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Freitag, 26. Oktober 2012

Russlands Recyclinggebühr frisst gesenkte Zolltarife auf

Verband der Automobilindustrie und Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft kritisieren Abwrackgebühr / Von Bernd Hones

Moskau (gtai) - Russlands Automobilmarkt ist im 1. Halbjahr 2012 erneut um 14% gewachsen. Auch die Importe aus Deutschland legten weiter zu. Doch es droht Ungemach: Während die Importzölle dank WTO sinken, sind Recyclinggebühren auf Import-Pkw und -Lkw geplant. Der Verband der Automobilindustrie sprach sich auf der "Internationalen Autoshow" in Moskau deutlich gegen diese Diskriminierung aus. Auch der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft äußert Kritik. 

Es ist nur noch eine Frage der Zeit: Schon in wenigen Monaten könnte Russland Deutschland als wichtigsten Automobilmarkt in Europa überholen. Deutsche Automobilbauer und Zulieferer dürfte das freuen. Denn jedes fünfte Auto, das in Russland zugelassen wird, kommt von einer deutschen Marke. Das sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie, Klaus Bräuning, auf dem "Moskauer Autosalon" Ende August 2012.

Während deutsche Hersteller im 1. Halbjahr 2012 rund 81.000 Fahrzeuge nach Russland exportierten, wurden im selben Zeitraum 90.000 Automobile deutscher Marken in Russland gefertigt. Das sind 63% mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Deutsche Konzerne sind damit besonders erfolgreich. Russlandweit sei die Pkw-Gesamtproduktion im Jahresverlauf lediglich um 18% gestiegen. "Jeder zehnte in Russland gebaute Pkw hat ein deutsches Markenzeichen", sagte Bräuning. Der sogenannte Local Content werde weiter zunehmen.

Einzig die Mittel, mit denen die russische Regierung diesen Trend forcieren und Importe abwürgen möchte, stießen auf Kritik. Russland wird Importfahrzeuge mit einer Recyclinggebühr belegen. Russische Produzenten hingegen entgehen dieser Gebühr ganz leicht mit einer Garantie. Sie müssen sich lediglich verpflichten, gebrauchte Fahrzeuge später zur Verschrottung zurückzunehmen. "Diese Recyclinggebühr widerspricht den WTO-Grundsätzen", sagte Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, auf einer Konferenz seines Verbandes, des VDA und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. "Wir werden alles dafür tun, dass dieses Thema auf die Agenda bei der Strategischen Arbeitsgruppe kommt", so Cordes. Auch VDA-Geschäftsführer Bräuning nannte die Pflichtabgabe diskriminierend: "Die Gebühren fressen die Zollsenkungen völlig auf."

In der Tat: Von den seit WTO-Beitritt gesunkenen Importzolltarifen spüren die russischen Kunden nichts. "Wir werden unsere Preise nicht senken - wegen der Recyclinggebühr", sagte Julia Mayer, PR-Managerin beim Autoproduzenten Jaguar in Moskau, gegenüber Germany Trade and Invest. "Aber wenigstens müssen wir die Preise nicht erhöhen."

Russische Hersteller bejubeln die Gebühr. So wie Siegfried Wolf, Verwaltungsratsvorsitzender bei Russlands größtem Nutzfahrzeughersteller Gorkowski Awtomobilnyi Zawod (GAZ). "Ich werde mich mit Händen und Füßen wehren gegen die Überschwemmung von Russland mit zehn bis 15 Jahre alten Autos", so der ehemalige Europa-Chef von Magna. Ursprünglich sollte die Abwrackgebühr zum 1. September 2012 eingeführt werden. Doch am 30. August gab es dazu noch keine Bestätigung durch die Regierung.
Recyclinggebühr in Russland (in 1.000 Rubel)*
Fahrzeugtyp Neufahrzeuge Automobile älter als 3 Jahre
Pkw, mit einem Hubraum

bis 1.000 ccm 17,2 106,0
1.000 bis 2.000 ccm 26,8 165,2
2.000 bis 3.000 ccm 51,2 322,4
3.000 bis 3.500 ccm 69,4 570,0
über 3.500 ccm 110,0 700,2
importierende Privatleute 2,0 3,0
Lkw

von bis zu 2,5 t 75,0 132,0
von 2,5 bis 3,5 t 120,0 187,5
von 3,5 bis 5 t 150,0 240,0
von 5 bis 8 t 165,0 684,0
von 8 bis 12 t 201,0 1.036,5
von 12 bis 20 t 235,5 1.509,0
von 20 bis 40 t 450,0 1.770,0
*) Sätze laut aktuellem Gesetzesentwurf; dieser wurde der Regierung am 27. August 2012 zur Bestätigung vorgelegt
Quelle: Wirtschaftszeitung "Kommersant"

Ganz offensichtlich trägt Russlands Ansiedlungspolitik Früchte. Praktisch im Monatsrhythmus kündigen große Automobilkonzerne den Auf- oder Ausbau von Kapazitäten in Russland an. Außerdem zieht es immer mehr Zulieferer ins größte Land der Welt. So wie die Firma Brose. Das Familienunternehmen mit weltweit 20.000 Mitarbeitern hat im März 2012 die Produktion im nagelneuen Betrieb in Togliatti aufgenommen. "Wir fertigen dort 2 Millionen Fensterheber für Lada", sagte Russland-Geschäftsführer Igor Aleksandrow. Langfristig könnte die gesamte Produktpalette lokalisiert werden. Zumal auch andere russische Hersteller gerne bei Brose kaufen würden, so Alexandrow.

Von einer lokalen Fertigung ist man bei Huf noch weit entfernt. Der Schließsysteme-Hersteller ist noch nicht in Russland vertreten, will aber Schließgarnituren, Autoschlüssel, Türgriffe, Lagerbügel, Lenkschlösser und Start-Stopp-Taster auf dem russischen Markt verkaufen. "Dazu suchen wir den direkten Kontakt zu russischen Herstellern", sagte Verkaufsdirektor Volker Poppinga gegenüber Germany Trade and Invest. Und deshalb präsentierte sich Huf auch auf der Messe "Interauto" in Moskau. Und tatsächlich: vom Gorkowski Awtomobilnyi Zawod bis zu Kamaz - die russischen OEMs hätten Interesse gezeigt.

Das ist nicht verwunderlich. "Wir tun uns schwer, Partner zu finden in Russland. Hochtechnologie- und innovative Lieferanten gibt es kaum", sagte Michael Macht, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG in Moskau. Noch drastischer beschreibt Siegfried Wolf von GAZ die Situation. Es gebe praktische keine Zulieferindustrie. Die sei früher zu 100% integriert gewesen. Und in Sankt Petersburg und Kaluga - zwei Standorte, an denen sich in den vergangenen Jahren mehrere ausländische Firmen niedergelassen haben - gebe es überhaupt keine Automobilbautradition.

Defizitäre und nicht wettbewerbsfähige russische Automobilproduzenten, zu wenig und unqualifiziertes Personal - Ralf Kalmbach, Vorstandsmitglied der Roland Berger Strategy Consultants GmbH, kennt die Schwächen Russlands im Automobilsektor. Kein Wunder, dass die Branche nur zu 0,9% zur Bruttowertschöpfung beiträgt. In manchen entwickelten Volkswirtschaften liege der Anteil der Automobilindustrie bei über 10%. Die kommenden sieben Jahre bis 2018, in denen die Importzölle langsam von 30 auf 15% gesenkt werden, seien daher entscheidend. Die Voraussetzungen zur Entwicklung des Standortes beschrieb er als ideal: Das Bruttoinlandsprodukt pro Bürger steige von 2011 bis 2015 um 55% und die Automobilverkäufe bis 2017 auf 3,6 Mio. Fahrzeuge pro Jahr. Bis dahin könnte die lokale Wertschöpfung von heute 30 auf 48% zulegen. Positiver Nebeneffekt: Würde sich dieses Szenario bewahrheiten, so könne Russland mit 360.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen rechnen.

Russlands größte Automesse hielt wieder einige Überraschungen parat: So kündigte der französische Autokonzern Renault an, die Kapazitäten im Moskauer Werk um fast ein Fünftel auf 188.000 Pkw pro Jahr anheben zu wollen. Bei Audi denkt das Management derzeit wieder über eine lokale Montage in Kaluga nach. Die Awtotor-Holding will für ihren neuen Automobil-Cluster einen eigenen Hafen in Kaliningrad bauen. Russlands Klassiker Lada soll es ab Herbst 2012 sogar als Elektroversion geben. Volkswagen will sein Motorenwerk in Kaluga bauen (Investitionssumme: 250 Mio. Euro).
(H.B.)
http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Recht-Zoll/zoll,did=638644.html
 
 
 
Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland