Regionalverwaltung vergibt Lizenzen für nördliche Waldflächen / Holzverarbeiter investieren in neue Maschinen / Von Bernd Hones
Moskau
(gtai) - Die Region Perm (Permski krai) im Westen des Ural-Gebirges
will ihre riesigen Holzbestände in Zukunft stärker nutzen. Bis 2014
sollen knapp 500 Mio. US$ in die lokale Holzverarbeitung investiert
werden. Ziel ist es, die Verarbeitungstiefe zu erhöhen. Beispielsweise
wurde ein standardisiertes Holzhaus entwickelt, das russlandweit
vertrieben und sogar exportiert werden soll. Bisher bedient die Region
vor allem Exportmärkte mit Schnittholz aus Nadelbäumen.
Die Region Perm (http://www.permkrai.ru)
ist mit einem Territorium von 160.000 Quadratkilometer fast halb so
groß wie Deutschland. Dort lagern gigantische Rohstoffmengen. Über zwei
Drittel des Gebietes sind mit Wald bedeckt. Im Norden und Osten sind es
sogar 90 bis 95%. Die für die Holzgewinnung nutzbare Fläche (Holzfonds)
wird auf 12 Mio. ha beziffert - das ist mehr als in Deutschland. Davon
sind 61% Nadel- und 39% Laubbäume. Der überwiegende Teil im Norden und
Nordosten besteht aus Fichten- und Tannenwäldern, durchsetzt mit Zedern
und Lärchen. Weiter im Süden wird der Lärchenanteil immer größer. Im
Nordwesten gibt es zudem große Kiefernbestände.
In der Region Perm
sind rund 170 mittlere und große Firmen in der Holzbranche tätig. Davon
erzielen rund 90 Firmen in dieser Branche ihre Haupteinnahmen. Rund 44
Unternehmen sind im Bereich Holzeinschlag und -aufbereitung tätig, 16 in
der Weiterverarbeitung, neun in der Zellulose- und Papierindustrie. Es
gibt fünf Möbelfabriken. Desweiteren sind über 1.500 kleine
Familienbetriebe in der Branche tätig, schreibt das Branchenportal
LesPromInform.
Trotz des Holzreichtums nehmen sich die Umsätze in
der Branche bislang äußerst bescheiden aus. Im Jahr 2010 wurde Holz im
Wert von 7,2 Mrd. Rubel (circa 180 Mio. Euro; Jahreswechselkurs 2009: 1
Euro = 40,26 Rubel) zu Waren verarbeitet (laut regionaler
Statistikbehörde). Das war sogar weniger als in den Vorjahren. Auch die
Beschäftigtenzahlen gingen zuletzt stark zurück: 2009 arbeiteten nur
noch 2.700 Menschen in den mittleren und großen Betrieben, um 13%
weniger als 2008. Insgesamt, also von kleinen Familienbetrieben bis hin
zu großen Säge- und Möbelwerken, sind einem Lesprominform-Bericht
zufolge rund 27.000 Menschen in der Holzindustrie der Region Perm tätig.
Ein Arbeiter verdiente 2009/10 durchschnittlich 8.320 Rubel pro Monat,
Waldarbeiter erhielten sogar nur 5.900 Rubel (rund 130 Euro) pro Monat.
Um
die Produktivität zu steigern, sind bis 2014 massive Investitionen in
Höhe von 20 Mrd. Rubel (478 Mio. Euro; EZB-Wechselkurs vom 7.12.2011: 1
Euro = 41,82 Rubel) geplant, schrieb die Rossiskaja Gaseta Mitte 2011.
Beispielsweise wird das Werk OOO Osenzowski DOK für 15 Mio. US$
modernisiert. Mit dem Geld werden alte Anlagen ausgetauscht und eine
neue Linie zur Produktion von 18 Meter langen, gekrümmten Stützbalken
erworben. Oleg Schatow, Leiter der Investment Assistance Agency der
Region wirbt um deutsche Partner bei der Realisierung weiterer Projekte
in dem holzreichen Gebiet. "Interessenten versorgen wir mit allen
Informationen und stellen Kontakte her zu hiesigen Unternehmen und zur
Administration", sagte Schatow gegenüber Germany Trade and Invest.
Vor
allem für die riesigen Nutzholzbestände im Norden würde die Region Perm
gerne Lizenzen vergeben, sagte Oleg Schatow. Seit über 35 Jahren wurden
dort schon keine Waldflächen mehr gerodet. Das heißt: Das Holz hatte
genug Zeit, um zu wachsen. Allerdings müssten dort entsprechende
Voraussetzungen geschaffen werden, etwa Forststraßen. Jährlich entstehen
in der Region Dutzende Kilometer Waldwege. Auch bei neuen Projekten
könnten Investoren auf die Unterstützung der Kommunen rechnen. Drei
Behörden befassen sich mit dem Zustand und der Nutzung des Holzbestandes
der Region: Das regionale Ministerium für Naturressourcen (http://priroda.permkrai.ru),
die nachgeordnete Agentur zur Nutzung der Naturressourcen und die
staatliche Inspektion für Ökologie und Ressourcennutzung des Permski
krai (http://www.gioos.ru).
Wie
das Nachrichtenportal LesPromInform schreibt, arbeitet die Region
gerade an einem standardisierten Holzhaus, für das gleich mehrere
Holzbetriebe Baugruppen zuliefern sollen. Selbst kleine Familienbetriebe
können sich daran beteiligen. Dieses so genannte Permer Holzhaus soll
rund 15.000 Rubel pro Quadratmeter kosten. Ein 100 Quadratmeter großes
Domizil dürfte also knapp 36.000 Euro kosten.
Das Unternehmen OAO
Permski Domostroitelnyi Kombinat (Wohnungsbaukombinat Perm) ist einer
der größten Holzverarbeiter im Ural. Das Unternehmen verfügt über eigene
Holzressourcen und vertreibt seine Produkte - von Fußbodenleisten über
Fensterrahmen bis hin zu Möbeln - in ganz Russland, Zentralasien und
sogar in Italien und der Türkei. Das Werk arbeitet mit deutschen und
türkischen Holzbearbeitungsmaschinen, die unlängst erworben wurden.
Ein
weiterer führender Holzverarbeiter in der Region Perm ist das
Unternehmen OAO Pilomateriali "Krasnyi Oktjabr" (Schnittholz "Roter
Oktober"). Eigenen Angaben zufolge verarbeitet das Sägewerk 150.000 cbm
Rund- zu Schnittholz. Das Gros der Produkte wird exportiert: in den
Nahen Osten, nach West- und Osteuropa.
Die Firmen Solikamski
zelljulosno-bumaschnyi kombinat (Solikamskbumprom),
Zelljulosno-bumaschnyi kombinat Kama (Kamski ZBK) und die
Unternehmensgruppe Permskaja zelljulosno-bumashnaja kompanija (PZBK)
sind die größten Zellulose- und Papierhersteller in der Region. Erst im
Jahr 2009 hat PZBK eine weitere Modernisierungsetappe abgeschlossen und
die Kapazitäten auf 300 Mio. qm Wellpappe pro Jahr erhöht. Auch das
Kamski ZBK wurde zuletzt stark erneuert und erweitert. Mittlerweile
können dort 85.000 t leicht-beschichtetes Papier pro Jahr hergestellt
werden (laut Informationen des Branchenportals LesPromInform). Das
entspricht einem Viertel der Nachfrage in Russland. Solikamskbumprom
rüstet ebenfalls auf - mit Hilfe von japanischen, österreichischen,
schwedischen und finnischen Unternehmen.
Das Permski fanernyi
kombinat (Furnier-Kombinat Perm) produziert jährlich 190.000 cbm
Furnierholz sowie bis zu 210.000 cbm Holzspanplatten. Zu den Ausrüstern
gehören Firmen wie Siempelkamp, Raute Wood, Rauma Repola, Bison und
andere. Über zwei Drittel der Produktion werden exportiert, überwiegend
in europäische Staaten und nach Nordamerika.
Kontaktanschriften
Investment Assistance Agency Perm Region
ll. Ordshonikidse 12a, office 305, 614000 Perm
Tel.: 007 342/237 57 60, Fax: -235 00 40
Internet: http://www.investperm.ru
Ansprechpartner: Oleg Schatow (Tel.: 007 902/804 13 05, E-Mail: shatov@investperm.ru)
Ministerium für Forstwirtschaft der Region Perm
Ministerstwo lesnogo chosjajstwa Permskogo kraja
juristische Adresse: uliza Lenina 61, 614006 Perm
faktische Adresse: uliza Popova 11, 3. Etage, Perm
Tel.: 007 (342) 233 27 57
E-Mail: krailes@permkrai.ru, Internet: http://les.permkrai.ru
OAO Permski Domostroitelnyi Kombinat
ul. Datschnaja 10, 614058 Perm
Tel.: 007 342/263 54 31, Fax: -263 49 39
E-Mail: permdsk@yandex.ru, Internet: http://www.permdsk.ru
OAO Pilomateriali "Krasnyi Oktjabr"
ul. 9. Janwarja 16, 614058 Perm
Tel.: 007 342/229 33 67, Fax: -238 55 83
E-Mail: redoctoberperm@mail.ru, Internet: http://www.rosawmill.ru
Unternehmensgruppe OAO Permskaja zelljulosno-bumashnaja kompanija
ul. Bumaschnikow 1, 614037 Perm
Tel.: 007 342/263 90 90, Fax: -268 39 14
E-Mail: pcbk@perm.raid.ru, Internet: http://www.pcbk.su
Ansprechpartner: Aleksandr Boitschenko
OAO Zelljulosno-bumaschnyi kombinat Kama
(gehört zur Unternehmensgruppe Investlesprom)
ul. Schosseinaja 11, 617060 Krasnokamsk
Tel.: 007 34273/434 88, Fax: -435 88
Internet: http://www.investlesprom.ru
Ansprechpartner: Grigori Bandowski
OAO Solikamskbumprom
ul. Kommunistitscheskaja 21, 618548 Solikamsk
Tel.: 007 34 253/604 49, Fax: -481 30
E-Mail: solbum@permonline.ru, Internet: http://www.solbum.ru
OOO Permski fanernyi kombinat
ul. Moskowskaja 1a, posjolok Uralski, 617005 Nytwenski rajon
Tel.: 007 34272/954 41, Fax: -533 62
E-Mail: pfk@sveza.com, Internet: http://www.sveza.ru
(H.B.)
Zertifizierung, Registrierung. Zulassung und Deklarierung für Russland