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Freitag, 21. Dezember 2012

Olympische Spiele steigern die Nachfrage nach Baumaterialien in Russland

Hersteller erweitern ihre Kapazitäten / Zementbedarf dürfte weiterhin hoch bleiben / Von Ulrich Umann

Moskau (gtai) - In Russland ist der Bedarf an Baumaterialien nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen Baumaßnahmen im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi deutlich gestiegen. Das Nachfragehoch ist bislang noch nicht überschritten. Wegen des anhaltend hohen Bedarfs haben sich eine Reihe von Herstellern zu Kapazitätserweiterungen entschlossen. Für 2013 prognostizieren Fachleute einen doppelt so hohen Zementabsatz wie 2009. Der Markt für Wärmeisolationen soll um 35% wachsen.

In Russland stieg die Produktion von Zement 2011 um 11,4% auf 56,1 Mio. t. Einen hohen Anteil an der Nachfragesteigerung hatten Bauprojekte zur Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Die Herstellung von Eisen- und Metallkonstruktionen für den Bau nahm im genannten Jahr um 11,2% auf 22,9 Mio. cbm zu.

Durch den Bau von Objekten für die Olympischen Winterspiele kamen die Industrien für Baustoffe und Baumaterialien relativ gut durch die Finanzmarktkrise des Jahres 2009. Landesweit wurden zwar Projekte auf Eis gelegt oder komplett abgesagt, nicht jedoch im Gebiet Krasnodar im Süden Russlands. Die Olympiade erwies sich damit als ein wichtiger Teil des staatlichen Konjunkturprogramms.

Das durch Olympiaprojekte erzeugte Nachfragehoch ist aktuell noch nicht einmal überschritten. Ursprünglich wurde davon ausgegangen, dass nach 2010/11 die Bauaktivitäten kontinuierlich abnehmen und sich zum Beispiel die Zementnachfrage in der Region wieder beruhigt. Durch Übergabeverzögerungen und Nachbesserungen an Olympiaobjekten hat sich der Absatzzenit für Baustoffe dem Vernehmen nach aber um zwei Jahre nach hinten verschoben.

So soll der Zementabsatz im Jahr 2013 im Vergleich zum Krisenjahr 2009 im Gebiet Krasnodar sogar doppelt so hoch ausfallen. Dafür müssten täglich 319 Waggons mit dem Baustoff entladen werden, einschließlich der Wochenenden. Um den Transport von Baustoffen und -material überhaupt noch bewerkstelligen zu können, wurden Hafenkapazitäten in der näheren Umgebung von Sotschi ausgebaut. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass ausländische Zementhersteller eine reale Absatzchance erhalten, sofern sie ihren Baustoff auf dem Seeweg zu überschaubaren Kosten heranschaffen können. Zurzeit sind erst 30% aller Bauobjekte in Sotschi fertig gestellt. Etwa 180 Projekte befinden sich in der Ausführungsphase. Bis 2014 sollen 545 Vorhaben des Hoch- und Tiefbaus übergeben werden. Dies bedeutet, dass die Zementnachfrage bis kurz vor der feierlichen Eröffnung der Olympiade im Februar 2014 hoch bleiben wird.

Der Zementanlagenbauer KHD Humboldt Wedag International meldete im Mai 2012, dass er einen Auftrag im Wert von 80 Mio. Euro vom Zementhersteller Eurocement zur Erweiterung des Zementwerks SSSM im nordkaukasischen Stawropol erhalten hat. Damit werden sich die dortigen Kapazitäten um 1,3 Mio. jato erhöhen. In Woronesch eröffnet der Hersteller bereits im November 2012 zusätzliche Kapazitäten über 2,4 Mio. jato. Der Zement wird in Woronesch komplett im Trockenverfahren hergestellt. Eurocement reagiert mit den Kapazitätserweiterungen nicht nur auf die Nachfrage, die von der Vorbereitung der Olympischen Winterspiele ausgeht, sondern auch auf den massiven Ausbau der Infrastruktur und des Tourismus in der gesamten Region Nordkaukasus.

Produktion ausgewählter Baustoffe und Baumaterialien (Veränderungen in %)
Baustoff 1. Hj. 2012 Veränd. Juni 2012/Juni 2011 Veränd. Juni 2012/Mai 2012 Veränd. 1. Hj. 2012/1. Hj. 2011
Holzbretter (dicker als 6 mm) in Mio. cbm 10,3 -2,9 -0,7 -0,8
Holzfurniere in Mio. cbm 1,6 3,6 3,0 7,1
Grobspanplatten in Mio. qm 225 1,4 1,7 5,6
Tischlereiwaren in 1.000 cbm 338 -17,3 6,0 -15,0
Lacke und Farben aus Polymeren in 1.000 t 443 -0,7 3,2 2,7
Fenster und Fensterbänke aus Polymeren in Mio. cbm 9,2 0,4 13,6 0,8
unbearbeitetes Glas in Mio. qm 33,7 4,5 2,7 -2,3
Thermo- oder Mattglas in Mio. qm 76,1 20,8 -5,7 15,5
ungebrannte Ziegelsteine in 1.000 t 647 -5,0 -3,5 -0,4
Bodenfließen in Mio. qm 42,7 7,8 -3,1 9,2
keramische Bausteine in Mrd. Stück 3,2 6,6 0,5 16,0
Zement in Mio. t 27,8 9,2 9,9 14,4
Betonpaneelen in Mio. Bausteineinheiten 357 -2,6 4,8 3,3
Konstruktionen aus Stahlbeton in Mio. cbm 11,6 8,9 0,2 13,4
Beton in Mio. cbm 13,4 -24,6 18,3 -9,5
gewellte Asbestplatten in Mio. Stück 413 -36,3 -3,5 -19,5
Dachabdeckungen aus Asphalt oder Bitumen in Mio. qm 206 5,7 24,0 13,6
Quelle: Föderaler Statistikdienst Rosstat, Moskau, 2012

Wegen des anhaltend hohen Bedarfs an Baumaterialien und -stoffen haben sich eine Reihe russischer und ausländischer Hersteller zu Kapazitätserweiterungen entschlossen. Einer der größten russischen Anbieter von Dach- und Isoliermaterial, TechnoNIKOL, wird in Rostow ab 2013 ein Werk für 86.000 jato Isoliermaterial aus Basaltfasern bauen, das im März 2015 den Betrieb aufnehmen soll. Der Projektwert wird mit 3 Mrd. Rubel (Durchschnittlicher Wechselkurs im November 2012: 1 Euro = 40,207 Rubel) beziffert.

Weitere 2 Mrd. Rubel will TechnoNIKOL bis 2014 zur besseren Markterschließung im Fernen Osten Russlands investieren. In der fernöstlichen Region Chabarowsk steht bereits ein Werk zur Herstellung von Isoliermaterial aus Steinwolle mit dem Firmennamen OAO Basalit DW. Hier soll eine zweite Linie mit einer Kapazität von 50.000 jato gebaut werden. Mit der Produktionsaufnahme wird für 2014 gerechnet. Darüber hinaus sucht das Unternehmen im Fernen Osten nach einem geeigneten Standort zur Produktion nicht brennbarer Wärmeisolationen, die sich leicht in Länder des asiatisch-pazifischen Raums exportieren lassen.

Der dänische Wettbewerber Rockwool kündigte unterdessen eine Verdoppelung seiner Kapazitäten in Wyborg (Leningrader Gebiet) auf 160.000 t Deckenplatten an. Die dortige Produktionsniederlassung firmiert unter dem Namen Rockwool-Sewer. Die Fabrik steht auf einem 30 ha großen Grundstück, zu dem die Gebietsverwaltung 3 ha als Investitionszuschuss hinzu gibt. Weitere Niederlassungen zur Herstellung von Isoliermatten unterhält der Konzern in Schelesnodoroschnoje, Troizk und Elabuga.

Für 2012 prognostizieren Experten ein Wachstum des Marktes für Wärmeisolationen aller Art von 35%, nachdem der Zuwachs 2011 satte 100% betragen hatte, allerdings ausgehend von einem niedrigen Basiswert im Nachklang zur Finanzmarktkrise 2009. Im Jahr 2013 und darüber hinaus wird mit Zuwächsen von jährlich 10 bis 15% gerechnet. Hier wirken sich unter anderem die strenger werdenden Anforderungen an energiesparende Baumaterialien aus. Das Wachstum führen aktuell Dämmplatten aus Polysterol an, gefolgt von Schichten aus Mineralwolle. Die wichtigsten weltweit agierenden Produzenten besitzen bereits eigene Produktionen vor Ort, wodurch sie schnell und kostengünstig auf Marktsignale reagieren können.

Mit Russlands Beitritt zur WTO steigen die ausländischen Direktinvestitionen. Dabei kommen die Investoren vorwiegend aus anderen Ländern, als ursprünglich erwartet worden war. Ein erheblicher Teil der Finanzmittel fließt zudem in den asiatischen Teil Russlands. So nahm in Nowosibirsk das russisch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen Gusinobrodski Ziegelwerk mit einer Jahreskapazität von 100 Mio. Ziegelsteinen die Produktion auf (Investition: 300 Mio. Rubel). Vorerst arbeitet eine Linie für 50 Mio. Ziegelsteine. Eine zweite Linie wird 2014 in Betrieb gehen. Bei dem chinesischen Investor handelt es sich um das Unternehmen Hebei Xinjian Jianshe. Eingesetzt wird ausschließlich chinesische Technologie. Selbst der Großteil des Personals wird aus der VR China kommen.

Eine weitere Ziegelei entsteht in Adygeja im Gebiet Maikopsk. Hier will die spanische Asicer S.A. im Herbst 2012 den Grundstein für eine neue Produktionsanlage legen. Als örtlicher Partner tritt die Krasnodarer Firma Jug-Service auf. Die Investitionen werden mit 30 Mio. Euro beziffert. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren die Verfügbarkeit von Rohstoffen und von Arbeitskräften sowie die Unterstützung seitens der örtlichen Verwaltung, teilte ein Vertreter des spanischen Unternehmens mit. Weiterhin spielte die Nähe zu Sotschi, dem Austragungsort der olympischen Winterspiele 2014, und von wichtigen Projektgebieten zum Ausbau des Tourismus im Nordkaukasus eine Rolle.

Das Unternehmen OAO Slawjanski Kirpitsch baut eine Ziegelei mit einer Jahreskapazität von 60 Mio. Standardziegelsteinen sowie 0,14 Mio. t Keramiksteinen für den Häuser- und Straßenbau im Gebiet Slawjanski (Region Krasnodar). Die Neuinvestition wird mit 2 Mrd. Rubel beziffert. Slawjanski Kirpitsch betreibt bereits zwei Ziegeleien.
Dass mit WTO-Beitritt die Konkurrenz mit ausländischen Anbietern an Schärfe zunimmt, veranlasst russische Hersteller verstärkt auf Qualität zu achten. So kündigte einer der größten Baukonzerne, SU-155, an, die unternehmenseigene Herstellung von Baumaterial im nordöstlichen Landesteil Russlands einer freiwilligen Zertifizierung zu unterziehen. Damit könnte SU-155 der erste Projektentwickler beziehungsweise das erste Bauunternehmen werden, das vom Baumaterial bis hin zu fertigen Bauobjekten durchgängig zertifiziert wäre.

Der Konzern ist schon 50 Jahre geschäftlich in Russland aktiv und kontrolliert 28 Baumaterialproduzenten in 17 Städten. So erwarb der Konzern 2012 für 1,5 Mrd. Rubel den Hersteller Sibirski Element, der über eine Kapazität von 60 Mio. Ziegelsteinen pro Jahr verfügt. Zurzeit werden Bauprojekte an 50 Standorten der GUS realisiert. Der Umsatz betrug 2011 82,7 Mrd. Rubel. Im Jahr zuvor wurden 78,7 Mrd. Rubel erwirtschaftet.

Als nächstes Projekt geht SU-155 die Ausweitung seiner Fahrstuhlsparte an. Bislang hält das Unternehmen 40% der Marktanteile bei der Produktion von Fahrstühlen der Economy-Class. Bei Fahrstühlen der Business-Class will SU-155 mit einer Investition von 3 Mrd. Rubel die bislang führenden ausländischen Hersteller mit Neuentwicklungen angreifen. Bis zu 13.000 Fahrstühle der eigenen Marke Wellmak sollen in Kürze pro Jahr verfügbar sein. Die gesamte Nachfrage liegt in Russland bei etwas mehr als 30.000 Fahrstühlen pro Jahr.

In Dubki (Gebiet Saratow) wird im 4. Quartal 2012 der Bau eines Werks für Dachbelag und wasserabweisendes Isolationsmaterial aus Bitumen und Polymeren im Gesamtwert von 1,5 Mrd. Rubel in die Wege geleitet. Die Betriebsaufnahme ist für 2015 geplant. Mit der Planung wurde bereits 2008 begonnen. Doch verzögerte sich der Baubeginn durch die Finanzmarktkrise des Jahres 2009.

Die französische Saint-Gobain Stroitelnaja Produkcija Rus wird in Nischni Nowgorod ein Werk für Gipskarton im Wert von 3 Mrd. Rubel bauen. Die Kapazität soll 30 Mio. qm betragen. Die russische Niederlassung der britischen BPB, die von Saint-Gobain kontrolliert wird, will mit der Erschließung einer Gipslagerstätte am Standort Gomsowo (Gebiet Pawlowsk) beginnen. Es wird damit gerechnet, in der Lagerstätte jährlich 300.000 t Gips fördern zu können.

Auch die OOO Henkel Bautechnik erweitert ihre Kapazitäten. So entsteht im Gebiet Stawropol ein neues Werk für 150.000 jato bauchemische Produkte, darunter Kleber und Farben (Investition: 16 Mio. Euro). Henkel ist sich sicher, dass alle Produkte ihren Käufer finden und verweist dabei vor allem auf den Qualitätsaspekt. So ist der Markt für Bauchemie 2011 um 19% gewachsen. Die ersten Linien für 70.000 jato gehen 2013 in Betrieb. Zwei Jahre später sollen die vollen Planziele erreicht werden.

Dass insbesondere im Fernen Osten Baumaterial und Baustoffe knapp und teuer sind, hat die Gebietsadministration von Magadan zum Anlass genommen, ein Entwicklungsprogramm aufzulegen, wonach bis zum Jahr 2020 ein Zementwerk, ein Werk für Rigips-Platten sowie ein Holzverarbeitungswerk zur Herstellung von Komponenten zum Bau kompletter Holzhäuser entstehen. Bestehende Kapazitäten in neun Fabriken, zum Beispiel zur Erzeugung von Isolierplatten, werden erweitert. Die dafür notwendigen Mittel stammen zum Teil aus dem Regionalbudget, zum Teil aus privaten Quellen. Das Ziel ist, mittels Erhöhung des Angebots die Preise auf Baustoffe und -material zu senken, um auf diese Weise den sozialen Wohnungsbau vorantreiben zu können.

Im sibirischen Swirsk (Gebiet Irkutsk) plant die Schweizer Interwood Invest AG ein Werk für Grobspanplatten, mitteldichte Holzfaserplatten sowie Isolierplatten aus Holzfasern im Wert von 600 Mio. Euro. Mit der Produktion soll 2015 begonnen werden. Eigens werden 1.000 Arbeiter und Verwaltungskräfte eingestellt. Das Material dient dem Häuserbau.

Am Standort Nischni Nowgorod investiert der größte russische Hersteller von Vinyltapeten, Palitra, gleich in zwei Werke. Zusammen mit seinem deutschen Joint Venture Partner, der A.S. Creation Tapeten AG, baut Palitra im Industriepark Dserschinsk für 1,9 Mrd. Rubel ein Tapetenwerk. Darüber hinaus investiert Palitra im Alleingang 50 Mio. Euro in eine Fabrik für keramische Fliesen. Der genaue Standort steht noch nicht fest, doch läuft vieles ebenfalls auf Dserschinsk hinaus.

Am gleichen Standort hat auch die belgische Unilin Flooring 1,2 Mrd. Rubel in eine Anlage für Bodenbeläge gesteckt und dafür eigens das Werk Zarja übernommen. Der Ausstoß beträgt 7 Mio. qm Laminat pro Jahr. Jetzt wird der Bau einer zweiten Linie erwogen, womit sich der Ausstoß auf 15 Mio. qm erhöhen würde. Unilin Flooring, die zum US-Konzern Mohawk Industries Incorporated (Baumaterialien aus Holz) gehört, plant eine Anlage für Keramikfließen in Nischni Nowgorod sowie eine Anlage für mitteldichte Holzfaserplatten.
Ebenfalls in Nischni Nowgorod betreibt die französische Onduline S.A. seit 2008 ein Werk für 15 Mio. qm Dachmaterialien pro Jahr (Investition: 20 Mio. US$). Im Jahr 2012 ging eine zweite Linie an den Start, so dass sich der Ausstoß auf 30 Mio. qm erhöht hat. Damit entstand in Russland das größte europäische Werk für Dachmaterialien.

Änderungen am Markt für Betonplatten zur Fertigteilbauweise bewirkt die Ankündigung der italienischen Itaco Precast S.r.l., in Rostow ein Werk im Wert von 4 Mrd. Rubel errichten zu wollen. Die Regionalverwaltung verpflichtete sich zu einer maximal möglichen Erleichterung bei der Ausstellung aller dafür notwendigen Genehmigungen und verspricht sich im Gegenzug nicht nur belebende Effekte für den regionalen Arbeitsmarkt, sondern auch einen Aufschwung im sozialen Wohnungsbau durch die bessere Verfügbarkeit von Baumaterialien.

Wie der beim Ministerium für regionale Entwicklung angesiedelte Fonds zur Förderung des Wohnungsbaus (RZhS) mitteilte, wird Itaco an acht Standorten, darunter auch in Saratow und eventuell in Perm, Fabriken für Fertigbauteile bauen und dafür bis zu 1 Mrd. Euro aufwenden. Bislang existierten 2011 im gesamten Land Kapazitäten zur Produktion von 19,3 Mio. qm Fertigbauteilen (Sandwich-Paneele), wie die Agentur INFOline mitteilte. Benötigt wurden 19,6 Mio. qm, wovon 0,5 Mio. qm aus Polen, Korea (Rep.) und der VR China importiert wurden. Nach Kasachstan, Aserbaidschan und in die Ukraine wurde 0,2 Mio. qm exportiert.

Im 1. Halbjahr 2012 kamen laut INFOline neun Fertigungslinien hinzu. Dazu gehört eine Anlage des Unternehmens Metall Profil am Standort in der Region Iskitim (Nowosibirsk). Wie die Analysten von INFOline feststellten, wächst das Angebot an Fertigbauteilen schneller als die Nachfrage. Zudem verliert die bisherige Produktionsregion in den nord-westlichen Landesteilen an Exklusivität durch Kapazitätserweiterungen in anderen Regionen. Sowohl der Transport als auch der interregionale Handel werden in Folge einbüßen, die Kapazitätsauslastung im Nordwesten sinkt ebenfalls.

Der Glasproduzent OAO Salawatsteklo kündigte den Bau einer Flachglasfabrik in Rostow an. Die Regionalverwaltung will bei der Suche eines geeigneten Grundstückes behilflich sein. Mit seiner Investition reagiert der Hersteller auf die steigende Nachfrage nach Flachglas aller Art. Das Marktforschungsunternehmen ABARUS Market Research geht für 2013 davon aus, dass die Nachfrage auf 260 Mio. qm Flachglas steigt und damit 60 Mio. qm importiert werden müssten, vorrangig aus der VR China. Zu den Zentren der Glasproduktion avancierten die Gebiete Nischni Nowgorod und Saratow sowie die Republik Baschkortostan in der Wolga-Region. Der Branchenverband StekloSojuz prognostiziert für 2015 eine Nachfrage nach 350 Mio. und für 2020 für 600 Mio. qm.

Eine Anlage zur Granitbearbeitung entsteht in Nowoorsk (Gebiet Orenburg). Die ZAO AllTrade hat dafür 250 Mio. Rubel in die Hand genommen. Eine zweite Linie ist derzeit im Entstehen. Nach Fertigstellung zum Ende 2012 werden jährlich 1,3 Mio. t Granitsteine das Werktor verlassen. Aus dem Regionalbudget wurden 11,3 Mio. Rubel als Zuschuss zur Kredittilgung bewilligt.

Der Absatz von Fenstern mit Kunststoffrahmen entwickelt sich äußerst wechselhaft. In den Jahren 2010 und 2011 stieg das Marktvolumen von 52,8 Mio. qm auf 55,4 Mio. qm. Dafür nahm das Wachstum von 30% (2010) auf 5% (2011) ab. Allerdings betrug der Zuwachs in den klimatisch schwierigen Zonen Sibiriens und des Fernen Ostens 2011 zwischen 6,5 und 8,5%, doch halten diese beiden flächenmäßig riesigen Regionen einen Marktanteil von lediglich 15%. Allein die Stadt und das Gebiet Moskau bringen es auf 20%. Für 2012 gehen die Experten von einem Wachstum um die 2% im Vergleich zum Vorjahr aus und begründen das mit dem relativ geringen Interesse der Bevölkerung an neuen Fenstern und mit den eher mäßigen Fortschritten beim Bau neuer Gebäude.
(U.U.)


Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland