Weltbank leistet technische Hilfe / Energieministerium schlägt erhöhte Einspeisungsvergütung vor
Moskau
(gtai) - Die russische Regierung will den Anteil von erneuerbaren
Energien an der Gesamtenergiebilanz von derzeit 0,8 auf 4,5% im Jahr
2020 erhöhen. Die dafür notwendigen Investitionen werden auf 20 Mrd. US$
geschätzt. Um das Ziel zu erreichen, müssen die Regionen die Initiative
in ihre Hände nehmen. Hierfür bietet die zur Weltbank-Gruppe gehörende
International Finance Corporation (IFC) das auf fünf Jahre angelegte
"Russia Renewable Energy Program" an.
Die ersten vier Gebietskörperschaften sind auf das Angebot der
IFC eingegangen, im Rahmen des erwähnten Programms technische Hilfe zu
erhalten: Belgorod, Kaluga, Nischni Nowgorod und Tomsk. Deutsche
Hersteller können nun die Gelegenheit ergreifen, den Planern in den
interessierten Regionen Hochtechnologie zur Energieerzeugung aus
regenerierbaren Quellen vorzustellen.
In Belgorod und Nischni
Nowgorod hilft die IFC bei der Modernisierung kleiner Wasserkraftanlagen
und bei der Verwertung organischer Abfälle zur Biogaserzeugung. Im
Ergebnis soll der Anteil von Elektroenergie aus Kohle und Schweröl
zugunsten regenerierbarer Energien zurückgedrängt werden. In der Region
Tomsk sehen die IFC-Experten Chancen zur Verwertung von Holzabfällen und
Torf sowie zur Stromgenerierung aus Wasserkraft und Wind.
In
Tomsk hat zusätzlich der Fonds "Energie ohne Grenzen", der dem
Stromversorger OAO Inter RAO gehört, Interesse an einer Zusammenarbeit
mit IFC angemeldet. Der Fonds könne zu den 35% der Projektkosten, die
IFC für gewöhnlich übernimmt, weitere Mittel zur Entwicklung
erneuerbarer Energiequellen zur Verfügung stellen, wie es hieß. Dies
wäre auch im Interesse der IFC, deren oberstes Ziel neben der
ökologischen Ausrichtung der Energiebranche die Förderung der
Privatwirtschaft ist.
Im November 2012 ist das Ministerium für
Energie (MINENERGO) mit einem Projekt zur Förderung der erneuerbaren
Energien an die Öffentlichkeit getreten. Demnach sollen Betreiber von
Windparks, Photovoltaik- und kleinen Wasserkraftanlagen sowie von
Anlagen zur Stromerzeugung aus Biogas einen angehobenen Vergütungssatz
im Falle einer Netzeinspeisung erhalten.
Damit würden ihre
Investitions- und Betriebskosten auf die Allgemeinheit umgelegt. Nunmehr
liegt es an der Regierung, das Projekt in Gesetzesform zu gießen.
Seitens der Wirtschaft regt sich dagegen bereits Widerstand. Sie ist
nicht bereit, eine Anhebung des Strompreises hinzunehmen. Es bleibt
abzuwarten, wer sich letztendlich durchsetzen kann.
(U.U.)
Zertifizierung
GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,
Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland