Moskau (gtai) - Die Ausschreibung zur Projektierung des
Fußballstadions in Samara ist hart umkämpft. Ausschreibende Stelle ist
das regionale Sportministerium. Den Zuschlag hatte im Januar 2013 das
ortsansässige staatliche Unitarunternehmen GUP TerrNIIgraschdanprojekt
erhalten. Gegen diese Entscheidung reichte der Wettbewerber
Rosinschiniring (Rosengineering) aus Sankt Petersburg beim Kartellamt
UFAS offiziell Beschwerde ein. Nun droht eine Verzögerung des
Baubeginns.
Vier der eingereichten sechs Angebote liegen preislich unter dem
von TerrNIIgraschdanprojekt. Ein weiteres Angebot des Moskauer
Unternehmens Renaissance über 583,7 Mio. Rubel wurde nicht zur
Ausschreibung zugelassen.
Ausschreibung zum Stadionbau in Samara
| Bieter | gebotene Summe |
| Sport Inschiniring (Moskau) | 850,0 Mio. Rubel |
| TerrNIIgraschdanprojekt (Samara) | 835,544 Mio. Rubel |
| Inteks (Moskau) | 775,247 Mio. Rubel |
| Morton-RSO (Moskau) | 745,0 Mio. Rubel |
| Wolgatransstroi-Projekt (Samara) | 732,17 Mio. Rubel |
| Rosinschiniring (Sankt Petersburg) | 689,0 Mio. Rubel |
Quelle: "Komsomolskaja Prawda", Moskau, 2013
Im
Bauministerium des Verwaltungsbezirks Samara wurde das Ergebnis der
Ausschreibung damit begründet, dass nicht allein der Preis, sondern auch
die Zusagen zur Dauer und zur Qualität der Projektierung berücksichtigt
wurden. Die unabhängige Informationsagentur NiaSam aus Samara
unterstrich auf ihrer Internetseite aber, dass die zugesagte
Projektierungszeit bei allen Anbietern identisch gewesen sei.
Neben den Kosten bemängelt Rosinschiniring (http://www.roing.ru), dass TerrNIIgraschdanprojekt (http://www.stri.ru)
als letzter Bieter sein Angebot eingereicht hat, nämlich erst am
11.1.2013, wohingegen alle anderen Angebote am 27.12.2012 vorlagen. Zu
den weiteren Ungereimtheiten zählt, dass der Sieger der Ausschreibung 15
Tage vor dem in den Unterlagen festgelegten Termin gekürt wurde. Ob im
verkürzten Prüfzeitraum aller Angebote sorgfältig gegeneinander
abgewogen wurden, zweifelt Rosinschiniring an.
Nachdem der
ursprüngliche Standort des zu bauenden Stadions von der Gabelung
zwischen den Flüssen Wolga und Samara aus Kostengründen in die Nähe des
Radiozentrums verlegt wurde, stand die Größe und Beschaffenheit des
Projekts fest. Als höchstzulässige Baukosten wurde 861,4 Mio. Rubel
(circa 22 Mio. Euro) festgelegt.
Das Stadion soll eine Fläche von
27 Hektar einnehmen und Platz für 45.000 Zuschauer bieten. Bei der Zahl
der Sitzplätze handelt es sich um eine von der FIFA vorgegebene
Untergrenze. Für die Pressetribüne sind 2.280 Sitzplätze und für die
VIP-Loge 700 weitere Sitzplätze vorgesehen. Neben dem Stadion werden ein
Parkplatz für 10.000 Fahrzeuge sowie ein Start- und Landeplatz für zwei
Hubschrauber eingerichtet.
Durch die anhängige Beschwerde vor dem
Kartellamt UFAS dürfte sich der Baustart nunmehr verzögern. Dennoch
äußerte sich FIFA-Generalsektretär Jerome Valcke zuversichtlich, dass
alle Stadien pünktlich zur WM im Jahr 2018 fertig gestellt sein werden.
(U.U.)
Zertifizierung
GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,
Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland