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Aktuelle Beiträge

Freitag, 29. Juni 2012

Russlands Baustoffbranche hat die Krise überwunden

Moskau (gtai) - Die Hersteller von Baustoffen und Baumaterialien in Russland freuen sich über die Erholung ihrer Branche. Die Einbrüche von 30%, die 2008 und 2009 hingenommen werden mussten, sind in großen Teilen ausgeglichen worden. Einige Firmen, darunter Knauf mit seinen elf russischen Produktionsniederlassungen, fahren sogar Rekordergebnisse ein. Für das Jahr 2011 und die ersten Monate 2012 meldeten sie erhebliche Umsatzzuwächse. Zementhersteller erhöhen ihre Kapazitäten / Kunststofffenster liegen im Trend / Von Ullrich Umann

Branchenentwicklung

Die russischen Hersteller von Baumaterialien und Baustoffen blicken optimistisch in die Zukunft. Einige Firmen verzeichneten 2011 Umsatzzuwächse von 10 bis 15% sowie 20% in den ersten beiden Monaten 2012 (jeweils auf vergleichbarer Vorjahresbasis).

Der bis Mai 2012 amtierende ehemalige Minister für Regionalentwicklung, Viktor Basargin, teilte der Öffentlichkeit mit, dass 2011 insgesamt 210 neu gebaute Betriebe für Baumaterialien die verbesserte Konjunkturlage genutzt und teilweise mit zwei bis drei Jahren Verzögerung die Produktion aufgenommen haben. Die nunmehr erweiterten Kapazitäten sind ausgelegt auf die Produktion von 230 Mio. Ziegelsteinen, 87.000 cbm Eisenbeton, 556.000 cbm nichtmetallische Baumaterialien sowie 100.000 cbm wärmedämmende Stoffe.

Als Stimulus für den Ausbau des Industriezweiges hat das Ministerium für Regionalentwicklung in Aussicht gestellt, private Investitionen in innovative Produkte fallweise mit den finanziellen Möglichkeiten der staatlichen Beteiligungs- und Fördergesellschaft Rosnano und der Außenwirtschaftsbank WEB zu unterstützen. Zudem kann die öffentliche Hand ihre Beschaffungen von Baumaterialien und -stoffen antizyklisch genau dann platzieren und damit temporär den Markt stabilisieren, wenn private Orders an Umfang abnehmen. Insgesamt sollen bis 2020 Investitionen aus verschiedenen Quellen in Höhe von 1,56 Billionen Rubel (50 Mrd. US$; 1 US$ = 29 Rubel) in die Modernisierung und den Ausbau der Produktion von Baumaterialien und Baustoffen fließen, so das Ministerium.

Fenster/Fensterbänke/Türen

Der Markt für Fensterrahmen und -bänke aus Kunststoff besitzt erstklassige Wachstumsperspektiven. Im Jahr 2010 zog die Produktion um 25% an und 2011 um weitere 12,1% - mit einem Ausstoß von 20,5 Mio. qm. Der Austauschbedarf in Gebäuden bleibt auf Jahre hinaus hoch, vor allem in der Provinz. Vor diesem Hintergrund errechnete die Marktforschungsgruppe O.K.N.A. für 2011 einen Gesamtbedarf von 44 Mio. qm. Bislang muss die Hälfte davon importiert werden.

Mit der Nachfrage steigen die Preise. Im Vergleich zum Juni 2011 verteuerten sich Kunststoff-Fenster im Juli 2011 um 1,8% auf über 4.700 Rubel je qm. Im August gab es einen weiteren Aufschlag von fast 4%. Der Preis inklusive Anlieferung und Montage liegt bei 7.600 Rubel. Im Unterschied zu Kunststoff brach die Herstellung von Fensterrahmen aus Holz im Jahr 2011 um 20,3% auf 0,97 Mio. qm ein.

Eine ähnliche Tendenz zeigte sich bei Türen, wenngleich in anderen Mengenproportionen. Die Herstellung von Türen und Rahmen aus Kunststoff nahm im Jahr 2011 um 25,6% auf 1,14 Mio. qm zu. Die Produktion von Türen aus Holz war im selben Jahr mit 9,1 Mio. qm rein mengenmäßig zwar um ein Vielfaches größer als die von Kunststofftüren, doch fiel der Ausstoß von Holztüren um 6,4% im Vergleich zum Vorjahr.

Grobspanplatten

Der Markt für Grobspanplatten ist in Russland im Unterschied zu den USA oder Deutschland noch sehr jung. Dementsprechend hoch ist das Risiko, das Investoren in diesem Bereich eingehen. Dennoch häufen sich die Meldungen über den Bau von Produktionsniederlassungen. Von der Rohstoffbasis und den potenziellen Anwendungsmöglichkeiten her gesehen ist Russland ein geeigneter Standort. Problematisch ist für derartige Produktionen das dazu notwendige Harz. Im Gegensatz zu den Holzmaterialien muss dieser Rohstoff importiert werden, wie der Zeitschrift "Ekspert" zu entnehmen war.

Die Importe fertiger Grobspanplatten steigen kontinuierlich an. Lagen die Einfuhren im Jahr 2010 bei 297.000 cbm, betrugen sie 2011 nach vorläufiger Schätzung 400.000 cbm. Wegen des hohen Bedarfs, der Transportaufschläge und Einfuhrabgaben liegt der Preis pro Kubikmeter um einiges höher als in Deutschland.

Zu den größten Importeuren gehört Kronospan. Das Unternehmen erweist sich inzwischen auch bei der Herstellung vor Ort als Pionier. Seit 2011 befindet sich in Jegoriewsk im Moskauer Gebiet ein Werk für Grobspanplatten im Bau. Voraussichtlich 2012 wird der Betrieb aufgenommen. Der Ausstoß soll zunächst bei 250.000 cbm pro Jahr liegen. Bislang stellt Kronospan in Russland Flachpressplatten und mitteldichte Holzfaserplatten her.

Ein weiteres Werk für Grobspanplatten mit einer Kapazität von 300.000 cbm entsteht in Petrosawodsk (Karelien). Der Investor und Betreiber ist die OOO DOK Kalewala. Das Ministerium für Industrie und Handel hat das Vorhaben als prioritär eingestuft. Dadurch erhält der Betreiber unter Umgehung von Ausschreibungen Waldgebiete zugeteilt, um das zur Produktion notwendige Holz fällen zu können. Mit der Produktionsaufnahme wird ebenfalls 2012 gerechnet.

Insgesamt werden derzeit Produktionskapazitäten für OSB von 2 Mio. cbm geplant beziehungsweise errichtet, wie die Pöyry Management Consulting errechnet hat. Doch dürfte diese Kapazitätsplanung weit über das eigentliche Ziel hinausreichen. Die Unternehmensberater nehmen daher an, dass längst nicht alle Pläne realisiert werden. Es ist damit zu rechnen, dass mit der Aufnahme der Produktion an wenigen Standorten der Preis für OSB sinken wird. Mit sinkenden Kosten steigt spätestens 2013/14 die Nachfrage und damit auch das Marktvolumen.

Kunststoffrohre

Das Wachstum auf dem Markt für Kunststoffrohre, Schläuche und Fittings setzt sich fort. Angaben des russischen Statistikdienstes zufolge legte die Produktion 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 46% auf 511.000 t zu (2010: 344.000 t).

Plastikrohre werden unter anderem in folgenden Bereichen eingesetzt: Wasser- und Gasversorgung (36% beziehungsweise 32% der Nachfrage), Abwasserwirtschaft (20%) und Verlegung von Stromkabeln (8,5%). Allein die landesweiten Sanierungsprojekte der Wasserwirtschaft beflügeln den Markt. Mehr als 42 Mrd. Rubel (1,45 Mrd. US$) will die Regierung bis 2015 in diesen Bereich investieren. Die alten Eisen- und Asbestzementrohre befinden sich in einem denkbar schlechten Zustand. Zwei Drittel der Wasserrohre sind abgenutzt und müssen dringend erneuert werden.

Ein Vergleich mit Europa zeigt das Wachstumspotenzial des Marktes: Während in Russland auf Rohre aus polymeren Werkstoffen lediglich 10% der Nachfrage entfallen, liegen die entsprechenden Werte in Europa bei 30% (PVC) beziehungsweise 25% (Polyethylen), schreibt die Tageszeitung RBK Daily.

Im zeitlichen Vorfeld zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi ergeben sich temporäre Zusatzgeschäfte im Bereich Wasserwirtschaft. Mitte August 2011 beantragten die lokalen Behörden 22,7 Mrd. Rubel bei der Regierung für den Ausbau und die Modernisierung der Kanalisation in Sotschi und 79 umliegenden Dörfern. Ebenso müssen die neuen Sportstätten an das Abwassernetz angeschlossen werden. Ende August 2011 begann das Unternehmen JugProjektStroiMontasch mit den Arbeiten am dritten Abschnitt einer Abwasserleitung zwischen Kudepst und der Imeretinskaja-Niederung. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 1,6 Mrd. Rubel (0,05 Mrd. US$). Durch die Rohre sollen bis zu 40.000 cbm Abwasser pro Tag fließen.

Kabel

In Russland existieren mehr als 30 Hersteller von Kabelprodukten. Zu den wichtigsten gehören Kamkabel (Perm, Mittelspannungs-Leistungskabel), Unkomtech (Irkutsk, Kirow; Leistungskabel, Kontrollkabel), Moskabelmet (Moskau, kooperiert mit ABB, Leistungskabel), Elektrokabel (Gebiet Wladimir, Niederspannungskabel), Samarakabel (Samara, Fernmeldekabel, Lichtfaser) und Sevkabel (Sankt Petersburg, Niederspannungskabel und Fernmeldekabel).

Nachdem die Kabelproduktion 2010 laut Branchenvereinigung Elektrokabel um 24% gestiegen ist, setzte sich diese Entwicklung im Folgejahr 2011 fort. Insbesondere der Ausbau der Strom-, Mobilfunk- und Drahtnetze lässt darauf schließen. Die Unternehmen sind auch für 2012 zuversichtlich.

Das US-Unternehmen Baker Hughes plant eine Produktion von Ölkabeln für 1,5 Mrd. Rubel (50 Mio. US$) im Gebiet Tjumen. Die Kapazität ist auf 8.000 km Ölkabel pro Jahr ausgelegt. Mit der Betriebsaufnahme wird für 2013 gerechnet.

Rusnano und das Allrussische Wissenschafts- und Forschungsinstitut für Metrologie (VNIIM) haben sich geeinigt, künftig gemeinsam hochleitfähige nanostrukturierte Kabel herzustellen. Rosnano bezifferte das geplante Investitionsvolumen auf über 1 Mrd. Rubel. Davon übernimmt Rusnano 0,45 Mrd. und VNIIM trägt 0,57 Mrd. Rubel. Die Produktion soll jährlich bis zu 50 t betragen.

Siemens hat im Sommer 2011 zusammen mit der Russisch-Deutschen Energieagentur Rudea eine Absichtserklärung mit der Stromnetz-Holding OAO MRSK unterzeichnet. Gemeinsam wollen die Unternehmen Übertragungsleitungen modernisieren, was auch einen zusätzlichen Bedarf an Stromkabeln erwarten lässt. Schwerpunkt sollen die 0,4 kV-Leitungen sein, bei denen die Übertragungsverluste besonders hoch sind.

Glas

Die Herstellung von thermisch poliertem Flachglas und Flachglas mit geschliffener oder polierter Oberfläche ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 4,1% auf 141 Mio. qm eingebrochen. Dies geht aus den Daten des Föderalen Statistikdienstes Rosstat hervor. Nachdem die Produktionszahlen noch 2010 um 13,8% auf insgesamt 189 Mio. qm Flachglas angestiegen waren, bedeutet dies einen herben Rückschlag.

Die führenden Glasproduzenten glauben dennoch an ihre Zukunft und investieren. Das US-Unternehmen Guardian Industries hat im Mai 2011 mit den Bauarbeiten an seinem Floatglas-Werk in Krasny Sulin (Gebiet Rostow am Don) begonnen. Dort sollen energieeffiziente Produkte für den Einsatz in Wohnhäusern, Bürogebäuden und Einkaufszentren produziert werden. Die geplante Kapazität liegt bei 900 t pro Tag. Ende 2012 soll die erste Linie des 260 Mio. US$ teuren Werks in Betrieb gehen. Eine zweite Linie folgt im Frühjahr 2013.

Die japanische Ashai Glass Company (AGC, unter andere Borski Stekolny Sawod) plant einen Kapazitätsausbau im Wert von 250 Mio. US$. Ein geeigneter Standort steht jedoch noch nicht fest, schreibt die Zeitung "Wedomosti". Neben Tomsk sind dafür Omsk und Kasachstan im Gespräch.

In Saratow investiert Saratowstroisteklo 3,5 Mrd. Rubel (120 Mio. US$) in eine Floatglas-Produktion. Der Wettbewerber OAO JugRosProdukt will seine Produktion um das 2,5-fache auf mehr als 1.000 t Flachglas pro Tag erhöhen. Auch kündigte Rosnano 2011 an, in die Produktion von Energiesparglas und Floatglas einsteigen zu wollen.

Dämm- und Isoliermaterialien

Der Markt für Dämmstoffe hat die Wirtschaftskrise hinter sich gelassen. Das Marktvolumen liegt aktuell zwischen 20 Mio. und 25 Mio. cbm, berichtet die Zeitung RBK Daily. Seit die Regierung anordnete, dass Immobilien künftig einen Energiepass besitzen und ihren Energieverbrauch bis 2020 um 40% senken müssen, haben sich die Geschäftsaussichten verbessert. Experten der Discovery Research Group rechnen in den kommenden Jahren mit einem Jahreswachstum von 10%.

Der dänische Hersteller von Mineralwolle, Rockwool, hat im Rahmen der Konjunkturaufhellung das Werk Rockwool-Wolga in der tatarischen Sonderwirtschaftszone Alabuga mit zweijähriger Verzögerung fertiggestellt. Der Betrieb wird die Regionalmärkte in Tatarstan, in der Wolgaregion, im Ural und in Sibirien beliefert. Teile der Produktion gehen nach Kasachstan. Laut Angaben des Herstellers deckt die in Tatarstan hergestellte Mineralwolle 11% des russischen Bedarfes ab. Die Produkte dienen der Wärmeisolierung von Dächern, Fassaden und Fußböden, weiterhin finden sie eine Verwendung als feuerfeste und schallisolierende Abdeckungen.

Ebenfalls in der Sonderwirtschaftszone Alabuga will sich der US-Hersteller von Bodenbelägen, Wand- und Deckenverkleidungen, Armstrong, mit einer Produktion niederlassen. Die Projektkosten werden mit 2,3 Mrd. Rubel (80 Mio. US$) beziffert. Hauptsächliches Produkt sollen Deckplatten aus Mineralfasern sein, die ab 2015 ausgeliefert werden.

Im Süden Russlands, im Industriepark Krasnosulinsk, 130 km entfernt von Rostow am Don, baut die Korporation TechnoNikol ein Werk für wärmeisolierende Materialien aus Steinwolle. Die Projektkosten belaufen sich auf 45 Mio. US$. Die Finanzierung erfolgt aus Eigenmitteln, wie TechnoNikol mitteilte. Die Betriebsaufnahme erfolgt 2014 in der zweiten Jahreshälfte.

Mit einer zweiten Linie für wärmedämmende Stoffe will Uralasbest seine Produktion am Standort Asbest (Region Swerdlowsk) vervollständigen. Gegenwärtig laufen die technischen Planungen. Mit russischen Banken wird zudem über eine Finanzierung verhandelt, wie es aus dem Unternehmen hieß. Der erste Spatenstich soll noch 2012 gesetzt werden.

Zement und Gips

Die Zementproduktion legte 2010 um 15% und im Folgejahr um 11% auf 55,9 Mio. jato zu. Unabhängige Experten rechnen für die kommenden zehn Jahre mit einem anhaltenden Anstieg auf bis zu 90 Mio. jato. Damit liegen sie in etwa auf einer Linie mit den Prognosen des Ministeriums für Regionalentwicklung. Laut Ministerium wird die Zementproduktion bis 2020 um 50,6% zulegen, ausgehend vom Niveau des Jahres 2010.

Im Zuge der Konjunkturbelebung in der Bauwirtschaft haben die Zementpreise im Jahresverlauf 2011 angezogen. An der Moskauer Warenbörse wurde die Tonne Zement zum Teil für 4.300 Rubel (148 US$) gehandelt. In den ersten beiden Wintermonaten des Jahres 2012 beruhigten sich die Preise wieder, vor allem wegen des saisonalen Rückgangs der Bautätigkeit aus klimatischen Gründen.

Einen Grundstein zur Kapazitätserweiterung in der Branche legten Holcim und HeidelbergCement im Juli 2011, als sie Werke mit einem Ausstoß von zusammen 4 Mio. jato im Moskauer Gebiet in Betrieb nahmen. Branchenprimus Ewrozement zieht nach und startete am Standort Spasskoje (Gebiet Stawropol) den Bau eines Zementwerkes für 14,5 Mrd. Rubel (0,5 Mrd. US$). Um darüber hinausgehende Kapazitäten einrichten zu können, muss in dem Gebiet das Angebot an Elektroenergie verbessert werden. Ewrozement will sechs weitere Zementwerke errichten, wofür aber die Standorte noch nicht benannt wurden.

Ein führender Vertreter der in Russland äußerst erfolgreich operierenden Knauf-Gruppe bezeichnete die französische Saint-Gobain als den stärksten Konkurrenten bei Produkten aus Gips: Wie der Gouverneur der Region Nischni Nowgorod, Valeri Schanzew, bekanntgab, richtet Saint-Gobain in Gomzowo eine Produktion von 30 Mio. cbm/Jahr Gipskartonplatten ein. Mit der Geschäftsaufnahme wird für Ende 2012 gerechnet. Die Investitionen dafür belaufen sich auf 4 Mrd. Rubel (14o Mio. US$). Der für die Produktion notwendige Karton wird vorerst aus der Ukraine eingeführt. Doch will die regionale Administration nach eigenen Angaben das französische Unternehmen bei der Einrichtung einer eigenen Kartonherstellung vor Ort unterstützen.

Heizungs- und Klimatechnik

Die russische Regierung hat zum 1.9.11 die Einfuhrzölle für Ölradiatoren auf einheitlich 5 Euro je Einheit festgelegt. Damit soll die Produktion im Inland stimuliert werden. Unter anderem baut der italienische Hersteller DeLonghi eine Fertigung von Ölradiatoren in Elabuga (Republik Tatarstan) auf.

Nach Angaben des Verbands der Händler und Hersteller von Elektronikwaren (RATEK) werden in Russland jährlich 1 Mio. Radiatoren im Wert von 1,7 Mrd. Rubel (60 Mio. US$) verkauft. Etwa 55% des Marktes entfallen auf Geräte zu einem Einzelhandelspreis zwischen 1.600 und 2.700 Rubel. Nur 5% aller verkauften Radiatoren kosten mehr.

Bei Klimaanlagen beobachten russische Marktteilnehmer seit der starken Hitzewelle vom Sommer 2010 eine überdurchschnittlich stark steigende Nachfrage. Bei Anschaffungs- und Installationskosten von umgerechnet rund 1.000 US$ je Zimmer hatten sich in der jüngsten Vergangenheit viele Haushalte für die Anschaffung von Klimaanlagen (statt neuer Thermofenster) entschieden.

Eine positive Entwicklung verzeichnet der Markt für Fußbodenheizungen. Wie das Marktforschungsinstitut NeoAnalytics ermittelte, ist das Verkaufsvolumen 2011 um etwa 20% auf über 130 Mio. US$ gestiegen.

Fußböden

Die Hersteller von Fußböden und Fußbodenbelägen können wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Allein bei keramischen Bodenfliesen wurde 2011 mit einer Produktion von 77,6 Mio. qm ein Zuwachs auf Vorjahresbasis um 18,5% erwirtschaftet. Bei Wandkacheln lag die Steigerung bei 7,3% (59,2 Mio. qm).

Noch höhere Steigerungszahlen erzielten die Hersteller von Parkettfußböden. Hier schnellte der Ausstoß um 39,2% auf 3,06 Mio. qm hoch. Im Vorjahr lag der Zuwachs bei lediglich 2%. Auch beim Laminat ist die Situation erfreulich. Der Markt besitzt nach Einschätzung der europäischen Branchenvereinigung EPLF ein großes Potenzial. Die Mitgliedsunternehmen der Vereinigung konnten bereits 2010 ihre Absätze um 40% auf 24 Mio. qm erhöhen.

Daten zur Bauwirtschaft in Russland
Kennziffer 2010 2011
Reales Wachstum der Bauwirtschaft, in % -0,6 5,1
Wert der erbrachten Bauleistungen, in Mrd. Rubel 4.206,0 5.061,8
Wert der erbrachten Bauleistungen, in Mrd. US$ 138,5 174,6
Zahl der im Bausektor tätigen Unternehmen 197.507 k.A.
Anzahl fertig gestellter Gebäude 216.500 223.800
..darunter Wohngebäude 200.500 210.900
..darunter Gewerbeimmobilien 16.000 12.900
Gesamtes Bauvolumen aller fertig gestellten Gebäude, in Mio. cbm 379,4 407,7
Neubau von Wohnungen, in Mio. qm 58,1 62,3
Produktion von Baumaterialien

..Bodenfliesen aus Keramik, in Mio. qm 70,0 77,6
..Fensterglas, in Mio. qm 147 141
..Ziegelsteine, in Mrd. Stück 5,0 6,1
..Zement, in Mio. t 50,4 56,1
..Stahlbeton-Konstruktionen, in Mio. cbm 20,3 22,9
..Baumörtel, in 1.000 cbm 2.736 2.775
..Kunststoffrohre, -schläuche, -fittings und Teile, in 1.000 t 350 511
..Stahlrohre, in Mio. t 9,1 10,0
..Linoleum, in Mio. qm 59,2 k.A.
Bau von kommunalen Wasserleitungen, in km 1.600 1.800
Kanalisationsbau, in km 353,0 295,7
Straßen mit festem Belag, in km 2.149,0 1674,4

Quelle: Föderaler Statistikdienst

(U.U.)


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