-beschränkungen -verarbeitung -Zubehör (ohne Brennstoffzellen) Abkommen Abwrackgebühr für Fahrzeuge Agrarchemikalien allgemein alternative Energie alternative Energien Ammoniumnitrat Änderungen Anlagenbau Antidumpingmaßnahmen Antidumpingzoll Arbeitsmarkt Architektur Armaturen Arzneimittel ASMAP Ausbildung Ausfuhr in die EU Ausfuhrrecht Ausfuhrzoll Ausländische Fachkräfte ausländische Investitionen Auslandsinvestitionen Ausschreibungsregelungen Ausschreibungswesen Außenhandel Außenhandel / Struktur Außenwirtschaftspolitik Außenwirtschaftsrecht Automatische Datenverarbeitungsmaschinen Automobilindustrie Bahnreform Bau- und Baustoffmaschinen Bau-Consulting Baustoffe Bauüberwachung Bauunternehmen Bauwirtschaft Belarus Bergbaumaschinen Bio- Bio- u. Labortechnik Bioenergie Branchen Brandschutz Brücken- und Tunnelbau Bulgarien Chancen Chemieproduktion chemische Erzeugnisse Chemische Industrie China Computertomographie CT-Geräte Deutschland Diagnostika Edelmetallwaren EDV EDV- EFTA Einfuhrverbote Einfuhrzoll Einzelhandel Eisen- und Stahlerzeugnisse Eisenbahnbau Elektronik- und Autokonzerne elektronische Geräte Elektrotechnik Energie Energieeffizienz Energieeinsparung Energieerzeugung Erdgas erneuerbare Energie Erze EU EU Feinmechanik Europa Export Export-/US-Exportkontrolle Exportmarkt Exportmärkte Fahrzeuge Farben u. Lacke Fertigwaren Filter Finanzierung Finnland Fleischexport Flughafenbau Fossile Energien Freizeitartikel Gas Gas-Tankstellen Gentechnik Geo-Bohrtechnik Geschäftspraxis Geschenke Gesetze in Russland Gesundheit Gesundheitswesen allgemein Getränke Gewerbebau Glas Glaserzeugnisse Goldminen GOST R GOST-R Griechenland Pipelinebau Hafenbau Handelsketten Handelsregisterrecht Heiz Heizkraftwerk Hochbau Holzausfuhr Hotelbau Hygienezertifikat Immobilienmarkt Import Importe Industrie Industrie- und Handelskammer Industriechemikalien Industriepolitik Infothek Internetdienste Internethandel Interview Investition Investitionen Investitionen (Inland) Investitionen aus dem Ausland IT IT-Cloud Kartellrecht Kasachstan Keramik Kernenergie Kernkraft Kfz-Markt Kfz-Teile Kfz-Teile und Zubehör Kfz-Zubehör (ohne Brennstoffzellen) Klima- Kohle Konformitätserklärung Körperpflegemittel und Kosmetika Kraftfahrzeuge Kraftfahrzeugmarkt Kraftwerk Kraftwerksbau Kreditinstitute Kroatien Kühl- u. Kältetechnik Kunststoffe Kunststoffe und Gummi Kurierdienste Labortechnik u. Optik Land- und Forstwirtschaft Landtechnik Landwirtschaft Landwirtschaftsministerium Leasing Lebensmittelketten Lettland Litauen Logistik / Speditionen Logistik/Speditionen Luft- Luftfahrzeuge Märkte Maschinen- und Anlagenbau Maschinenbau Medizin Medizintechnik Metallerzeugung Möbelindustrie Modemarkt Nahrungs- und Genussmittel Nahrungsmittel Neue Regelungen Neuigkeiten Norwegen NTHs Nutzfahrzeuge Nutzfahrzeuge (Nfz) Öl Optik Papier und Pappe Papier- Pappe-Erzeugnisse Personenkraftwagen Personenkraftwagen (Pkw) Petrochemie Pflanzenproduktion Pharmaindustrie Pharmazie Pipelinebau Polycarbonat Presse Produktionsanlagen für Eisen und Stahl Publikationen Recht Recht der öffentlichen Aufträge Recycling Regionalstruktur Regionen Registrierung Rohstoffe RTN Russische Föderation Russland Rußland Russland Architektur Russland Bauwirtschaft Russland Produktionsanlagen für Chemie Schiedsgerichtsbarkeit Schienenfahrzeuge Schienentransport Schienenverkehr Schweden Schweiz Solar Solarenergie Sotschi Spezialthemen Sportbereich Straßen- Straßenbau Straßenfahrzeuge Straßenverkehr Strom- Strom-/ Energieerzeugung Strom-Energieerzeugung Stromerzeugung Stromerzeugungs Technicher Regelwerk Technische Reglement technische Regulierung Telekommunikationsdienste Telekommunikationsdienstleistungen Tierproduktion TIR-Verfahren Tourismus TR TR Registrierung Transport und Verkehr Tschechische Republik Türkei Ukraine UkrSEPRO und Kraftwerksbau Unterhaltungselektronik Ventile Verkehrsinfrastrukturbau Verwaltungsprozessgesetzbuch Wasch- und Reinigungsmittel Wasserkraft Wasserkraftwerk Wasserwirtschaft Weißrussland Werbemarkt Werbung Werkzeugindustrie Werkzeugmaschinen Wind Windkraft Wirtschaft Wirtschaftsbeziehungen Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland Wirtschaftsbeziehungen zur EU Wirtschaftsförderung Wirtschaftslage Wirtschaftsverwaltungsrecht Wohnungsbau Wohnungswirtschaft WTO Zertifizierung Zivilgesetzbuch Zivilrecht Zoll Zollabfertigungsgebühren Zollabkommen Zollfahndung Zollkontingente Zollunion

Aktuelle Beiträge

Montag, 5. März 2012

Russischer Kfz-Markt erreicht 2012 wieder Vorkrisenniveau

Automobilkonzerne investieren in neue Kapazitäten / WTO-Beitritt führt zu Zollsenkungen auf Lkw / Von Bernd Hones

Moskau (gtai) - Der russische Kfz-Markt dürfte 2012 wieder an das Vorkrisenniveau von 2008 anknüpfen. Prognostiziert wird ein Absatz von 2,8 Mio. neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Diese Schätzung gab David Thomas ab, Geschäftsführer von Volvo-Cars und Leiter des Komitees der Automobilhersteller bei der Association of European Businesses (AEB) in Russland. Im Gesamtjahr 2011 wurden 2,65 Mio. Fahrzeuge verkauft, das sind 39% mehr als im Vorjahr.

Die Gründe für diese optimistische Einschätzung: In Russland besitzen prozentual viel weniger Menschen ein Auto als beispielsweise in Westeuropa. Außerdem sind die gemeldeten Autos durchschnittlich wesentlich älter. Seit Jahren zeichnen sich zudem verstärkt Investitionen in den Regionen ab. Andere Experten sind vorsichtiger: Bei der russischen Marktforschungsagentur Awtostat rechnet man 2012 mit einer Stagnation und erst ab 2013 wieder - sofern es 2012 zu keiner globalen Krise kommt - mit einem verhaltenen Wachstum.
Entwicklung des russischen Pkw-Marktes (in 1.000 Stück)

2008 2009 2010 2011 Veränderung 2011/2010 in %
Absatzzahlen 2.771 1.466 1.911 2.650 39
Quelle: Association of European Businesses
Importiert wurden in den ersten elf Monaten 2011 rund 902.000 Autos, 45,6% mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Importwert dieser Automobile bezifferte der russische Zoll mit über 17 Mrd. US$. Während der Gesamtmarkt noch hinter dem besten Jahr für die Automobilindustrie in Russland - dem Jahr 2008 - hinterherhinkt, haben einige Hersteller 2011 ihre Ergebnisse von 2008 klar übertroffen. Dazu zählen alle deutschen Automobilschmieden, aber auch Renault und Kia.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Markt für SUV und Crossover. Jedes vierte in Russland verkaufte Auto gehörte 2011 zur Kategorie der Geländelimousinen. Der Boom dieser Fahrzeuge begann mit der Wirtschaftskrise 2008. Damals gehörten 18% aller in Russland verkaufter Pkw zu dieser Klasse, 2009 waren es bereits 21%.
Russlands meistverkaufte Automarken 2011 (in 1.000 Stück)
Marke 2010 2011 Veränderung 2011/2010 (in %)
Lada 522.924 578.387 11
Chevrolet 116.223 173.484 49
Hyundai 87.081 163.447 88
Renault 96.466 154.734 60
Kia 104.235 152.873 47
Nissan 79.614 138.827 74
Toyota 79.315 119.505 51
Ford 90.166 118.031 31
VW 58.989 118.003 100
Daewoo 74.419 92.778 25
Quelle: Association of European Businesses (AEB)
Im Jahresverlauf 2011 verlangsamte sich die Wachstumsdynamik am Pkw-Markt auf zuletzt 23% im Dezember. Schuld daran war die nachlassende Nachfrage vor allem im Billigsegment. Die Verkäufe des Lada Priora etwa sanken im Dezember um ein Fünftel im Vergleich zum letzten Monat des Jahres 2010, die des Lada Klaina um 3% und von den Klassikern 2104, 2105 und 2107 wurden nicht einmal halb so viele Autos verkauft wie im Dezember des Vorjahres. Ein Grund dafür ist das Auslaufen der Abwrackprämie, die bis vor kurzem noch als Kaufanreiz im Low-Budget-Segment diente. Auch die ausländischen Hersteller von Kleinwagen mussten sich mit negativem oder stark zurückgegangenem Wachstum zufrieden geben.
Russlands Autohändler sprechen mittlerweile von einer Nachfrageverschiebung zugunsten von Pkw und leichten Nfz bis zu 3,5 t ab einem Preis von 600.000 Rubel (circa 15.000 Euro; EZB-Wechselkurs vom 16.1.12: 1 Euro = 40,50 Rubel). Hiervon dürften in erster Linie ausländische Hersteller profitieren. Dagegen dürfte der Rückgang im Billigsegment bis weit hinein ins Jahr 2012 reichen.
Der Absatz des russischen Autoriesen AwtoWAS ist 2011 nur unterdurchschnittlich stark gewachsen. Es wurden 11% mehr Lada´s verkauft als im Vorjahr. Zum Jahr 2015 möchte der Konzern, der eine Allianz mit Renault und Nissan eingegangen ist, wieder 844.000 Pkw absetzen. Dazu investiert AwtoWAS bis 2020 rund 4 Mrd. Euro; davon nimmt der Konzern 1,5 Mrd. Euro Fremdmittel auf. Zum Jahr 2017 sollen bereits 1,5 Mio. Lada, Nissan und Renault in Russland vom Band laufen. Außerdem will AwtoWAS 500.000 moderne Motoren pro Jahr nach Lizenzen von Renault-Nissan produzieren.
Der US-amerikanische Automobilkonzern General Motors (GM) will in den kommenden fünf Jahren rund 1 Mrd. US$ in Russland investieren. Die Produktion soll von 232.000 Kfz im Jahr 2010 auf über 520.000 Pkw im Jahr 2015 ausgebaut werden. Dabei sollen die Kapazitäten in Sankt Petersburg von heute 98.000 auf 230.000 Einheiten und bei GM-AwtoWAS in Togliatti von 98.000 auf 120.000 Einheiten aufgestockt werden.
Ende Dezember 2011 hat der italienische Fiat-Konzern eine Investition in Sankt Petersburg angekündigt. Das Unternehmen will auf einer Fläche von 100 Hektar Kapazitäten für zunächst 100.000 Pkw schaffen, berichtete die Wirtschaftszeitung "Wedomosti". Standort wird wohl das Industriegebiet Juschnyi werden. Das russische Wirtschaftsministerium rechnet mit Investitionen von 1,1 Mrd. US$.
Der deutsche Volkswagen-Konzern will weitere 900 Mio. US$ in Russland investieren, um seine Kapazitäten auf 300.000 bis 310.000 Fahrzeuge zu steigern. Die Joint-Venture-Partner Ford und Sollers wollen für 1,2 Mio. US$ ihre Kapazitäten auf 300.000 Stück anheben.
Der französische Renault-Konzern plant, 100.000 Euro zu investieren und damit die Kapazitäten des Werkes Awtoframos aufzustocken. Künftig sollen jährlich 175.000 Kfz pro Jahr gebaut werden. Das sind 15.000 Pkw mehr als momentan.
Ende November 2011 unterzeichnete der japanische Autobauer Mazda mit Sollers einen Vertrag zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. In Wladiwostok im Fernen Osten Russlands werden danach zukünftig nicht nur Automobile der Marken Toyota und SsangYong montiert, sondern auch Mazda. Die Investitionen belaufen sich nach Informationen der Wirtschaftszeitung "Wedomosti" auf 80 Mio. US$.
Das japanische Unternehmen Fuji Heavy Industries (Marke: Subaru) will in Russland eine eigene Produktion starten. Die Rede ist von mindestens 30.000 Kfz pro Jahr. Eine abschließende Entscheidung wolle die Unternehmensspitze allerdings erst in zwei oder drei Jahren treffen, schreibt das Wirtschaftsblatt Rbk daily.
Ist- und Soll-Kapazitäten in Russland (in 1.000 Stück)
Cluster Unternehmen Ist-Kapazitäten Ende 2011 Soll-Kapazitäten Ende 2015
Insgesamt
2.085 3.130
davon:


Togliatti, Nabereschnye Tschelny, Nischni Nowgorod AwtoWAS, GM-AwtoWAS, Sollers, Ford, GAZ Group, Kia 950 1.300
Sankt Petersburg Hyundai, Nissan, GM, Ford, Toyota, Fiat 410 800
Kaluga Volvo/Renault, Volkswagen, PSA Peugeot-Citroen, Mitsubishi 410 620
Kaliningrad Awtotor: GM, BMW, Kia 170 270
Wladiwostok Sollers: Toyota, SsangYoung, Mazda 25 120
Taganrog TagAS, BYD, Hyundai, Kia 120 120
Quellen: DÜRR, Germany Trade and Invest
Die russische Zulieferindustrie ist nicht in der Lage, den Ansprüchen der ausländischen Automobilbauer zu genügen. Deswegen nimmt es nicht Wunder, dass 2010 Kfz-Teile im Wert von 8,25 Mrd. US$ nach Russland geliefert wurden. Außerdem kamen Motoren für 896,1 Mio. US$ ins Land. Derzeit produzieren nur 50 internationale Teilehersteller auf russischem Boden. Um den Importanteil zu minimieren, will die Russische Föderation 2012 an die 190 Verträge zur industriellen Montage von Autokomponenten unterzeichnen. Dazu stellt die russische Seite bis 2018 Einfuhrvergünstigungen für jene Betriebe in Aussicht, die sich in Russland niederlassen. Danach entfallen wegen des WTO-Beitritts die Lokalisierungsvorschriften und die Importzölle für Komponenten sinken von 12 auf 7%. Ausländische Automobilexperten sind deswegen skeptisch, ob tatsächlich viele Zulieferer eine Produktion in Russland gründen.
Auch wenn der Automobilmarkt zwischen 2015 und 2020 einmal die Marke von 3,5 Mio. verkauften Autos durchbrechen wird, so richtet sich der Fokus der Zulieferer zunächst auf das Produktionsvolumen der beliebtesten Modelle. Und da haben bis dato nur wenige ausländische Hersteller das Potenzial, jährlich mehr als 100.000 Fahrzeuge eines Fahrzeugmodells abzusetzen. Selbst die bestverkauften Modelle - Renault Logan und Ford Focus - sind davon noch entfernt. Die genannte Stückzahl gilt aber als kritische Marke für den Aufbau eines Zulieferbetriebes.
Gleichwohl ist die spanische Firma Zanini auto grup S.A. ein Joint Venture mit der Awtokomponent-Gruppe in Nischni Nowgorod eingegangen. Bei dem Gemeinschaftsprojekt sollen in der ersten Ausbaustufe jährlich 300.000 Nabenkappen produziert werden. Die beiden Firmen wollen in Russland einen Marktanteil von 70% erreichen.
Johnson Controls plant eine Produktion von Autositzen (500 Beschäftigte) im Gebiet Nischni Nowgorod in der Nähe des Stammwerks der GAZ Group einzurichten. Eine Entscheidung über den genauen Standort war aber im Januar 2012 noch nicht gefallen.
Die drei Staatsholdings Rosatom, Rostechnologi und Rosnano bilden eine Gemeinschaftsfirma zur Produktion von Katalysatoren. Diese sollen den Normen Euro 4, 5 und 6 entsprechen. Der Betrieb soll 2013 anlaufen.
Der russische Hersteller Kamaz aus Nabereschnye Tschelny hat die Produktion von Lastkraftwagen (Lkw) im Jahr 2011 um 40% auf knapp 48.000 Stück erhöht. Davon verkaufte Kamaz 45.000 Fahrzeuge, darunter 39.000 im Inland und über 6.000 im Ausland. Damit stieg der Absatz um rund 39%. Für das Jahr 2012 erwartet der russische Marktführer ein deutlich geringeres Wachstum um etwa 9% auf 48.500 Fahrzeuge. Bis 2020 will Kamaz die 60.000 Lkw-Marke erreichen. Für das verhaltene Wachstum des eigenen Geschäfts macht das Kamaz-Management den anstehenden WTO-Beitritt mitverantwortlich.
Mit dem WTO-Beitritt sinken die Zölle auf neue Lkw umgehend von 25 auf 10% und drei Jahre später weiter auf 5%. Noch stärker auf das Geschäft auswirken dürften sich die Zölle auf Gebrauchtfahrzeuge. Mit Beitritt sinken die Zollsätze für drei bis sieben Jahre alte Lkw auf 15% und drei Jahre später sogar auf 10%. Bisher galten für diese Lkw hubraumabhängige Zollsätze (zwischen 30 und 105% des Wertes). Für über sieben Jahre alte Fahrzeuge wird der Zollsatz von 4,40 Euro auf 1 Euro pro Kubikzentimeter Hubraum gesenkt.
Das dürfte den Import von gebrauchten Nutzfahrzeugen massiv befördern. Bei Kamaz erwartet man, dass 2012 bereits 14.000 gebrauchte Fahrzeuge nach Russland verkauft werden; 2011 waren es noch 2.000 Lkw zwischen 14 und 40 Tonnen. Bis 2015 könnte der Anteil von gebrauchten Lkw bereits auf 38.000 Stück steigen. Dies entspräche etwa 26% des gesamten Marktes. Kamaz rechnet mit einem Marktvolumen von knapp 150.000 schweren Lkw zum Jahr 2015. Ausländische Hersteller dürften dagegen in der kommenden Dekade zwischen 38.000 bis 45.000 Neufahrzeuge verkaufen. Kamaz rechnet damit, dass sich ihr Marktanteil von rund einem Drittel nicht wesentlich erhöhen dürfte.
Der Import von Lkw lag in den ersten elf Monaten 2011 bei 89.500 Einheiten. Das waren 89,6% mehr als im Vorjahreszeitraum, heißt es beim Zolldienst der Russischen Föderation. Der Importwert belief sich auf 2,25 Mrd. US$.
Anfang Dezember 2011 haben die Gruppe GAZ und der deutsche Daimler-Konzern einen Vertrag unterzeichnet, wonach ab 2013 auf den Fließbändern des Gorkowski Awtosawod Mercedes-Benz Sprinter hergestellt werden. Im Jahr 2013 werden 9.000 dieser leichten Nutzfahrzeuge produziert, 2020 sollen es 29.000 sein. Die Investitionen von Daimler in das Projekt belaufen sich auf 100 Mio. Euro.
GAZ arbeitet aber nicht nur mit deutschen Partnern zusammen. Für die chinesische Firma First Automobile Works (FAW) wird GAZ auf seinen Plattformen im Werk "Ural" in Miass (Gebiet Tscheljabinsk) bereits ab 2012 etwa 10.000 Lkw montieren. Außerdem ist die Modernisierung der Anlagen, auf denen die schweren Lkw der Marke "Ural" gebaut werden, geplant. Das Investitionsprogramm von GAZ sieht für 2012 Ausgaben in Höhe von 250 Mio. Euro und für 2013 von bis zu 175 Mio. Euro vor.
Die westeuropäische Konkurrenz ist vor allem in Sankt Petersburg aktiv. Scania hat zum Jahresende 2011 die Kapazitäten auf 8.000 Einheiten erhöht. In der Nachbarschaft will auch der bayerische MAN-Konzern ein Werk eröffnen, in dem jährlich bis zu 6.000 Lkw montiert werden können. Der holländische Konkurrent DAF plant ebenfalls ein Werk in Russland für 5.000 bis 6.000 Lkw. Aber eine abschließende Investitionsentscheidung ist noch nicht gefällt.
Der Markt für leichte Nutzfahrzeuge nach Marken (in Stück)
Marke Verkäufe 2009 Verkäufe 2010 Veränderung 2010/2009
GAZ 51.983 71.145 37
UAZ 17.720 24.322 37
Fiat 9.141 13.310 46
Peugeot 3.109 6.743 117
Volkswagen 4.733 5.244 11
Quelle: Awtostat
Im Krisenjahr 2009 waren die Importe leichter Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor (bis 3 Liter) und einem Gewicht zwischen 2,8 und 3,5 Tonnen noch zurückgegangen. Im Jahr 2010 stiegen die Importe bereits wieder um den Faktor 4,2 auf 6.800 Stück. Im 1. Halbjahr 2011 legten sie erneut zu - auf rund 6.000 Fahrzeuge. Nach Angaben der GAZ Group kamen 94% dieser Importautos aus Deutschland, Italien, Polen und der Türkei. Laut Informationen der Marktforschungsagentur Awtostat importierte Russland 2010 über 33.200 leichte Nutzfahrzeuge aus aller Welt. Dazu zählt Awtostat alle Nutzfahrzeuge - von Mikrobussen bis hin zu kleinen Lastkraftwagen.
Zu Beginn des Jahres 2011 waren in Russland rund 3,4 Mio. Lastkraftwagen (inklusive kleine Lkw) registriert. Rund 90% davon entfielen auf russische Marken, der Rest auf ausländische Marken wie Volvo 1,6%, MAN 1,3%, Mercedes 1,2% und Scania 1,1%.
Der Markt für Autobusse ist im 1. Halbjahr 2011 um 23% auf 23.300 Einheiten gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt Sergei Danilow, Geschäftsführer der Firma FG BKS. Die Chancen auf weitere Steigerungsraten sind gut. Daher nimmt es nicht Wunder, dass Russlands Lkw-Riese Kamaz zusammen mit dem brasilianischen Konzern Marcopolo ein Gemeinschaftsunternehmen gründet. Ab 2016 sollen jährlich 3.000 Busse hergestellt werden.
Drei Viertel des russischen Busfuhrparks von 373.800 Fahrzeugen (Stichtag: 1.01.2011) bestehen aus russischen Marken. Am weitesten verbreitet sind Modelle des Pawlowski Awtobusnyi Sawod (PAZ). Auch im 1. Halbjahr 2011 hatte PAZ in Russland die Nase vorne: in den ersten sechs Monaten wurden 3.900 PAZ-Busse angemeldet. Unter den Mini-Bussen ist das Gorkowski Awtomobilnyi Sawod ein wichtiger Marktplayer. GAZ dürfte Firmenangaben zufolge 2011 rund 14.000 Kleinbusse verkauft haben.
Sonderaufträge (neben der gewöhnlichen Modernisierung der Stadtbusflotten in den russischen Groß- und Kleinstädten) versprechen sich die Marktplayer von der Universiade 2013 in Kasan, den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi und der Fußball-WM 2018. Auch die Moskauer Stadtbetriebe, Mosgortrans, stocken ihre Busflotte mächtig auf. Dabei werden erstmals Sonderausrüstungen wie etwa Klimaanlagen in die Busse eingebaut. Hyundai liefert für die Universiade in Kasan 340 Busse für 40 Mio. US$.
Busfuhrpark in Russland (zum 1.01.2011)
Marke Anzahl in 1.000 Stück Marktanteil in %
Fuhrpark insgesamt 373,8 100
davon:

PAZ 157,4 42,1
KAVZ 72,1 19,3
LIAZ 31,4 8,4
LAZ 20,6 5,5
Ikarus 16,4 4,4
Hyundai 9,7 2,6
Mercedes 8,6 2,3
Nefaz 6,7 1,8
Daewoo 4,1 1,1
MAZ 3,7 1,0
Asia 3,4 0,9
SARZ 3,0 0,8
SETRA 3,0 0,8
MAN 2,6 0,7
Andere Marken 31,1 8,3
Quelle: Awtostat
(H.B.)

Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland