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Donnerstag, 3. Mai 2012

Ausländische Allianzen rollen Russlands Kfz-Markt auf

Fünf Abkommen über strengere industrielle Montage geschlossen / Produktion steigt weiter / Von Bernd Hones

Moskau (gtai) - Ob Volkswagen, Renault-Nissan, General Motors oder Ford - ausländische Kfz-Hersteller haben sich gegenüber Russland zu einem massiven Ausbau ihrer Kapazitäten in Russland verpflichtet. Dafür dürfen sie im Gegenzug Komponenten zollfrei ins Land bringen. Während 2011 in Russland 1,7 Mio. Pkw gebaut wurden, dürften es 2020 bereits 3 Mio. Stück sein. Von den klassischen russischen Herstellern wird kaum noch etwas übrig bleiben. Die Konkurrenz aus dem Ausland dominiert bereits heute den Markt.

 Alle 103 Sekunden läuft in Kaluga ein Volkswagen oder ein Skoda vom Band - rund um die Uhr. Wenn es nach den Volkswagenmanagern geht, wird die Taktung sogar noch steigen. Zum Jahr 2018 sollen in Russland über 350.000 Kfz produziert und 450.000 Fahrzeuge verkauft werden. Dabei hat VW erst 2008 mit der SKD-Montage in Kaluga begonnen. Mittlerweile produziert Europas größter Automobilkonzern dort die Modelle VW Polo Sedan, VW Tiguan, Skoda Octavia und Skoda Fabia. Insgesamt 135.000 Pkw waren es im Jahr 2011 - Tendenz: steigend.

"Wir schaffen Kapazitäten für 350.000 Fahrzeuge in Russland, dazu haben wir uns verpflichtet", sagt Marcus Osegowitsch, Geschäftsführer der Volkswagen Group Rus. Dabei arbeitet die Volkswagen Rus-Gruppe mit einem russischen Partner zusammen: der Gruppe GAZ aus Nischni Nowgorod. Dort sollen Kapazitäten für 110.000 Fahrzeuge entstehen. Gebaut werden der Skoda Yeti, der VW Jetta sowie der Skoda Octavia. Zum Jahr 2015 oder spätestens 2016 soll ein neues Motorenwerk in Betrieb genommen werden. Denn künftig sollen nicht nur 60% der Wertschöpfung in Russland erfolgen, sondern knapp ein Drittel aller Automobile von einem in Russland gefertigten Motor angetrieben werden.

Dafür importiert Volkswagen weiterhin die restlichen Komponenten ohne Zoll zahlen zu müssen. Nach demselben Prinzip wollen vier weitere Konzerne beziehungsweise Allianzen in Russland punkten: Ford - Sollers, Renault-Nissan und AwtoWAZ, General Motors (GM) und Awtotor - Magna. Gemeinsam wollen Renault-Nissan und AwtoWAZ zum Jahr 2016 insgesamt 1,6 Mio. Personenkraftwagen bauen und rund 40% des russischen Automobilmarktes beherrschen, der bis dahin der größte Kfz-Markt Europas sein könnte. Bereits 2014 soll ein neues Motorenwerk in Togliatti anlaufen und zum Jahr 2017 die volle Produktionskapazität von 450.000 Motoren erreichen. Ebenfalls bis 2014 will der japanische Nissan-Konzern seine Kapazitäten am Werk in Sankt Petersburg auf 100.000 Fahrzeuge pro Jahr verdoppeln. Experten rechnen, dass dafür Investitionen in Höhe von 70 Mio. bis 100 Mio. US$ notwendig sind.

Auf einen Ausstoß von 350.000 Automobilen pro Jahr will auch das Kaliningrader Montagewerk von Awtotor in Kooperation mit dem kanadisch-österreichischen Konzern Magna kommen. Der erste Projektabschnitt für 200.000 Automobile soll zum 1.1.2016 realisiert werden, der zweite bis 2018. Allein für die Industrieanlagen werden Investitionen in Höhe von 2,5 Mrd. Euro veranschlagt, sagte Awtotor-Generaldirektor Wladimir Schtscherbakow gegenüber der Nachrichtenagentur Prime Tass. Auf den Awtotor-Montagelinien werden BMW, Kia, Opel und Chevrolet von General Motors gefertigt. Für 500 Mio. Euro soll darüber hinaus eine Kleinstadt für 50.000 Bürgerinnen und Bürger im Kaliningrader Gebiet gebaut werden - mit Wohnungen für 20.000 Beschäftigte der neuen Betriebe und ihre Familien. Damit könnte Kaliningrad Russlands drittgrößte Automobilstadt werden, nach Togliatti und Sankt Petersburg.
Vereinbarungen über industrielle Montage in Russland
Konzern / Allianz Produktionsstätte Geplante Kapazitäten Investitionssumme
Allianz AwtoWAZ / Renault-Nissan Togliatti, Ishewsk, Moskau über 1 Mio. Fahrzeuge k.A.
Ford / Sollers St. Petersburg 300.000 1,2 Mrd. US$
Volkswagen / GAZ Kaluga, Nischni Nowgorod 300.000 bis 310.000 900 Mio. US$
General Motors Sankt Petersburg, Togliatti 350.000 (bis 2015), 1 Mrd. US$ (2012 bis 2015)
Awtotor / Magna *) Kaliningrad 350.000 2,5 Mrd. Euro
*) Montage von BMW, Kia, Hyundai, Chevrolet, Cadillac, Opel, Land Rover, Subaru, und anderen
Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

Der japanische Mazda-Konzern investiert in Russland zu den alten Bedingungen: 30% Lokalisierung und Kapazitäten für mindestens 25.000 Fahrzeuge. Dasselbe gilt für Fiat: die Italiener gründen zusammen mit Chrysler und der russischen Sberbank ein Joint Venture zur Produktion von Jeep und verschiedenen Chrysler-Modellen. Die Kapazitäten im geplanten Werk in Sankt Petersburg sollen 120.000 Fahrzeuge erreichen; die Investitionen belaufen sich auf 850 Mio. US$. Die Sberbank wird einen 20%-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen halten. Viereinhalb Jahre nach Start der Vollproduktion muss der lokale Anteil an den Automobilen auf 30% steigen.

Im Gegensatz zu Volkswagen und den anderen Unterzeichnern des Dekretes Nr. 166 "Über die industrielle Montage in Russland" geht das Gemeinschaftsunternehmen PSMA Rus mit den Firmen Peugeot, Citroen und Mitsubishi eigene Wege. Sie produzieren bereits seit 2010 in einem neu gebauten Werk in Kaluga. Dort rollten im Jahr 2011 rund 44.000 Fahrzeuge vom Band. Das Werk läuft auf Hochtouren, die zweite Ausbaustufe steht an. Für 320 Mio. US$ soll die Kapazität von derzeit 40.000 bis 50.000 auf 125.000 Einheiten erhöht werden. Dabei soll es auch bleiben, heißt es bei PSMA.

Auch der Toyota-Konzern hat kein Abkommen zur industriellen Montage abgeschlossen. Dennoch investieren die Japaner einem Bericht der Nachrichtenagentur Prime Tass zufolge 2,7 Mrd. Rubel (knapp 70 Mio. Euro; EZB-Wechselkurs vom 16.4.2012: 1 Euro = 38,67 Rubel) in eine neue Halle zum Stanzen von Metallteilen und in eine Produktionslinie zur Herstellung verschiedener Kunststoffteile. Beide Anlagen sollen im Jahr 2014 fertig werden. Die Kapazitäten im Werk Sankt Petersburg liegen bei 20.000 Toyota Camry pro Jahr.

Das Engagement der internationalen Kfz-Schmieden in Russland zahlt sich aus. Nach einem beispiellosen Einbruch des Automobilmarktes im Krisenjahr 2009 auf unter 2 Mio. Fahrzeuge, sind die Verkäufe wieder rasant gestiegen. Der Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Nfz) legte 2011 um 40% auf über 2,6 Mio. Automobile zu. Im 1. Quartal 2012 stiegen die Verkaufszahlen immerhin um 19% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zu diesem Ergebnis kam das Komitee der Automobilhersteller bei der Association of European Businesses. Laut russischem Industrieministerium lag die Dynamik bei Personenkraftwagen (ohne leichte Nfz) im 1. Quartal 2012 sogar bei 22%.

Der russische Automobilmarkt wird von Jahr zu Jahr attraktiver: Im Jahr 2011 wuchs das Marktvolumen laut PwC um 70% auf 59 Mrd. US$. Der Durchschnittspreis pro Pkw stieg von 591.435 Rubel im Jahr 2010 auf knapp 691.000 Rubel (circa 17.870 Euro) im Jahr 2011. Das Produktionsvolumen ausländischer Marken in Russland legte 2011 um 70% zu. Doch zählen dazu in erster Linie preisgünstigere Modelle. Denn mit den 840.000 Importfahrzeugen erzielten ausländische Kfz-Hersteller einen Umsatz von 28,3 Mrd. US$ - und damit deutlich mehr als mit ihren in Russland gefertigten Fahrzeugen.
Russlands Pkw-Markt in Zahlen
Kategorie Absatz 2010 (1.000 Stück) Absatz 2011 (1.000 Stück) Veränderung 2011/2010 in % Verkäufe 2011 (Mrd. US$)
Gesamt, davon 1.780 2.500 40 58,9
Pkw ausländischer Marken (in Russland produziert) 610 1.040 70 23,7
Pkw-Importe 610 840 38 28,3
Pkw russischer Marken 560 620 11 6,9
Quelle: PwC

Es ist fraglich, was von Russlands Traditionsherstellern in fünf bis sechs Jahren noch übrig ist. Sie entwickeln sich wesentlich träger als die ausländische Konkurrenz und sind daher anfällig für Übernahmen. Klar ist, dass Renault-Nissan seine Anteile bei AwtoWAZ weiter aufstocken will. Gut möglich, dass es 2020 noch Lada-Modelle gibt, aber dann voraussichtlich mit einem französischen Design. (H.B.)

Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland