Projekte in den Regionen Jakutien und Kemerowo / Aluminiumkonzern Rusal modernisiert Siliziumanlagen
Von Ullrich Umann
Moskau
(gtai) - Deutsche Hersteller von Bergbautechnik können auf einen Ausbau
der Eisenerzförderung in Russland setzen. Neue Projekte werden
vorrangig für Jakutien und Westsibirien angekündigt. Beim Bauxitabbau
geht es dem Aluminiumkonzern Rusal zwar inzwischen finanziell besser.
Doch sind die Vorkommen in Russland begrenzt. Dagegen verfügt der
Konzern über fünf Minen in Übersee. Daher wären Drittlandgeschäfte
möglich. Die Fachmesse "Mining World" findet im April 2015 in Moskau
statt.
Aktuell sind gleich mehrere Projekte zur Erschließung von
Eisenerzlagerstätten und zum Bau von Aufbereitungsfabriken in Planung.
Das ZAO Gorno-Metallurgitscheski Kombinat (GMK) Timir hat vor, in der
Republik Sacha (Jakutien) bis 2017 zwei Kombinate zur
Eisenerzaufbereitung zu errichten. Diese werden benötigt, damit die
ebenfalls geplante Erschließung der Eisenerzlagerstätten Gorkitskoje,
Tarynnachskoje, Desowskoje und Tajeschnoje wirtschaftlich Sinn macht.
Für
alle Projekte in Jakutien wird GMK Timir zusammen 60 Mrd. Rubel (864
Mio. Euro; 1 Euro = 69,4644 Rubel, Stand: 4.3.2015) aufbringen. Die
autonome Republik Jakutien verzichtet im Gegenzug für die gesamte
Bauzeit auf ihren regionalen Anteil an den Steuern. Bei ZAO GMK Timir
handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen des Diamantenkonzerns
Alrosa und des Mischkonzerns Evraz (Eisen, Stahl und Eisenerz).
Generell
scheint der Bergbau in Jakutien und in nördlich angrenzenden Arktis
eine gesicherte Zukunft zu haben und mit ihm die Hersteller von
Bergbautechnik. Die Regionalbehörde für Geologie, Goskomgeologika,
beziffert die Aufwendungen für Erkundungsarbeiten allein in der Republik
Sacha (Jakutien) für 2015 mit 25 Mrd. Rubel (360 Mio. Euro). Neben
Eisenerz, Erdöl und Gas werden neue Lagerstätten für Diamanten (Konzern
Alrosa), Gold (Konzerne Polyus Gold und Seligdar), Kohle, Wolfram, Blei,
seltene Erden und Uran erforscht.
Evrazruda investiert in Eisenerzförderung im Gebiet Kemerowo (Westsibirien)
Auch
im Gebiet Kemerowo in Westsibirien wird die Eisenerzförderung
ausgebaut. Die OAO Evrazruda, eine Tochterfirma der Evraz Plc, kündigte
Investitionen in die Ausweitung des Eisenerzabbaus in der Mine
Gorno-Schorski an. Dort soll der Ausstoß bis 2018 auf 4,8 Mio. jato
Eisenerz verdoppelt werden. Die Reserven werden an diesem Standort auf
37 Mio. t geschätzt. Die Eisenkonzentration im Gestein beträgt 30%.
Im
Geschäftsjahr 2014 förderte die OAO Evrazruda russlandweit 5,72 Mio. t
Eisenerz. Dies stellte allerdings einen Rückgang von knapp 50% im
Vergleich zum Vorjahr dar. Den Einbruch erklärte ein
Unternehmenssprecher mit Verkäufen gleich mehrerer Unternehmensteile,
darunter der Minen Abakanski und Tejski an den Wettbewerber Ruda
Chakasii (deutsch: Erze Chakassiens).
Am Standort Tejski sind nun
Investitionen von Ruda Chakasii in Höhe von bis zu 5 Mrd. Rubel
erforderlich, um dort die Ausbeute an Eisenerz über das Jahr 2017 hinaus
rentabel zu halten. Dies hängt damit zusammen, dass das Bergwerk 1960
in Betrieb genommen wurde und einer grundsätzlichen Modernisierung
bedarf.
Die Investitionsankündigungen kommen etwas überraschend,
denn bei Eisenerz sind die Aussichten auf einen Anstieg der
Weltmarktpreise wenig rosig, prognostiziert die Weltbank für 2015.
Russland: Förderung und Export von Eisenerz (in Mio. t)
| Jahr | Fördermenge | Exportmenge |
| 2011 | 104 | 27,5 |
| 2012 | 104 | 25,5 |
| 2013 | 102 | 25,7 |
| 2014 | 102 | 22,9 |
Quelle: Föderaler Statistikdienst Rosstat, Moskau, 2015
Zukunft des Bauxitabbaus in Russland gesichert
Im
Bauxitabbau Russlands dominiert eindeutig der weltgrößte Hersteller von
Aluminium: UC Rusal. Der Konzern förderte 2014 laut Geschäftsbericht
insgesamt 12,108 Mio. t Bauxit. Das entsprach einer Zunahme gegenüber
dem Vorjahr von 2,9%.
Inzwischen hat Rusal die Übernahme der Mine
Boksit Timana in der Republik Komi, in der 30% der gesamten russischen
Vorkommen vermutet werden, vollständig abgeschlossen. Von dort können
nun 3 Mio. jato Bauxit in die Aluminiumhütten des Konzerns im Ural und
in Bogoslowsk verbracht werden. Eine zweite Bauxitmine betreibt Rusal im
Nord-Ural.
Die anderen fünf Minen des Konzerns befinden sich
allesamt im Ausland - in der Karibik (Jamaika), Südamerika (Guyana) und
Afrika (Nigeria, Guinea). Daher wären Drittlandgeschäfte für deutsche
Hersteller von Bergbautechnik möglich.
Aluminiumkonzern Rusal modernisiert Siliziumanlagen für 10 Mio. US$
Rusal
kündigt für 2015 Investitionen in Höhe von 10 Mio. US$ in die
Modernisierung von Siliziumanlagen an. Völlig überraschend erklärte ein
Unternehmenssprecher im Sommer 2014, als sich die Wirtschaftslage in
Russland deutlich eintrübte, die jahrelange Talfahrt des
Aluminiumkonzerns für beendet. Demnach fahren alle aktiven Aluhütten im
Bestand der UC Rusal wieder Gewinne ein. Diese Ankündigung erstaunte
umso mehr, als Rusal erst 2013 fünf Aluminiumhütten wegen zu hoher
Verluste geschlossen und 4.500 Mitarbeiter entlassen hatte.
In der
Zwischenzeit erholte sich aber die Nachfrage nach Aluminium auf den
Weltmärkten (außerhalb der VR China) spürbar, was zu einem Preisanstieg
führte. Dadurch verbesserten sich die Einnahmen von Rusal, zumal der
Konzern zu 90% vom Aluminiumexport abhängt. Hinzu gesellte sich die
starke Abwertung des Rubels im 2. Halbjahr 2014, wodurch sich die
Exporteinnahmen auf Rubel-Basis noch einmal deutlich erhöhten.
Im
Ergebnis konnte Rusal das Geschäftsjahr 2014 mit einem Nettogewinn von
293 Mio. $ abschließen. Im Jahr zuvor waren noch Verluste von 3,344 Mrd.
$ angefallen. Ausgehend von der aktuellen Dynamik bleibt der Konzern
für das Geschäftsjahr 2015 optimistisch. So prognostiziert Rusal einen
Anstieg der globalen Nachfrage nach Aluminium um 6,5%, auf insgesamt 59
Mio. Tonnen.
Russland: aktuelle Entwicklung in ausgewählten Zweigen des Bergbaus
| Rohstoff | Geförderte Menge im Jahr 2014 | Veränderung 2014 ggü. 2013 (in %) | Geförderte Menge im Dez. 2014 | Veränderung Dez. 2014 ggü. Dez. 2013 (in %) | Veränderung Dez. 2014 ggü. Nov. 2014 (in %) |
| Eisenerzkonzentrat (Mio. t) | 102,0 | 0,1 | 8,8 | 2,8 | 4,4 |
| Eisenerzpellets (oxydiert) (Mio. t) | 39,7 | 0,7 | 3,5 | 0,5 | 4,4 |
| Goldhaltige Erze und Konzentrate | k.A. | 7,9 | k.A. | -11,5 | 0,0 |
| Zinkhaltige Konzentrate | k.A. | 1,0 | k.A. | -0,7 | 21,6 |
| Loparithaltige Konzentrate | k.A. | 3,9 | k.A. | 14,4 | 11,4 |
| Marmor und ähnliche Gesteine (1.000 t) | 1.614 | 19,3 | 110 | 46,5 | 18,2 |
| Andere nicht-erzhaltige Baustoffe (Mio. cbm) | 411 | -0,8 | 27,1 | -11,0 | -24,3 |
| Lehm, Ton (1.000 t) | 9.575 | -9,5 | 721 | -19,7 | 1,6 |
| Asbest (1.000 t) | 732 | -9,7 | 48,8 | -3,0 | -2,7 |
| Naturdiamanten, unsortiert | k.A. | -4,7 | k.A. | -1,1 | -4,3 |
Quelle: Föderaler Statistikdienst Rosstat, Moskau, 2015
Fachmesse:
MiningWorld Russia (21.-23.4.2015)
Ort: Crocus Expo International Exhibition Center, Moskau
Veranstalter: PRIMEXPO, ul. Jakubowitscha 24, 190 000 Sankt-Petersburg
Tel.: 007/812/380 60 00, E-Mail: mining@primexpo.ru, Internet: http://miningworld-russia.primexpo.ru/ru/,http://www.primexpo.ru
Deutscher Pavilion aus dem Jahr 2014: http://www.miningworld.german-pavilion.com
Kontaktanschriften:
Goskomgeologika der Republik Sacha
ul. Kirowa 11, 677022 Jakutsk, Republik Sacha (Jakutien), Russland
Tel.: 007/4112/423 503
E-Mail: goscomgeo@sakha.gov.ru, geo2@sakha.ru
Internet: ww.sakha.gov.ru/goscomgeo
Vorsitzender: Leonid Nikolajewitsch Kowalew
ZAO Gorno-Metallurgitscheski Kombinat (GMK) Timir
pr. Geologow 4, 678960 Nerjungi, Republik Sacha (Jakutien), Russland
Tel.: 007/41147/451 76, Fax: -452 22
E-Mail: post@timir.ru, Internet: http://www.timir.ru/index.html
OAO Evrazruda - OOO Evrazholding
ul. Beloweschskaja 4, Block 4, 121353 Moskau, Russland
Tel.: 007/495/363 19 63
E-Mail: info@evraz.com, Internet: http://www.evraz.com
UC Rusal
ul. Nikolojamskaja 13, Haus 1, 109240 Moskau, Russland
Tel.: 007/495/720 51 70
E-Mail: press-center@rusal.ru, Internet: http://www.rusal.ru
(U.U.)
Zertifizierung
GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,
Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland