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Donnerstag, 30. Juni 2011

Russische Aluminiumproduzenten profitieren von VR China

Branchenprimus Rusal investiert 10 Mrd. US$ in Modernisierung, Forschung und Entwicklung / Von Bernd Hones und Stephanie Adam
Moskau (gtai) - Analysten verkünden traumhafte Wachstumsraten, die Produzenten sind optimistisch: der weltweite Verbrauch von Aluminium wird in den kommenden Jahren rasant ansteigen und die russische Aluminiumproduktion anheizen. Die Folge sind Milliardeninvestitionen. Der russische Inlandsmarkt bleibt im Gegensatz zum Ausland relativ unbedeutend. Grund dafür ist die starke Dominanz der Produktion von Primäraluminium und die geringe Bedeutung der verarbeitenden Industrie. Dies soll sich in Zukunft ändern.

Mit dem russischen Aluminiummarkt geht es wieder bergauf. Nach dem massiven Preis- und Nachfragerückgang im Krisenjahr 2008 gibt das Jahr 2011 Grund zur Hoffnung: Der Konzern UC Rusal prognostiziert 11% Nachfragewachstum in Russland und den GUS-Staaten. Bis 2020 rechnet der größte Branchenkonzern in Osteuropa mit einem durchschnittlichen jährlichen Nachfrageanstieg von circa 6 bis 8%. Insbesondere die rasante Erholung der russischen Automobil- und Baubranche, Hauptabnehmer von Aluminiumprodukten, nährt den Optimismus des Produzenten. Er geht in Russland und den ehemaligen GUS-Staaten von einem Aluminiumkonsum von 900.000 Tonnen bei einem durchschnittlichen Preis von 2.700 US$ pro Tonne aus.
Rossijskij Aluminij (Rusal) ist Russlands einziger Produzent von Rohaluminium und Aluminiumfolie und somit wichtigster Marktakteur. Das Unternehmen ging 2007 aus einem Zusammenschluss der russischen Konzerne Rusal, Sual und der Aluminiumsparte von Glencore hervor. Als weltweit größter Aluminiumproduzent verfügt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge über die größten Bauxitreserven (3,3 Mrd. t) weltweit, von denen etwa 200 Mio. t in Russland (Republik Komi 52% und Ural 27%) zu finden sind. Rusal betreibt in 19 Ländern der Welt Aluminiumhütten und -Schmelzwerke, sowie Bauxitminen. Trotz seiner Größe geriet Rusal in Folge der Wirtschaftskrise in finanzielle Schieflage. Im Juni 2009 betrugen die Schulden 16,6 Mrd. $.
Dank der positiven Entwicklung der letzten Monate tilgte der tief verschuldete Konzern Verbindlichkeiten in Höhe von 530 Mio. $ aus Erlösen seines Rubel-Bonds. Russland reduzierte seine Umschuldungsvereinbarungen um 860 Mio. $. Ende 2010 sanken die Schulden auf 11,5 Mrd. $.
Das bringt neue Spielräume bei der Entwicklung des Konzerns: Ein Kredit der Wneschekonombank ermöglichte Anfang 2011 die Wiederaufnahme der Konstruktionsarbeiten am Boguchansky Energy and Metals Complex (BEMO). In Kooperation mit RusHydro entstehen dort eine Aluminiumfabrik mit einer Kapazität von 600.000 t Hüttenaluminium pro Jahr und ein Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 3.000 MW. Die Gesamtausgaben für das Projekt betragen 3,6 Mrd. $, davon fließen 1,5 Mrd. $ in den Bau der Aluminiumfabrik. Ursprünglich sollte diese schon 2010 mit der Produktion beginnen, wegen der Wirtschaftskrise startet die Produktion des ersten Blocks der Megaanlage aber voraussichtlich erst 2013. Von der Gesamtsumme wurden bisher 278 Mio. $ investiert. Das Projekt ist Teil des umfassenden Entwicklungsplans für die Region Niedere Angara im Krasnojarski krai ( www.sibarea.ru/investment/investment_projects/id/5/). Die Gebietsverwaltung will im Rahmen dieses Plans die Region infrastrukturell erschließen - mit Straßen und Eisenbahnverbindung direkt hin zum Werk.
Auch die Arbeiten an der Tajschet-Hütte in der Nähe von Irkutsk werden in diesem Jahr fortgesetzt (Gesamtkosten: 3 Mrd. $.). Der Hüttenbetrieb wird künftig 750.000 t Aluminium pro Jahr erzeugen können. Dies würde es Rusal erlauben, seine Gesamtproduktion um 18% auszudehnen. Produktionsbeginn ist für Ende 2012 geplant.
Der Konzern möchte seine bestehenden Aluminiumhütten modernisieren und die Produktion effizienter gestalten. Insgesamt will Rusal in den nächsten drei Jahren über 10 Mrd. $ ausgeben. Das Geld fließt in die Modernisierung der Anlagen sowie in Forschung und Entwicklung. So kündigte das Unternehmen im Mai 2011 an, 155 Mio. $ in die Umrüstung seines Irkutsker Werks zu investieren. Künftig will Rusal hier mit umweltfreundlicher Soderberg-Technologie produzieren. So sollen Umweltschäden und Produktionskosten minimiert werden. Neue Umwelttechnik, wie Anlagen zur Abgasreinigung und Schlammentsorgung, soll auch in vier weiteren Werken - Bogoslowsker Aluminium-Werk, Uraler Aluminium-Werk, SUAL-Kremnij-Ural und Atschinskij glinosemnij kombinat - installiert werden. Rusal investiert in diese Projekte rund 5,5 Mrd. Rubel (rund 137,5 Mio. Euro, www.rusal.ru/news_details.aspx?id=6955).
Trotz der positiven Marktprognosen bleibt Russland als Absatzmarkt gegenüber dem Ausland unbedeutend. Knapp 90% des in Russland produzierten Aluminiums werden exportiert, 39% davon gehen nach Europa. Die Nachfrage der aufstrebenden Volkswirtschaften China, Indien und Brasilien wächst schnell. Insbesondere China wird in Zukunft auf Grund der rasanten Entwicklung seiner Automobil- und Flugzeugindustrie als Absatzmarkt an Bedeutung gewinnen. Die Inlandsnachfrage in der Volksrepublik wird 2011 um etwa 15% auf 19 Mio. t steigen. Attraktiv erscheint der Export von Aluminium in die VR China für Russland insbesondere im Lichte der niedrigen russischen Energiepreise: Während eine Megawattstunde elektrischen Stroms in Russland zwischen 20 und 30 $ kostet, ist der Preis in China mehr als doppelt so hoch. Somit verfügen russische Produzenten im Vergleich zu ihren chinesischen Konkurrenten über einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.
Vom Handel könnte Russland stärker profitieren, wäre das Land in der Lage, nicht nur mit Rohstoffen sondern auch mit Fertigprodukten punkten. Aber während andere führende Volkswirtschaften Rohaluminium hauptsächlich importieren und bearbeitete Ware wieder ausführen, findet in Russland so gut wie keine Wertschöpfung statt: Im Jahr 2010 betrug der Wert der exportierten Aluminiumprodukte knapp 7 Mrd. $, davon handelte es sich bei etwa 85% um Rohaluminium. Importiert wird in erster Linie verarbeitete Ware. Größter Produzent von fertigen oder halbfertigen Aluminiumprodukten in Russland ist das amerikanische Unternehmen Alcoa, das mit seinen Fabriken in Samara und Belaja Kalitwa nach eigenen Angaben 50% des russischen Marktes für gewalztes Aluminium bedient.
Russlands Aluminiummarkt in Zahlen
Kennziffer 2008 2009 2010 Veränderung 2010/2009 in %
Produktion Primäraluminium (in 1.000 Tonnen) 4.190 3.815 3.800 1) k.A.
Produktion UC Rusal (Rohaluminium in 1.000 Tonnen) 4.424 3.946 4.083 3
Import in Mrd. US$ 1,4 0,9 1,1 21
Export in Mrd. US$ 8,7 5,8 6,8 18
..davon nach Deutschland 0,4 0,1 0,2 67
Marktvolumen in 1.000 Tonnen k.A. 0,869 0,9 2) k.A.
Preis pro Tonne 2164 3) 1146 3) 2.296 4) k.A.
1) GTAI-Schätzung auf Basis der Angaben zur Weltproduktion, 2) GTAI-Schätzung auf Basis der Werte aus den ersten drei Quartalen, 3) Exportpreise nach Rosstat, 4) Aluminiumpreis nach Londoner Metallbörse
Quellen: UN Comptrade, Rusal, British Geological Survey
Dass mit der Fokussierung auf die Produktion von Primäraluminium erhebliche Gewinnchancen vergeben werden, hat der russische Branchenriese Rusal längst erkannt. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Produkten mit einem hohen Wertschöpfungsanteil auf 50% seiner Gesamtproduktion auszudehnen. Zusammen mit dem Verband der russischen Metall- und Stahlhändler setzt der Konzern sich jetzt für die Förderung der Verwendung von Aluminium und Aluminiumlegierungen in der industriellen Produktion ein. Das Programm zur Stimulierung des Verbrauchs von Aluminium (2010 bis 2015) soll das Leichtmetall insbesondere im Maschinenbau, sowie der Kabel-, Automobil- und Bahnindustrie als innovatives Konkurrenzprodukt zu anderen Materialien etablieren. Man rechnet damit, den Absatz von Fertigprodukten aus Aluminium in Russland und den GUS-Staaten bis zum Jahr 2020 auf über 360.000 Tonnen ausweiten zu können. Positiven Einfluss könnten hier auch die Anstrengungen der Regierung zur Lokalisierung ausländischer Produktion in Russland haben.
Ob die Entwicklungen jedoch so schnell voran gehen werden wie erhofft, bleibt fraglich. Denn die schwache inländische Nachfrage zusammen mit der guten Verfügbarkeit billiger Aluminium-Fertigwaren aus dem Ausland, steigende Produktionskosten, sowie die hohe Inflation werden auch in Zukunft den eingeschlagenen Weg nicht erleichtern.

Kontaktanschriften

United Company "Rusal"
Nikolojamskaja uliza 13/1, 109240 Moskau
Tel: 007 495/720 51 70, Fax: -745 70 46
E-Mail: , Internet: www.rusal.ru
Investitionsprojekte: www.rusengineering.ru/index.php?lang=rus&topic=3
Alcoa Russia
Presnenskaja nabereschnaja 10, 123317 Moskau
Tel.: 007 495/777 04 04, Fax: -777 61 90
Internet: www.alcoa.com
Weiterführende Internetadressen:
www.metal4u.ru
www.aluminiumleader.com
http://www.world-aluminium.org/
http://metalbulletin.ru/
www.infogeo.ru
www.metalresearch.ru
(H.B.)