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Dienstag, 10. März 2015

Die Ukraine braucht frisches Geld

Einigung mit dem IWF über neues Hilfsprogramm / Sparmaßnahmen könnten Rezession verstärken
Von Verena Saurenbach

Bonn (gtai) - Die Ukraine ist wirtschaftlich am Boden. Die Devisenreserven haben ein historisches Tief erreicht, die Griwna hat stark an Wert verloren, der Leitzins und die Inflation sind in Rekordhöhen geschnellt. Die Wirtschaftsleistung wird 2015 weiter schrumpfen. Neue Finanzhilfen sind bitter nötig. Die ukrainische Führung hat sich mit dem Internationalen Währungsfonds auf ein neues Hilfsprogramm verständigt. Zudem soll eine Gläubigerkonferenz einberufen werden. Die Rede ist von Umschuldung.

Seit Anfang 2015 verhandelte die ukrainische Führung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über ein neues Hilfsprogramm. Beide Seiten einigten sich am 12. Februar 2015 auf einen Hilfskredit von 17,5 Mrd. $ mit einer Laufzeit von vier Jahren. Der Verwaltungsrat des IWF muss allerdings noch zustimmen. Unterm Strich - bei Einberechnung der nicht ausgezahlten Tranchen aus einer früheren Vereinbarung vom April 2014 - bedeutet das frische Gelder von etwas über 5,0 Mrd. $.

Ebenfalls am 12. Februar 2015 beendete der IWF seine einmonatige Mission in der Ukraine. Dabei prüfte der IWF die Reformfortschritte der ukrainischen Regierung im Rahmen des bestehenden, im April 2014 beschlossenen Hilfsprogrammes. Es sieht Finanzmittel von 17,0 Mrd. US$ vor. Bislang sind davon 4,6 Mrd. $ ausgezahlt worden. Nach dem IWF-Besuch können nun endlich neue Gelder fließen.

Ein neues Programm würde unter dem Finanzierungsinstrument der Extended Fund Facility (EFF) des IWF laufen. Das EFF ist vor allem für Länder mit längerfristigen Strukturschwächen gedacht. Die Programme haben eine Laufzeit von maximal vier Jahren. Zum Vergleich: Das bestehende Stand-By Arrangement war auf zwei Jahre angesetzt. Die Rückzahlung bei einer finanziellen Unterstützung im Rahmen von EFF-Programmen lässt sich auf maximal zehn Jahre strecken.

Genau das braucht die Ukraine jetzt: mehr Zeit zur Umsetzung von Reformen, mehr Luft fürs Zurückzahlen der Kredite. Denn der fortdauernde Krieg im Osten torpediert die Planung der ursprünglichen Kreditvereinbarung. Umso gelegener kommt die neue Finanzspritze.

Der IWF ist nicht der einzige Gläubiger. "Die Weltbank ist bereit, das ukrainische Volk 2015 mit 2,0 Mrd. $ zu unterstützen", erklärte Weltbankpräsident Jim Yong Kim. Die EU und die USA haben Anfang 2015 jeweils 2,0 Mrd. $ in Aussicht gestellt. Deutschland stellt eine Kreditbürgschaft in Höhe von 500 Mio. Euro (UFK-Fonds) für den Wiederaufbau im Osten des Landes zur Verfügung. Japan will 300 Mio. $ beisteuern. Polen bewilligt 100 Mio. Euro. Nach den Worten von IWF-Chefin Christine Lagarde soll das neue Gesamtpaket der Finanzhilfen 40,0 Mrd. $ für die kommenden vier Jahre betragen.

Gläubigerkonferenz im Frühjahr 2015 wahrscheinlich

Die Ukraine benötigt diese internationalen Hilfskredite dringend. Ohne frisches Geld können keine neuen Devisenreserven aufgebaut werden und das Vertrauen in die Staatsfinanzen, die Währung und das Bankensystem würde weiter schwinden. Zudem braucht die Ukraine finanzielle Unterstützung, um ihre Schulden zu begleichen. Im Jahr 2015 müssen circa 10 Mrd. $ an Verbindlichkeiten in Fremdwährung beglichen werden. Pressemeldungen zufolge stehen in den zwei folgenden Jahren Schuldenrückzahlungen in Höhe von über 10 Mrd. $ an. Und Russland drohte damit, 3 Mrd. $ aus einem Ende 2013 gewährten Kredit vorzeitig zurückzufordern, da die Ukraine die vertraglichen Voraussetzungen (Staatsverschuldung nicht über 60% des Bruttoinlandsprodukts) nicht einhalte. Dann wäre ein Staatsbankrott beziehungsweise ein Schuldenschnitt nicht zu vermeiden.

Die Ukraine möchte mit ihren Gläubigern bald das Gespräch suchen. Auf Wunsch der EU könnte im April 2015 eine internationale Geberkonferenz einberufen werden. Nach Informationen von Interfax hofft das ukrainische Finanzministerium bereits Anfang März mit Gesprächen zu beginnen. Neben der Gewährung neuer Finanzhilfen könnte eine Umschuldung des Landes im Fokus stehen. Denn die Ukraine stehe in Bezug auf maßgebliche Indikatoren der Schuldentragfähigkeit zurzeit mindestens so schlecht da wie vor der letzten Umschuldung in den 1990er Jahren. Das meint Gunter Deuber, Leiter der volkswirtschaftlichen Osteuropaanalyse der Raiffeisen Bank International.

All diese Gedankenspiele über neue Finanzierungen hängen allerdings unmittelbar mit einem Fortschritt bei der Umsetzung der Minsker Gipfelerklärung vom 12. Februar 2015 zusammen. Sollte es zu keiner Deeskalation im Osten der Ukraine kommen, werden sich auch Geber mit Zahlungen an das Land zurückhalten.

Krieg im Osten trübt die wirtschaftlichen Aussichten der Ukraine

Der Krieg im Osten der Ukraine bedroht die wirtschaftliche Zukunft des Landes. In seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 7. Februar 2015 sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, dass bereits 10% der industriellen Infrastruktur der Ukraine zerstört sei. Industriebetriebe geraten immer wieder ins Zentrum der kriegerischen Auseinandersetzung. Anfang Februar wurden in Donezk ein Chemie- und ein Maschinenbaubetrieb zerstört.

Durch den Krieg im Osten brach die Industrieproduktion bereits 2014 stark ein. Der industrielle Ausstoß verringerte sich um 10% gegenüber dem Vorjahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2014 gegenüber dem analogen Vorjahresquartal um 5,3% gesunken. Für das Gesamtjahr 2014 geht die ukrainische Nationalbank (NBU) von einem Rückgang des BIP um 6,7% aus. Fast alle Indikatoren zeigen ins Negative. Allein die Agrarproduktion ist 2014 um 2,8% gestiegen, berichtet das ukrainische Statistikamt. Die Economist Intelligence Unit geht erst wieder ab 2016 von einem Wirtschaftswachstum aus - vorausgesetzt, die ukrainische Regierung erzielt Erfolge mit ihrem Reformpaket.
Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung der Ukraine (reale Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %) 1)
Indikator 2013 2014 2015 2016
Bruttoinlandsprodukt 0,2 -7,8 -3,0 2,8
Privater Verbrauch 7,8 -5,5 -5,5 2,4
Bruttoanlageinvestitionen -6,7 -18,0 -6,0 4,0
Importe (Waren und Dienstleistungen) -6,4 -16,4 -8,5 3,4
1) 2013 - Ist, 2014 - Schätzung, 2015 und 2016 - Prognose
Quelle: Economist Intelligence Unit (EIU), Prognosen vom 5.1.2015

Investitionen in der Ukraine finden kaum noch statt. In- und ausländische Investoren werden durch hohe Zinsen und die politische Instabilität abgeschreckt. Infolge der Leitzinserhöhung der Nationalbank im November 2014 hatten sich Unternehmen 10% weniger Geld bei den Banken geliehen. Für 2015 zeichnet sich ein noch dramatischeres Bild ab. Denn Anfang Februar hat die Nationalbank den Leitzins erneut erhöht - auf ein Rekordniveau von 19,5%. Dadurch werden Investitionen und der kreditfinanzierte Konsum abgewürgt.

Grund für die Erhöhung des Leitzinses war der drastische Wertverlust der Landeswährung. Im Gesamtjahr 2014 wertete die Griwna um 50% gegenüber dem US-Dollar ab. Und die Abwärtsspirale nimmt kein Ende: Am 12.2.2015 stand der Wechselkurs bei 25,09 Griwna für einen US-Dollar. Zum Vergleich: Am 12.2.2014 lag der Kurs bei 8,55 Griwna je US-Dollar.

Der Dollar-Nachfrage auf dem Markt kann die Nationalbank nicht mehr nachkommen: Die Währungsreserven erreichten Ende Januar 2015 ein bedrohliches Tief von etwa 5,4 Mrd. $. Einen vergleichbaren Wert gab es das letzte Mal 2003. Die Chefin der NBU, Valerija Gontarewa, sagte auf einer Pressekonferenz Anfang Februar, dass der Markt alleine entscheiden solle, wieviel die Griwna wert ist. Während die Nationalbank ihren Einfluss auf den Wechselkurs zurückfährt, hält sie allerdings Kapitalkontrollen aufrecht.

Vom staatlichen Sektor sind 2015 keine positiven Impulse für die ukrainische Wirtschaft zu erwarten. Um sich für die Hilfsgelder vom IWF zu qualifizieren, wurde der Haushalt für das Jahr 2015 Ende Dezember 2014 zügig verabschiedet. Der Etat sieht eine Verringerung der Energiesubventionen, einiger Sozialausgaben und der Beamtengehälter vor. Das Verteidigungsbudget soll hingegen angehoben werden auf 5,2% des BIP.

Sparmaßnahmen werden unausweichlich sein, um das Vertrauen der internationalen Geber aufrecht zu erhalten. Darunter wird aber die Wirtschaft leiden. Denn auf positive Konjunkturimpulse von außen wird das Land vergeblich warten. Die Hauptabnehmer ukrainischer Waren sehen auch keinen rosigen Zeiten entgegen. Die Wachstumsaussichten in der EU sind getrübt und Russland steckt selbst in einer Wirtschaftskrise.
(VESA)


Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), UkrSEPRO, Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland