezialtechnik 100.000 bis 3 Mio. Rubel.

Die Stadt Nischni Nowgorod will 144 Busse leasen. Dabei wird es sich ausschließlich um Busse handeln, die mit komprimiertem Gas betrieben werden. Davon sollen 100 Stück je 110 Passagiere transportieren können. Der Rest sollen Niederflurbusse sein. Die Busse sollen bereits im März 2015 an die Stadt übergeben werden. Der Leasing-Vertrag soll bis 23. Dezember 2022 laufen.
Stand: Januar 2015
(H.B.)


Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland