Russlands größter Ölkonzern setzt auf Kapazitätserweiterungen bei Motoröl, Flugbenzin und Bitumen
Moskau
(gtai) - Im Moskauer Gebiet könnte eine Raffinerie mit einer
Verarbeitungskapazität von 12 Mio. jato Rohöl gebaut werden. Eine
entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Ende Juni 2012 der Chef
des größten russischen Mineralölkonzerns, Rosneft, Igor Setschin, und
der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Sergej Schoigu. Die neue Anlage
soll Motoröl, Flugbenzin der Euro-5-Norm sowie 500.000 jato
modifiziertes Bitumen für den Straßenbau produzieren.
Rosneft verpflichtete sich, für den Bau und das Betreiben der
Raffinerie die neueste umweltschonende Technologie auszuwählen. Damit
soll vor allem auf die Nähe zum dicht besiedelten Moskauer Stadtgebiet
Rücksicht genommen werden. Die geschätzten Projektkosten betragen 7 Mrd.
US$. Als möglicher Standort wurde laut Wirtschaftszeitung Wedomosti die
Siedlung Mjakinino im Kolominski Rajon in die engere Auswahl gezogen.
Zur
Versorgung der Raffinerie mit Rohöl ist ein Anschluss an die Pipeline
Moskau-Rjasan vorgesehen. Der Betreiber der Rohrleitung, Transneft,
müsste in einem solchen Fall aber die Menge des durchzuleitenden Öls
verdoppeln - gegenwärtig werden auf diesem Weg 12 Mio. jato Mineralöl
für den Bedarf der Raffinerie Moskowski transportiert.
An der
Finanzierung des Raffineriebaus würde sich nach Angaben der
Nachrichtenagentur RIA Nowosti die Wneschtorgbank (WTB) beteiligen. RIA
beruft sich dabei auf entsprechende Äußerungen von Gouverneur Schoigu.
Zwischen WTB und Rosneft bestehen seit langem aktive und breit
gefächerte Geschäftskontakte - erst kürzlich hatte WTB das Kreditvolumen
für den Ölkonzern um 100 Mrd. Rubel (circa 3,125 Mrd. US$) aufgestockt.
Schoigu
regte schon 2008 als Minister für Katastrophenschutz einen
Raffineriebau zur besseren Belieferung des Moskauer Großraums mit
verarbeiteten Kohlenwasserstoffen an. Auf die Megapolis, die nach
amtlicher Verlautbarung 10,5 Mio. Einwohner zählt, fallen 20% des
Landesverbrauchs an Benzin und etwas mehr als 10% des Dieselabsatzes,
mit steigender Tendenz. Vor fünf Jahren lag die Nachfrage nach Benzin
und Diesel noch um 7% und vor zehn Jahren um 50% unter dem aktuellen
Stand.
Vorerst reicht der Ausstoß von vier Raffinerien aus, um den
Bedarf des Moskauer Großraums mit Treibstoffen zu decken. Bei den
Herstellern und Lieferanten von Treibstoffen handelt es sich um die
Raffinerien Moskowski (Betreiber: Gasprom Neft), Rjasanski (TNK-BP),
Jaroslawski (Slawneft) und Nischegorodski (Lukoil).
Die
Gewinnmarge aus der Verarbeitung von Mineralöl zu Treibstoffen fällt mit
3 bis 4 US$ pro Barrel derzeit recht gering aus, wie Branchenkenner
betonen. Auf die niedrigen Margen drücken unter anderem die politisch
gewollten moderaten Treibstoffpreise an den Zapfsäulen sowie eine hohe
Besteuerung der petrochemischen Produktion. Für Experten steht daher
längst noch nicht fest, ob sich Rosneft in der Tat zum Raffineriebau
entschließen wird.
So sei die finanzielle Belastung des Konzerns
durch notwendige Modernisierungen in bestehenden Anlagen bereits sehr
hoch - allein für 2012 kommen auf Rosneft diesbezügliche Belastungen in
Höhe von 6,2 Mrd. $ hinzu. Daher wäre die Verbesserung der
Einnahmenseite durch die Erweiterung von Exportkapazitäten sinnvoller,
heißt es aus Expertenkreisen. Doch plant Rosneft bereits, den Ausstoß
der Raffinerie Tuapsinski im Gebiet Krasnodar zu verdreifachen.
Darüber
hinaus zielt der Ausstoß der neuen Raffinerie im Moskauer Gebiet in
keiner Weise auf den Tankstellenmarkt ab, sondern deckt den Bedarf
verschiedener Flughäfen und des expandierenden Straßenbaus. Wie
Lukoil-Präsident Wagit Alekperow recht gelassen gegenüber Wedomosti
hinzufügte, "halten niedrige Margen in der Erdölverarbeitung zeitlich
nie lange an. Es kommt periodisch immer wieder zu derartigen Krisen, die
nie lange anhalten."
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(U.U.)
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Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland