Fünf Stadien befinden sich bereits im Bau / Von Bernd Hones
Moskau
(gtai) - Die Vorbereitungen für die Fußball-WM in Russland dürften
mindestens 15 Mrd. Euro kosten. Das hat Sportminister Witali Mutko
prognostiziert. Das Geld fließt zu 40% in den Stadionbau, in
Trainingsplätze und in die Unterkünfte der Mannschaften. Der Rest wird
gebraucht, um die Verkehrsinfrastruktur, Flughäfen, Hotels und die
Logistik vor Ort auf den neuesten Stand zu bringen. Außerdem soll das
Geld für die medizinische Versorgung und den Ausbau der Funknetze
ausgegeben werden.
Russland hat sich den APEC-Gipfel in Wladiwostok rund 16 Mrd.
Euro kosten lassen, die Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele
in Sotschi dürften mindestens ebenso viel verschlingen. Und das nächste
Großereignis in Russland, die Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2018,
soll weitere 15 Mrd. Euro kosten. Das haben die ersten vorläufigen
Schätzungen des Sportministeriums ergeben. Demnach würden sich die
Kosten für die 1.070 geplanten WM-Objekte auf rund 600 Mrd. Rbl (knapp
15 Mrd. Euro; EZB-Wechselkurs vom 15.10.12: 1 Euro = 40,19 Rbl)
belaufen. In dieser Kostenschätzung sind alle Stadienkosten sowie die
kommunalen Ausgaben für Infrastruktur und Hotelbau enthalten. Andere
Kommentatoren gehen von einer weitaus höheren Summe aus. Für den Fall,
dass die Städte umfassend saniert werden, ist die Rede von 1,4 Billionen
Rbl (35 Mrd. Euro). Nicht eingeschlossen sind die Kosten für die
Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur zwischen den Städten.
Seit
Ende September 2012 stehen auch die elf Austragungsorte fest. Die Teams,
die 2018 um den Weltmeistertitel spielen, treten in folgenden
russischen Städten gegeneinander an: Moskau, St. Petersburg,
Jekaterinburg, Sotschi, Kasan, Nischni Nowgorod, Samara, Rostow am Don,
Wolgograd, Kaliningrad und Saransk. Damit sind aus den 13
Bewerberstädten nur Jaroslawl und Krasnodar nicht im WM-Aufgebot.
Der
Fortschritt an den einzelnen Standorten könnte unterschiedlicher kaum
sein. An den fünf Stadien in Sankt Petersburg, Kasan, Sotschi, Saransk
und am Spartak-Stadion in Moskau wird bereits gebaut. Die
Projektarbeiten für die Stadien in Wolgograd, Nischni Nowgorod und
Rostow am Don sollen noch 2012 starten. Dafür sind im Staatshaushalt der
Russischen Föderation für 2012 noch 1 Mrd. Rbl (circa 25 Mio. Euro)
vorgesehen, sagte Mutko. Im Jahr 2013 fließen aus dem föderalen Haushalt
für die Projektierung und den Stadienbau 4,9 Mrd. Rbl.
Sowohl das
Eröffnungs- als auch das Endspiel der Weltmeisterschaft wird im
Luschniki-Stadion stattfinden. Das Olympiastadion von 1980 soll für
diesen Zweck gleich nach der Leichtathletik-WM im August 2013 umgebaut
werden. Bis heute finden in diesem Stadion mit knapp 80.000 Sitzplätzen
Fußballspiele der russischen Nationalmannschaft statt. Allerdings ist es
vom modernen Ambiente westlicher Fußballstadien Meilen entfernt. Als
zweites Moskauer Stadion hat die Spartak-Arena den Zuschlag erhalten -
dort soll eine der beiden Halbfinalbegegnungen ausgetragen werden.
Sportminister
Mutko, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Organisationskomitees
Rossija 2018 ist, sieht für die Hälfte der Investitionen Privatleute in
der Pflicht. Für die anderen 300 Mrd. Rbl komme der Staat auf und davon
wieder zu zwei Dritteln der föderale Haushalt. Den Rest, also 100 Mrd.
Rbl, müssten die Regionen selbst bewerkstelligen. Auch Präsident
Wladimir Putin hatte sich vor zwei Jahren - damals noch in seiner
Funktion als Premierminister - zu den Kosten für die Fußball-WM geäußert
und diese auf rund 300 Mrd. Rbl beziffert. Allerdings handelte es sich
damals, stellt Mutko jetzt klar, nur um die Kosten der öffentlichen
Hand.
(H.B.)
Zertifizierung
GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,
Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland