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Dienstag, 24. Januar 2012

GUS-Staaten bieten viel Potenzial für Landtechnik-Hersteller

Deutsche Exporte 2011 stark gestiegen / Wachsende Bedeutung der Region für Ernährung der Weltbevölkerung / Von Fabian Nemitz

Bonn (gtai) - Die Länder der GUS sind wichtige Abnehmer der deutschen Landtechnik-Industrie. Dies gilt insbesondere für Russland, die Ukraine und Kasachstan. Nachdem die Nachfrage vor allem wegen Finanzierungsproblemen im Zuge der Wirtschaftskrise eingebrochen ist, haben die deutschen Exporte 2011 kräftig zugelegt. Der Mechanisierungsbedarf der Landwirtschaft ist immer noch groß. Es gibt viel ungenutztes Potenzial. Die Region wird eine wichtige Rolle für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung spielen.

Nachdem die Nachfrage nach Landtechnik in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) im Krisenjahr 2009 eingebrochen ist, gehört die Region 2011 zu den größten Gewinnern. Auch für 2012 sind die Aussichten positiv. Laut einer Umfrage des VDMA-Fachverbands Landtechnik von September 2011 schätzen die befragten Unternehmer ihre Absatzchancen in Osteuropa in den kommenden zwölf Monaten weltweit mit Abstand am besten ein. Eine positive Entwicklung erwarten sie auch in Ost- und Südostasien, Lateinamerika, Mitteleuropa sowie in Zentral- und Südasien. In Westeuropa rechnen sie mit geringen Einbußen, während die Nachfrage in Nordamerika und Afrika deutlicher zurückgehen dürfte.
Dank der wieder kräftig gestiegenen Nachfrage hat sich Russland im Exportranking der deutschen Landtechnikhersteller 2011 nach Frankreich wieder an die zweite Stelle geschoben, nachdem das Land 2009 auf den sechsten Platz abgerutscht war. Im laufenden Jahr 2011 dürften heimische Hersteller Landtechnik im Wert von rund 600 Mio. Euro nach Russland geliefert haben (2010: 392 Mio. Euro).
Im Krisenjahr 2009 ist der russische Landtechnikmarkt um 40% geschrumpft. Noch heftiger brachen die Importe ein (-70%). Gründe hierfür waren die niedrigen Preise für Agrarprodukte, schlechte Ernten wegen Trockenheit, stark eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten und höhere Importbarrieren.
Seit dem 2. Halbjahr 2010 haben sich die Lage in der Landwirtschaft und das Investitionsklima wieder gebessert. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse zogen an und die üppiger sprudelnden Einnahmen aus dem Rohstoffsektor stehen für Investitionen - unter anderem in die Landwirtschaft - bereit. Gleichzeitig hat sich nach Angaben des VDMA die Kreditklemme gelöst. Eine Rolle spielten hierbei auch nationale und regionale Förderprogramme. Außerdem seien für importierte Landmaschinen wieder Darlehen erhältlich, wenn auch meist keine Förderdarlehen.
Im Jahr 2011 dürfte der Absatz von Landtechnik in Russland nach Einschätzung des VDMA um etwa 50% gestiegen sein. Allerdings verlieren die Importe von kompletten Maschinen immer mehr an Bedeutung. Der Grund hierfür ist, dass die internationalen Hersteller sowie einige Mittelständler inzwischen eigene Produktionsstätten in Russland aufgebaut haben. Entsprechend machten Teile und Komponenten bereits ein Viertel des Exportvolumens nach Russland aus. Bei dieser Entwicklung spielen die Vorgaben der Politik eine Rolle, den Anteil der heimischen Wertschöpfung zu erhöhen (Lokalisierung). Hinzu kommen höhere Zollsätze für komplette Maschinen. Es besteht aber Hoffnung, dass die zuletzt erfolgten Zollanhebungen im Zuge des angestrebten Beitritts zur Welthandelsorganisation (WTO) wieder teilweise rückgängig gemacht werden. So war der Zollsatz auf selbstfahrende Erntemaschinen (Mähdrescher und Feldhäcksler) Anfang 2009 von 5 auf 15% beziehungsweise mindestens 120 Euro je kW Motorleistung heraufgesetzt worden.
Nicht nur vor dem Hintergrund der guten Ernteergebnisse im Jahr 2011 sind die Aussichten für 2012 auf dem russischen Markt positiv. So rechnet der Händlerverband ASCHOD (http://www.acxod.ru) mit weiterem Wachstum, vor allem im Bereich der Erntetechnik (Mähdrescher, Feldhäcksler, Pressen, Mähwerke). Das Potenzial der russischen Landwirtschaft ist gewaltig. Um es besser zu nutzen, besteht weiterhin ein erheblicher Mechanisierungs- und Modernisierungsbedarf, der aufgrund der Investitionszurückhaltung in den letzten zwei Jahren nun umso höher ausfällt. Entsprechend geben in Umfragen des VDMA erst 30% der Landwirte in Russland an, dass ihr Maschinenpark den aktuellen Bedarf abdecke. Hinzu kommt, dass die Maschinen in Russland viel stärker beansprucht werden als in Westeuropa. Folglich benötigen sie eine intensivere Wartung und müssen in der Regel schneller ersetzt werden.
Deutsche Ausfuhr von Landmaschinen und Schleppern nach Russland (in Mio. Euro)
Warenart (HS) 2008 2009 2010 Januar - August 2011 Veränderung *)
8432 Landmaschinen (Bodenbearbeitung, Feldbestellung) 115,2 34,3 58,6 88,8 91,7
8433 Landmaschinen (Mähen, Ernten, Dreschen, Reinigen, Sortieren) 335,8 81,3 111,9 182,9 87,7
8434 Melkmaschinen 21,2 14,8 18,0 10,8 69,2
8435 Pressen 0,5 0,1 0,1 0,3 179,9
8436 Maschinen und Ausrüstungen für die Futterbereitung, Geflügel- und Bienenhaltung 171,7 140,9 189,0 174,7 62,4
8701.90 Radschlepper (Acker- und Forstschlepper), neu und gebraucht 54,5 7,0 9,4 10,5 59,7
Summe 699,0 278,3 387,1 467,9 77,0
*) Veränderung in % gegenüber Januar - August 2010
Quelle: Eurostat
Auch in der Ukraine ist die Nachfrage nach Landtechnik im Krisenjahr 2009 heftig eingebrochen. Nach Angaben des VDMA schrumpfte der Agrartechnikmarkt um zwei Drittel. Hierzu trugen neben der Kreditklemme und fehlenden staatlichen Stützungsprogrammen auch die politischen Unsicherheiten bei. Im Jahr 2010 konnte der Absatz wieder um 40% zulegen, blieb aber immer noch deutlich unter dem Niveau der Boomjahre 2006 bis 2008. Der Aufwärtstrend hat sich 2011 beschleunigt und dabei, laut VDMA, "selbst die optimistischsten Prognosen übertroffen". So haben sich die deutschen Landtechnikexporte im Zeitraum Januar bis August 2011 fast verdoppelt. Nachgefragt wurden insbesondere Mähdrescher, Sä- und Bodenbearbeitungstechnik, Melkanlagen und Ausrüstungen für die Innenwirtschaft.
Als Hauptgründe für diese Entwicklung nennt der VDMA die politische Stabilität und eine verbesserte Finanzkraft der Betriebe. Dies gilt insbesondere für die Großbetriebe und Agroholdings, die sich Mittel über die Emission von Aktien beschafft oder reiche Investoren als Anteilseigner gewinnen konnten. Es sind vor allem diese Betriebe, die wieder kräftig investieren, hauptsächlich in modernste westliche Technik. Insgesamt bewirtschaften die Großbetriebe mittlerweile rund ein Drittel der Ackerflächen des Landes, mit steigender Tendenz. Dagegen leiden die kleinen und mittelgroßen Betriebe weiterhin unter der Kreditklemme. Prekär ist insbesondere die Lage der kleinen Bauernhöfe, die kaum Kredite erhalten, mit einer veralteten Technik wirtschaften und wenig Zukunftsperspektiven haben.
Anders als in Russland sind die deutschen Hersteller in der Ukraine bislang kaum mit eigenen Produktionsstätten vertreten. Der Bedarf des Landes an Landtechnik wird überwigend über Importe gedeckt, wobei westliche Firmen dominieren. Nur wenige lokale Produzenten haben den Transformationsprozess erfolgreich gemeistert.
Für Verunsicherung in der Branche sorgt laut VDMA ein aktueller Vorstoß der ukrainischen Regierung, die ausländischen Hersteller zu einer Produktion oder Montage vor Ort zu bewegen. Der Verband sieht dies skeptisch: So gebe es kaum Zulieferer vor Ort, die den Qualitätsansprüchen genügten. Es fehle an Fachkräften und der Markt sei noch nicht groß genug für eine wirtschaftliche Produktion oder Montage. Die aktuelle Hochkonjunktur sei mehr auf den Nachholbedarf der Großbetriebe zurückzuführen. Für den Bedarf der kleinen und mittelgroßen Betriebe fehle es an Förderprogrammen. Entsprechend sei die Ukraine weit davon entfernt, ihr landwirtschaftliches Potenzial auch nur annäherungsweise zu nutzen.
Deutsche Ausfuhr von Landmaschinen und Schleppern in die Ukraine (in Mio. Euro)
Warenart (HS) 2008 2009 2010 Januar - August 2011 Veränderung *)
8432 Landmaschinen (Bodenbearbeitung, Feldbestellung) 40,5 10,6 16,6 28,6 121,7
8433 Landmaschinen (Mähen, Ernten, Dreschen, Reinigen, Sortieren) 160,7 48,7 70,6 115,1 91,2
8434 Melkmaschinen 2,6 1,7 1,3 4,2 353,1
8435 Pressen 0,2 0,0 0,0 0,0 25,5
8436 Maschinen und Ausrüstungen für die Futterbereitung, Geflügel- und Bienenhaltung 34,7 19,5 10,9 14,2 151,7
8701.90 Radschlepper (Acker- und Forstschlepper), neu und gebraucht 29,6 9,3 10,7 12,7 56,4
Summe 268,3 89,8 110,2 175,0 99,1
*) Veränderung in % gegenüber Januar - August 2010
Quelle: Eurostat
Deutlich unter seinem Potenzial bleibt bislang auch Kasachstan. Zwar zeigt die landwirtschaftliche Produktion in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben. Mit mehr moderner Landtechnik und mehr Know-how ließe sich der Ertrag jedoch noch stark steigern. Laut Galina Musenowa, der Vize-Präsidentin des Kasachischen Instituts für die Entwicklung der Industrie, verfügt Kasachstan nur über vier Mähdrescher je 1.000 ha Ackerfläche. Zum Vergleich: In Deutschland seien es 20.
Zwar haben sich die Landtechnik-Importe 2010 leicht erholt, doch verharren sie noch immer auf einem niedrigem Niveau und weit unter dem möglichen Potenzial. Die Übernahme der höheren russischen Einfuhrzölle auf Landtechnik mit dem Beginn der Zollunion am 1.7.10 und die immer noch erschwerten Finanzierungsbedingungen bremsen die Nachfrage. Hinzu kommt, dass die Förderprogramme der Regierung bislang wenig Wirkung gezeigt hätten, was die Anschaffung moderner Technik angeht. Der VDMA ist jedoch zuversichtlich, dass die Importe bald wieder stärker steigen. Verbesserte die Kreditkonditionen und höhere Einnahmen dank der Rekordernte 2011 dürften dazu beitragen.
Bislang verfügt Kasachstan kaum über eine eigene Produktion von Landtechnik, ist jedoch stark an einem Engagement ausländischer Hersteller vor Ort interessiert. Dafür will das Land bestimmte Förderbedingungen, wie die Bevorzugung von Produkten "made in Kazakhstan" schaffen. Hinzu kommt der gemeinsame Wirtschaftraum in der Zollunion mit Belarus und Russland mit rund 170 Mio. Verbrauchern als Absatzmarkt. Der bislang geforderte Anteil von 50% lokaler Wertschöpfung gilt Fachleuten jedoch als zu hoch. Der VDMA ist im Dialog mit der kasachischen Regierung. Unter anderem hat sich der Verband bereit erklärt, anhand eines Fragenkatalogs zu prüfen, welche Voraussetzungen für ein Engagement deutscher Hersteller gegeben sein müssten.
Deutsche Ausfuhr von Landmaschinen und Schleppern nach Kasachstan (in Mio. Euro)
Warenart (HS) 2008 2009 2010 Januar - August 2011 Veränderung *)
8432 Landmaschinen (Bodenbearbeitung, Feldbestellung) 7,3 4,5 3,3 6,0 97,0
8433 Landmaschinen (Mähen, Ernten, Dreschen, Reinigen, Sortieren) 76,0 22,4 17,2 19,6 41,5
8434 Melkmaschinen 1,3 0,9 3,1 1,4 12,2
8435 Pressen 0,0 0,0 0,1 0,0 -100,0
8436 Maschinen und Ausrüstungen für die Futterbereitung, Geflügel- und Bienenhaltung 8,4 8,8 20,8 7,1 -36,1
8701.90 Radschlepper (Acker- und Forstschlepper), neu und gebraucht 13,3 6,2 1,6 2,0 56,9
Summe 106,3 42,9 45,9 36,1 18,0
*) Veränderung in % gegenüber Januar - August 2010
Quelle: Eurostat
Die drei GUS-Staaten Kasachstan, Russland und Ukraine verfügen über ein riesiges, in großen Teilen noch ungenutztes Potenzial zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. Allein die Ukraine könnte ihre Erzeugung um 50 bis 100% steigern. Viele Flächen liegen in den Ländern brach, der Grad der Mechanisierung ist immer noch niedrig, vielfach fehlt es an Know-how und die Ausbildung verläuft zu wenig praxisnah.
Um das Qualifikationsniveau zu erhöhen, hat eine Initiative aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Praxis im Februar 2009 in der Ukraine ein Deutsches Agrarzentrum gegründet (http://www.daz-ukraine.net). Das Projekt wird finanziell unterstützt im Rahmen des Kooperationsprogramms des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und von einer Trägerorganisation führender Firmen der Agrarindustrie.
Das Zentrum bietet Schulungsmaßnahmen und Kurse für Mitarbeiter landwirtschaftlicher Betriebe an. Feldtage und Maschinenvorführungen bieten die Möglichkeit, Produkte und Produktionsverfahren vorzustellen. Mitte September 2011 wurde in Tschaglinka nahe der Stadt Kökschetau im Norden Kasachstans ein Deutsches Agrarzentrum in Kasachstan gegründet (http://www.daz-kasachstan.net).
Mit dem schnellen Anstieg der Weltbevölkerung wird die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu einer der größten Herausforderungen für die Menschheit. Im Zeitraum von 1999 bis November 2011 ist die Weltbevölkerung um 1 Mrd. auf nun 7 Mrd. gestiegen. Laut einer Prognose der UN werden 2050 bereits 9,3 Mrd. Menschen den Planeten bevölkern. Um diese Herausforderungen zu meistern, sind weitere Fortschritte in der Landtechnik nötig. Gerade die GUS-Staaten können mit ihrem enormen landwirtschaftlichen Potenzial einen großen Beitrag leisten. Die deutschen Landtechnik-Hersteller, die heute Exportweltmeister sind, würden langfristig von dieser Entwicklung profitieren.
Um sich einen Überblick über die Entwicklungen auf dem weltweiten Landtechnikmarkt zu verschaffen, bietet sich ein Besuch der internationalen Branchenleitmesse "Agritechnica" in Hannover an. Von 13. bis 19.11.11 zogen 2.700 Aussteller aus 48 Ländern rund 419.000 Besucher an, davon 100.000 aus dem Ausland. Der Großteil der ausländischen Besucher kommt aus den Nachbarländern Deutschlands. Seit Jahren steigt aber auch die Zahl der Besucher aus Osteuropa (2011: rund 18.000; +25% gegenüber 2009). Zum Messeprogramm gehörte 2011 unter anderem die Konferenz "Durch Modernisierung zum Global Player auf den Weltagrarmärkten - Welchen Beitrag können Russland und die Ukraine zur Sicherung der Welternährung leisten?". Die nächste "Agritechnica" findet von 10. bis 16.11.13 statt (Exklusivtage 10. und 11.11.13). (N.M.)

Zertifizierung, Registrierung. Zulassung und Deklarierung für Russland