Umgehungsstraße um Saransk und Wohngebiet für 300.000 Menschen geplant / Von Bernd Hones
Moskau
(gtai) - Die russische Republik Mordowien war krasser Außenseiter bei
der Wahl der Austragungsorte für die Fußballweltmeisterschaft 2018 in
Russland und ist dennoch unter den elf Gewinnern. Jetzt will die Region
mit einem 1,5 Mrd. Euro schweren Investitionsprogramm beweisen, dass sie
solche Großereignisse stemmen kann. Vor allem die Verkehrsinfrastruktur
muss verbessert werden. Und zwar nicht nur in der Hauptstadt Saransk,
sondern in der gesamten Republik.
Seit Ende September 2012 steht fest: In Saransk, Hauptstadt der
russischen Republik Mordowien, werden Spiele der
Fußballweltmeisterschaft 2018 ausgetragen. Die Republik hat lediglich
826.000 Einwohner, davon leben gut 300.000 Menschen in Saransk. Dort
soll jetzt mitten im Stadtzentrum und auf einer Fläche von 52 Hektar ein
Fußballpalast für 45.000 Fans entstehen. Die Kosten hierfür werden auf
140 Mio. Euro geschätzt. Das Stadion soll bereits 2015 fertig sein.
Bereits
heute steht fest, dass die Vorbereitungen für die
Fußballweltmeisterschaft die Republik teuer zu stehen kommen wird.
Mindestens 60 Mrd. Rbl (circa 1,5 Mrd. Euro; EZB-Wechselkurs vom
17.10.12: 1 Euro = 40,29 Rbl) sollen dafür ausgegeben werden. Das Geld
kommt aus dem föderalen und dem regionalen Haushalt sowie von privaten
Investoren.
Das Geld aus dem Staatsbudget fließt in erster Linie
in den Ausbau und die Modernisierung des Verkehrsnetzes. Alle föderalen
Trassen werden erneuert, um die Gebietshauptstadt herum soll eine
Umgehungsstraße entstehen. Außerdem werden in der Nähe des neuen
Stadions Autobahnkreuze sowie neue Übergänge und Brücken über den Fluss
Insar errichtet. Und schließlich will die Regierung eine zusätzliche
Eisenbahnlinie bauen.
Durch Mordowien führt auch die geplante
Schnellzugverbindung von Moskau nach Samara. Sobald diese Verbindung
steht, wird die Fahrtzeit von der russischen Hauptstadt zum größten
Verkehrsknotenpunkt Mordowiens, Rusajewka, nur noch vier bis sechs
Stunden betragen. Auch der Flughafen von Saransk soll modernisiert
werden. Im Gespräch ist ein komplett neuer Terminal, an dem bis zu 1.000
Passagiere pro Stunde abgefertigt werden können.
Aber auch auf
regionaler Ebene wird sich einiges tun. Aus dem Budget der Republik
sollen kleinere Landes- und Kreisstraßen ausgebessert, die städtische
Infrastruktur in Schuss gebracht und nicht zuletzt der Stadionbau
mitfinanziert werden. Außerdem versprach Wladimir Wolkow, das Oberhaupt
der Republik Mordowien - der Titel Präsident wurde 1993 abgeschafft -,
dass in Saransk Hotels unter dem Namen Dwe Swesdy gebaut und nach der
Fußballweltmeisterschaft in Studentenwohnheime umfunktioniert werden.
Desweiteren hat Wolkow für die Sportgroßveranstaltung ein olympisches
Dorf sowie ein neues "Mikroviertel" für 300.000 Einwohner versprochen,
berichtet die Nachrichtenagentur Praim. Unklar ist, wer dort wohnen
soll. Denn das würde bedeuten, dass sich die Einwohnerzahl der
Hauptstadt Saransk verdoppeln müsste.
Die wichtigsten
Industriezweige der Republik sind der Maschinenbau, die
Metallverarbeitung sowie die Lebensmittelindustrie. Die
Industrieproduktion Mordowiens legte 2011 gerade einmal um 0,5% zu.
Dafür stieg der Wert der ausgeführten Bauleistungen um 42% auf knapp
25,7 Mrd. Rbl. Deutschland ist für die Republik der wichtigste
Handelspartner. Bei den mordowischen Exporten war die Bundesrepublik der
zweitwichtigste Abnehmer. Waren und Dienstleistungen im Wert von 55
Mio. Euro kamen aus Deutschland. Das entspricht einem Anteil von 35% an
den gesamten Importen. Und das könnte auch so bleiben. Denn beim Bau
größerer Sportstätten hat die Region bisher wenig Erfahrung, von
erstklassigen WM-Stadien ganz zu schweigen. Sie dürfte daher auf
professionelle Hilfe bei der Vorbereitung auf die
Fußballweltmeisterschaft angewiesen sein.
Kontaktanschriften:
Regierung der Republik Mordowien
ul. Sowjetskaja 35, 430002 Saransk, Republik Mordowien
Tel./Fax: 007 834/232 77 11
E-Mail: ratikov_a@e-mordovia.ru, Internet: http://www.e-mordovia.ru
Ansprechpartner für Fußball-WM: Aleksandr Rjatnikow (Leiter des Regierungsapparates)
Ministerium für Sport, Kultur und Tourismus der Republik Mordowien
ul. Kommunistitscheskaja 33, 430000 Saransk, Republik Mordowien
Tel.: 007 834/232 72 25
E-Mail: komsport@e-mordovia.ru; Internet: http://www.mordovia-sport.ru
Ansprechpartner für Fußball-WM: Wladimir Kirejew (Sportminister)
(H.B.)
Zertifizierung
GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,
Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland