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Mittwoch, 28. September 2011

Russische Zinkproduzenten investieren wieder

MBC Corporation beginnt mit Ausbeutung der Zinkfelder in Burjatien / Exporte steigen / Von Bernd Hones und Stephanie Adam

Moskau (gtai) - Die russische Zinkindustrie erholt sich. Die Uralskaja Gornometallurgitscheskaja Kompanija (Ural Bergbau- und Metallurgie-Gesellschaft) investiert kräftig in den Zugang zu neuen Zinkreserven. Metropol Resources will Erz aus dem Osernoje Lager in Burjatien fördern. Auch die größten Zinkproduzenten Tscheljabinsker Zink Werk und Elektrozink planen beträchtliche Investitionen. In Sibirien gibt es noch große unerschlossene Zinkfelder.

Der russische Zinkmarkt erholt sich vom krisenbedingten Nachfrageeinbruch der letzten Jahre. Die Volkswirtschaften in Europa, Asien und Amerika benötigen wieder mehr Zink. Anfang Juli 2011 kletterten die Preise auf knapp 2.400 US $ pro Tonne. Auch die Automobilindustrie, ein wichtiger Zinkabnehmer, boomt wie nie - das gilt gerade für Russland. Der Volkswagen-Konzern etwa verkaufte im 1. Halbjahr 2011 doppelt so viele Autos wie im Vorjahreszeitraum. Die Produktion bei der GAZ-Gruppe läuft auf Rekordniveau. Über 500 Fahrzeuge laufen pro Schichtbetrieb im Gorkowsker Automobilwerk vom Band.
Die steigende Nachfrage schlägt sich in den Auftragsbüchern der Zinkproduzenten nieder. Anfang 2011 schätzte Metalresearch, dass die russische Minenproduktion in diesem Jahr um 8,2% zulegen wird. Auch für raffiniertes Zink prognostizierten die Analysten Zuwächse. Der Föderale Statistikdienst der Russischen Föderation konnte diese Einschätzungen bisher jedoch nicht bestätigen, im Gegenteil. Ende Juni 2011 gab das Amt bekannt, dass die russische Zinkproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum während der ersten fünf Monate des Jahres 2011 um 0,4% gesunken sei.
Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Ergebnisse auf das Kalenderjahr hochrechnen lassen. Ende März 2011 prognostizierte ein Vertreter des Unternehmens Tscheljabinsker Zink Werk (Tscheljabinski Zinkowi Sawod) noch, dass 2011 die Menge des in Russland produzierten Zinks auf 250.000 t klettern könnte. Im Jahr zuvor waren es 243.300 t. Auch Analysten von Grandis Capital erwarten weiterhin einen inländischen Nachfrageanstieg von 15 bis 20%. Von Pessimismus also keine Spur.
Von den positiven Marktentwicklungen könnten zwei russische Unternehmen besonders profitieren: Tscheljabinsker Zink Werk und OAO Elektrozink. Zusammen produzieren beide Firmen 98% des russischen Zinks. Beide profitieren von der großen gemeinsamen Schnittmenge ihrer Aktionäre. So stehen die Marktführer nicht im direkten Konkurrenzkampf, sondern können ihre Produkte zu vorteilhaften Preisen auf dem Inlandsmarkt absetzen - allerdings zum Leidwesen der Abnehmer.
Das Tscheljabinsker Zink Werk (TZS) ist das größere der beiden Unternehmen und der einzige russische Hersteller von sogenanntem "Special High Grade"-Zink. Jährlich werden in Tscheljabinsk etwa 60% des russischen Zinks produziert; das entspricht circa 1,3% der Weltproduktion. Wichtigste Anteilseigner des TZS sind die Uralskaja Gornometallurgitscheskaja Kompanija (UGMK) und die Russkaja Mednaja Kompanija (RMK). Nachdem TZS seinen Output schon im Jahr 2010 um 28% auf 153.300 t Zink erhöht hat, strebt es für 2011 eine Produktionsmenge von 160.000 t an. Um dieses Ziel zu erreichen, investiert die Firma in diesem Jahr 1,37 Mrd. Rbl (49 Mio. $, Wechselkurs der russischen Zentralbank vom 9.7.2011: 1 US$ = 27,89 Rbl). Im 1. Quartal 2011 betrug der Output bereits knapp 40.000 t. Die Zukunftspläne sind noch ambitionierter. Nur etwa die Hälfte der Produktion wird auf dem russischen Markt frei verkauft. Den Rest gibt das TZS im Rahmen von sogenannten Tolling-Verträgen ab. Das heißt: Bereits vor der Herstellung legen sich TZS und der Kunde auf Produktionsumfang und Preis fest. Lediglich 1% des Outputs wird exportiert.
OAO Elektrozink, eine Tochter der UGMK, ist Russlands zweitgrößter Zinkproduzent. Momentan erzeugt das Unternehmen knapp 100.000 t Zink pro Jahr. Bis 2012 will es seine Kapazitäten auf 110.000 t ausweiten. Für Investitionen in die Produktionsentwicklung stehen im Jahr 2011 deshalb 870 Mio. Rubel (31 Mio. $) zur Verfügung, ein Großteil fließt in die Zinkproduktion. Da Elektrozink keine eigene Rohstoffbasis hat, muss es sämtliche Zinkkonzentrate einkaufen. Die wichtigsten Lieferanten sind andere Töchter der UGMK, die im Gegenzug fertiges Zink erhalten.
Seit der Wirtschaftskrise verkauft das Unternehmen etwa 90% seiner Produktion im Rahmen von Tolling-Verträgen. Nach Schätzungen von Grandis Capital entgehen dem Unternehmen aus diesem Grund jährlich Gewinne in Höhe von 13 Mio. bis 15 Mio. $. Bis zum Ende des Jahres 2011 könnte sich das allerdings ändern: Die Duma plant die Verrechnungspreise strenger zu regulieren und Preisabweichungen vom Börsenkurs einzuschränken. Unter diesen Bedingungen könnte Elektrozink gezwungen werden, die Tolling-Agreements aufzugeben und zu Marktpreisen zurück zu kehren. Alternativ müsste UGMK seine Anteile an Elektrozink auf über 90% erhöhen. Dann dürfte alles beim Alten bleiben.
Neben den beiden großen Zinkproduzenten gibt es in Russland eine Reihe von Unternehmen, die Zinkerze und -konzentrat fördern und herstellen. Sie sind meist ebenfalls Tochterunternehmen der UGMK, RMK beziehungsweise MBC Corporation. Noch konzentriert sich die Minenproduktion in Tscheljabinsk, Swerdlowsk, Orenburg und der Republik Baschkortostan. Sobald jedoch die großen Zinkfelder in Sibirien erschlossen sind, könnte sich dieses Bild ändern.
So hat etwa die Firma MBC Resources Lizenzen an den Erzvorkommen Osernoje und Cholodninskoje in Burjatien erworben. Damit besitzt sie Zugang zu fast 50% der russischen Zinkreserven. Das sind über 180 Mio. Tonnen. Jetzt beginnen die Tochtergesellschaften Oserni GOK und Cholodninski GOK die Lager zu erschließen. Aus dem Osernoje Lager will die MBC Corporation im laufenden Jahr 2011 rund 1 Mio. t Erz gewinnen. Damit will sie in einer Pilotanlage Produktionsprozesse simulieren und perfektionieren. In zwei Jahren soll die Anlage ihre geplante Kapazität erreichen und jährlich 740.000 t Zinkkonzentrat mit einem Metallgehalt von über 50% herstellen. Wann die Cholodninskoje-Minen ihre Arbeit aufnehmen können, ist dagegen noch ungewiss. Sie liegen in einem gesetzlich geschützten Naturkorridor um den Baikalsee, wo jede gewerbliche Tätigkeit verboten ist. Schätzungen von MBC Resources zu Folge könnte die Cholodninskij GOK jährlich 235.700 t 55-prozentigen Zinkkonzentrats produzieren.
Auch die UGMK investiert in ihren Rohstoffkomplex. Schon im 1. Quartal 2011 gab die Utschalinski GOK ein gutes Drittel der investierten 365,64 Mio. Rbl (13,11 Mio. $) zu diesem Zweck aus. In Konstruktion befinden sich Minen der Lagerstätten Nowo Utschalinskoje, Sapadno-Osernoje und Osernoje. Zusätzlich wurden die Mittel für die Entwicklung des Gajski GOK auf 4,3 Mrd. Rbl erhöht (154,19 Mio. $). Die beiden Unternehmen sind die Hauptlieferanten von Metallkonzentraten an OAO Elektrozink.
Zink in Russland

2008 2009 2010 Veränderung 2010/2009 in %
Minenproduktion in 1.000 t 204 225 245 9
Zink(raffiniert) in 1.000 t 263 202 255 *) 26
Import gesamt, in Mio. US$ 57,0 47,3 67,6 43
Export gesamt, in Mio. US$, davon 173,3 113,4 163,1 44
unverarbeitet in Mio. US$ 173,0 112,8 162,4 44
nach Deutschland in 1.000 US$ 0,3 1.462,3 3.347,5 29
Marktvolumen in 1.000 t 172 159 170 7
Preise an LME in US$ pro Tonne 1.870 1.657 2.170 31
*) GTAI-Schätzung auf Basis der Produktionszahlen des TZS
Quellen: UN Comtrade, US Geological Survey, RBC Daily, Metalresearch, GLG Research
Exportiert wird fast ausschließlich Zinkkonzentrat. Nachdem die Preise im Jahr 2009 in Folge der Finanzkrise stark eingebrochen waren, sieht es seit 2010 wieder besser aus. Im weltweiten Vergleich ist Russlands Außenhandel mit Zinkkonzentrat jedoch relativ unbedeutend. Etwas anders sieht es beim Export raffinierten Zinks aus. Hier hat die Russische Föderation immerhin einen Handelsanteil von 2%. Die auffallend hohen und sogar steigenden Zinkimporte erklären sich aus der Abhängigkeit der OAO Elektrozink und des Tscheljabinsker Zink Werks von Zinkkonzentratlieferungen.
Dass Russland Zink importiert, scheint im Hinblick auf den Ressourcenreichtum des Landes befremdlich. Noch 2009 betrugen die Zinkvorräte Russlands etwa 9% der weltweit bekannten Ressourcen. Langfristig hat dieses Bild allerdings keinen Bestand. Werden die prognostizierten Ressourcen mit einbezogen, dann schrumpft der russische Anteil an den Weltreserven auf 3%.

Kontaktanschriften

OAO Tscheljabinski Zinkowyj Sawod
24 Swerdlowskij Trakt, 454008 Tscheljabinsk
Tel.: 007 351/799 0009, Fax: -799 00 65
E-Mail: , Internet: www.zinc.ru
OAO Elektrozink
ul. Sawodskaja 1, 362001 Wladikawkas
Tel.: 007 867/251 51 22, Fax: 007 867/276 44 90
Weiterführende Internetseiten:
(H.B.)