Falsch oder nicht deklarierte Ware kann künftig nachträglich entzollt werden / Prikas tritt Mitte September in Kraft / Von Bernd Hones Moskau (bfai)
Immer häufiger besuchen unangemeldete Zollfahnder Einzelhändler und Distributeure in Russland. So wird das Postaudit zu einem effektiven Mittel der Zollkontrolle. Knapp 5.500 Fälle von falsch oder gar nicht deklarierten Warenlieferungen sind 2007 auf diese Weise ans Licht gekommen. Tendenz: steigend. Ein neuer Prikas soll helfen, sich von aller Schuld freizukaufen. Seit 2008 dürfen Zollsünder ihre graue Ware nachträglich entzollen - innerhalb von fünf Tagen nach Auffliegen des Schwindels.
Der Prikas Nr. 532 soll Unternehmern helfen, falsch oder gar nicht deklarierte Ware nachträglich zu entzollen und damit zu legalisieren - ohne Strafe. Der russische Gesetzgeber räumt den Zollsündern dazu eine Frist von fünf Tagen ein, nachdem die Zollfahndung den Schwindel bemerkt hat. Allerdings gilt diese Regelung nicht für Waren, die zur Einfuhr ins Zollgebiet verboten sind oder für die mengenmäßige Beschränkungen gelten. Solche Limitierungen sind in der russischen Gesetzgebung über Maßnahmen zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen der Russischen Föderation festgelegt.
Wegen der oftmals sehr bürokratischen Abwicklung des Warentransportes mit Entzollung und Zertifizierung kaufen viele Einzelhändler oder Weiterverarbeiter die Waren gleich bei einem russischen Zwischenhändler ein oder übergeben Warenlieferung und Zollformalitäten einer Spedition. Wenn diese allerdings nicht sauber arbeitet oder gar vorsätzlich falsch deklarierte Ware ins Land einführt, so hat oft der Importeur den Schaden. Zumindest dann, wenn die Zoll-Revision unangemeldet vor der Haustüre steht.
Und das kommt laut Ljubow Moros, der stellvertretenden Geschäftsführerin des internationalen Broker-Büros Meschdunarodnyi tamoschennyi broker, immer häufiger vor. Allein im Jahr 2007 seien knapp 5.500 Fälle zur Anzeige gebracht worden. Darunter befanden sich 340 kardinale Vergehen, sagte die Zollexpertin auf einer Sitzung der Arbeitsgruppen Verkehr und Logistik sowie Zoll der deutsch-russischen Auslandshandelskammer in Moskau. Künftig will der Zoll verstärkt unangemeldete Revisionen vornehmen. Im Gespräch ist außerdem, dass die Zöllner den Zugriff auch auf Waren ausweiten dürfen, die innerhalb von drei Jahren zugestellt wurden. Bisher war ein Zeitraum von einem Jahr für die Überprüfung frei gegeben.
Weil die Revisionen praktisch jeden Tag stattfinden können, unterziehen sich immer mehr Unternehmen freiwilligen so genannten Zoll- oder Post-Audits. Selbst kleine und mittelständische Unternehmen kaufen diese Dienstleistung in letzter Zeit verstärkt ein. Bei einem Post-Audit untersuchen Zoll-Experten Firmenbücher und Warenlager auf vorhandene Zertifizierungs- und Zollformulare hin. Grundsätzlich gilt der Tipp: Käufer sollten sofort auf die richtige Verzollung ihrer Ware achten - ganz gleich, ob sie die Güter selbst importieren, nach Russland einführen lassen oder von einem Distributeur Waren übernehmen.
Kontaktanschrift
Meschdunarodnyi tamoschennyi broker
Grafski per. 14, str. 1, 129626 Moskau
Tel.: 007 495/913 87 04
Ansprechpartner: Ljubow Moros (stellvertretende Geschäftsführerin)
E-Mail: l.moroz@mtbroker.ru, Internet: www.mtbroker.ru
Immer häufiger besuchen unangemeldete Zollfahnder Einzelhändler und Distributeure in Russland. So wird das Postaudit zu einem effektiven Mittel der Zollkontrolle. Knapp 5.500 Fälle von falsch oder gar nicht deklarierten Warenlieferungen sind 2007 auf diese Weise ans Licht gekommen. Tendenz: steigend. Ein neuer Prikas soll helfen, sich von aller Schuld freizukaufen. Seit 2008 dürfen Zollsünder ihre graue Ware nachträglich entzollen - innerhalb von fünf Tagen nach Auffliegen des Schwindels.
Der Prikas Nr. 532 soll Unternehmern helfen, falsch oder gar nicht deklarierte Ware nachträglich zu entzollen und damit zu legalisieren - ohne Strafe. Der russische Gesetzgeber räumt den Zollsündern dazu eine Frist von fünf Tagen ein, nachdem die Zollfahndung den Schwindel bemerkt hat. Allerdings gilt diese Regelung nicht für Waren, die zur Einfuhr ins Zollgebiet verboten sind oder für die mengenmäßige Beschränkungen gelten. Solche Limitierungen sind in der russischen Gesetzgebung über Maßnahmen zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen der Russischen Föderation festgelegt.
Wegen der oftmals sehr bürokratischen Abwicklung des Warentransportes mit Entzollung und Zertifizierung kaufen viele Einzelhändler oder Weiterverarbeiter die Waren gleich bei einem russischen Zwischenhändler ein oder übergeben Warenlieferung und Zollformalitäten einer Spedition. Wenn diese allerdings nicht sauber arbeitet oder gar vorsätzlich falsch deklarierte Ware ins Land einführt, so hat oft der Importeur den Schaden. Zumindest dann, wenn die Zoll-Revision unangemeldet vor der Haustüre steht.
Und das kommt laut Ljubow Moros, der stellvertretenden Geschäftsführerin des internationalen Broker-Büros Meschdunarodnyi tamoschennyi broker, immer häufiger vor. Allein im Jahr 2007 seien knapp 5.500 Fälle zur Anzeige gebracht worden. Darunter befanden sich 340 kardinale Vergehen, sagte die Zollexpertin auf einer Sitzung der Arbeitsgruppen Verkehr und Logistik sowie Zoll der deutsch-russischen Auslandshandelskammer in Moskau. Künftig will der Zoll verstärkt unangemeldete Revisionen vornehmen. Im Gespräch ist außerdem, dass die Zöllner den Zugriff auch auf Waren ausweiten dürfen, die innerhalb von drei Jahren zugestellt wurden. Bisher war ein Zeitraum von einem Jahr für die Überprüfung frei gegeben.
Weil die Revisionen praktisch jeden Tag stattfinden können, unterziehen sich immer mehr Unternehmen freiwilligen so genannten Zoll- oder Post-Audits. Selbst kleine und mittelständische Unternehmen kaufen diese Dienstleistung in letzter Zeit verstärkt ein. Bei einem Post-Audit untersuchen Zoll-Experten Firmenbücher und Warenlager auf vorhandene Zertifizierungs- und Zollformulare hin. Grundsätzlich gilt der Tipp: Käufer sollten sofort auf die richtige Verzollung ihrer Ware achten - ganz gleich, ob sie die Güter selbst importieren, nach Russland einführen lassen oder von einem Distributeur Waren übernehmen.
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