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Aktuelle Beiträge

Mittwoch, 11. September 2013

Ukrainischer Markt für Arzneimittel wohl auf

Von Christian Overhoff  
 
Kiew/Bonn (gtai) - Der Markt für Arzneimittel in der Ukraine wächst beständig. Dessen Volumen konnte 2012 wertmäßig um 15% zulegen. Den Markt dominieren weitgehend Importprodukte. Lokale Erzeugnisse können jedoch leicht aufholen. Die Regierung will der Einfuhrsubstitution mit Hilfe einer Importlizensierung zum Durchbruch verhelfen, die von den Importeuren von Arzneimitteln seit März 2013 verlangt wird. Eine weitere Neuregelung zur Qualitätskontrolle soll ab Dezember in Kraft treten. (Kontaktanschrift)2.000 ausländische Medikamente drohen durch Importlizensierung vom Markt zu verschwinden / Arzneimittelwerbung eingeschränkt.

Der ukrainische Arzneimittelmarkt erfreut sich "bester Gesundheit". Das Marktvolumen für pharmazeutische Erzeugnisse in der Ukraine wuchs 2012 insgesamt um 15,0% auf 34,2 Mrd. Griwna (UAH; rd. 3,33 Mrd. Euro, durchschnittlicher Wechselkurs der Ukrainischen Nationalbank für 2012: 1 Euro = 10,27 UAH). Während die Medikamentenverkäufe über Apotheken 2012 mengenmäßig um 5,5% zulegten, stieg der wertmäßige Absatz (umgerechnet in US$) um 17,4% noch weit stärker. Dieser Trend setzte sich auch im 1. Quartal 2013 fort (Menge: +10,3%; Wert: +23,3%). Bei Verkäufen über Einrichtungen des Gesundheitssystems stand 2012 einem Rückgang der abgesetzten Packungen um 4,4% ein wertmäßiger Zuwachs von 25,9% gegenüber.

Nicht zuletzt dank deutlicher Preiserhöhungen nahmen die Umsätze der größten Arzneimittelproduzenten der Ukraine 2012 spürbar zu. Die lokalen Hersteller steigerten ihren Binnenabsatz nach Angaben der Wirtschaftszeitschrift Bisnes um 16,7% auf 9,7 Mrd. UAH. Lokal hergestellte Präparate dominierten mengenmäßig das Apothekensortiment zu 65%. Das Gros der Umsätze erzielten (angesichts der starken Ausrichtung der ukrainischen Hersteller auf Generika) ausländische Pharmaanbieter mit einem Anteil von 69%.
Arzneimittelverkäufe in den Apotheken der Ukraine
Präparate In Mengeneinheiten (Mio. Packungen) Veränderung 2012/11 in % In Wertgrößen (Mrd. Griwna) *) Veränderung 2012/11 in %




2010 2011 2012
2010 2011 2012
inländische 789 (67%) 776 (65%) 819 (65%) 5,5 5,5 (28%) 6,7 (29%) 8,4 (31%) 25,4
ausländische 389 (33%) 418 (35%) 441 (35%) 5,5 14,2 (72%) 16,4 (71%) 18,7 (69%) 14,0
insgesamt 1.179 1.194 1.260 5,5 19,7 23,04 27,05 17,4
*) zu jeweiligen Einzelhandelspreisen
Quelle: Proxima Research, Kiew 2013

Die ukrainische Regierung will diese Dominanz der aus dem Ausland stammenden Arzneien nicht hinnehmen und sowohl der Importsubstitution zum Durchbruch verhelfen als auch den rasant steigenden Preisen Paroli bieten. Nach der Einführung einer Lizenzvergabe für ausländische Pharmaerzeugnisse im März 2013 ist der Import von Medikamenten in die Ukraine nur mit einem von staatlichen Behörden ausgestellten Qualitätszertifikat möglich. Das Verfahren zur Erteilung von Arzneimitteleinfuhrlizenzen wurde für ukrainische Unternehmen eingeführt, die Arzneimittel importieren. Die Lizenzen werden vom Staatlichen Dienst für Arzneimittel der Ukraine ausgestellt. Eine Regelung zur Überwachung der Qualität von Arzneimitteln soll ab dem 1.12.13 in Kraft treten.

Diese Neuregelung soll die Versorgung mit eingeführten Präparaten transparenter machen. Vor dem Hintergrund, dass es früher keinen lizenzierten Import gab, bestand ein Problem mit dem Umlauf von importierten Arzneimitteln. Verlässliche Information über Mengen und Vertriebskanäle waren nicht zu erhalten. Ein weiterer Grund für diese Neuerung besteht darin, den Importeur in die Verantwortung nehmen zu können. Der Importeur muss mit Einführung der staatlichen Regulierung bei der Einfuhr von Arzneimitteln in die Ukraine die Qualität, Sicherheit und Effektivität des eingeführten Medikamentes sowie seine Entsprechung an die Anforderungen des Zulassungsdossiers garantieren und im Weiteren auch dafür haften.

Als Ergebnis dieser Neuerung werden über 2.000 Arzneimittel ausländischer Herkunft auf dem nationalen Markt nicht zugelassen, meldet der Pressedienst der Regierung. Im Ministerkabinett wird betont, dass die Beschränkung der Einfuhr von Medikamenten in Übereinstimmung mit den Vorschriften der europäischen und der ukrainischen Gesetzgebung erfolgt. Dabei wird nicht präzisiert, welche Präparate und Warengruppen vom Markt verschwinden werden. Derzeit (Stand 25.7.13) sind im staatlichen Arzneimittelregister 13.250 Arzneimittel registriert, darunter 9.347 ausländischer Herkunft - rund 600 weniger als noch Ende 2012.

Bereits am ersten Tag der Neuregelung (1.3.13) erhielten 72 Importeure in einem vereinfachten Verfahren die Lizenz. Darunter die fünf größten Einfuhrfirmen, die zusammen für 90% der Lieferungen von Importpräparaten in der Ukraine stehen. Die genaue Auswirkung der neuen Regelung muss jedoch noch abgewartet werden.

Regierung verlangt Good Manufacturing Practice für Importarzneimittel

Es werde zu keiner Knappheit an importierten Arzneimitteln kommen, versprach Vizepremier Kostiantyn Hryschenko. Alle Produkte, die künftig nicht mehr eingeführt werden, könnten von der nationalen Pharmaindustrie oder anderen Unternehmen Osteuropas hergestellt werden. Eine Erhöhung des Anteils der lokalen Hersteller am Binnenmarkt gilt als wahrscheinlich. Experten stellen allerdings in Frage, ob der Termin 1.12.13 für die Einführung einer Qualitätsüberwachung eingehalten werden kann. Insbesondere die Installation eines Systems zur Qualitätskontrolle, eines Risikomanagementsystems, Laboranalysen sowie die Erneuerung vom hunderten von Verträgen mit Herstellern erscheinen als nur schwer erreichbar innerhalb dieser Frist.

Dass es der ukrainischen Regierung in der Frage der Regulierung des Marktes für Arzneimittel nicht nur um eine Qualitätsverbesserung geht, wurde jüngst wieder deutlich: Vize-Premier Hryschenko betonte auf einer Pressekonferenz im Juni 2013, dass die Regierung eine Situation nicht akzeptieren werde, in der die Pharmakonzerne 10 oder mehr Prozent in der Ukraine für ihre Präparate verlangen als in anderen Ländern.

Während die ukrainischen Verbraucher bei heimischen Produkten vielfach noch auf höhere Qualität warten müssen, verlangt die Ukraine hingegen für Importpräparate bereits seit Januar 2013 die Erfüllung der Good Manufacturing Practice (GMP). Die Forderung nach GMP-Standards trifft neben indischen Medikamenten unter anderem russische Arzneimittelproduzenten, von denen viele momentan diese Norm nicht erfüllen. Großakteure wie Nizhfarm, Soteks oder Zio Zdorowje dürften laut Experten die Zertifizierung schaffen, für andere werde der Marktzugang gesperrt sein. Der Anteil russischer Pharmaerzeugnisse am ukrainischen Markt liegt ungefähr bei 5%.

Westliche Hersteller hingegen dürften mit dieser neuen Anforderung weniger Problem haben, da sie die GMP-Standards seit langem erfüllen. In der Ukraine werden heute Medikamente europäischer Unternehmen wie Berlin-Chemie/Menarini Group, Sanofi-Aventis, Novartis, Stada CIS, GlaxoSmithKline und anderen angeboten.

Empfehlung einzelner Medikamente durch Ärzte verboten

Was die Steigerung der Nachfrage durch Werbung angeht, so gilt seit Anfang 2013 eine Einschränkung für die Arzneimittelwerbung. So dürfen Ärzte grundsätzlich keine Reklame mehr für Medikamente betreiben. Sie dürfen nur noch einen Wirkstoff empfehlen beziehungsweise verschreiben, aber kein bestimmtes Medikament. Den Ärzten drohen empfindliche Geldstrafen, für den Fall, dass Sie sich von Pharmavertretern instruieren lassen und Absprachen zu Medikamenten treffen.

Die Pharmaunternehmen reagieren bereits. Nach Angaben des Portals depo.ua wurde die Zahl der Pharmavertreter bereits reduziert, und es sind mehr Mittel in die Werbemaßnahmen im Einzelhandel gelenkt worden. Apotheken werde von einzelnen Firmen nahegelegt, nur noch deren Medikament anzubieten und andere analoge Präparate erst gar nicht mehr zu verkaufen. Die Summe für solch eine Bevorzugung eines Medikamentes liegt im Dunkeln. Ein Experte nannte als Untergrenze 10.000 UAH und als Obergrenze 50.000 bis 80.000 UAH pro Monat je nach Umsatzstärke des Produktes und Lage der Apotheke.

Diese Zusatzeinnahmen sind für Apotheken auch deshalb verlockend, da sie mit sinkenden Margen zu kämpfen haben. Laut Marktforschungsfirma Proxima Research seien die Margen der Großhändler bis Ende Mai 2013 um 13% auf 22% gesunken. Apotheken kommen auf 5% Gewinnspanne. Während in Europa 2.000 bis 3.000 potenzielle Kunden auf eine Apotheke kommen, sind es in der Ukraine 1.000. Doch trotz des Verbotes von Apothekenkiosken in diesem Jahr hat die Zahl der Geschäfte nicht nachgelassen und liegt bei 22.000. Auch kommen immer neue Projekte dazu und haben bereits zu einem Überangebot an Verkaufsstellen und zu Rabattschlachten geführt.
Einfuhren von Arzneimittelpräparaten (in 1.000 US$, Zollwerte, Veränderung in %)
Warengruppe (HS) 2010 2011 2012 Veränderung 2012/2011
3001 Drüsen und andere Organe, auch als Pulver 3.377 4.933 3.529 -28,5
.darunter aus Deutschland 155 350 146 -58,3
3002 Menschliches und tierisches Blut, Antisera und immunologische Erzeugnisse, Impfstoffe 238.506 320.953 327.866 2,2
.darunter aus Deutschland 12.832 28.870 37.043 28,3
3003 Arzneiwaren, weder dosiert noch in Aufmachungen für den Einzelverkauf 5.710 6.556 4.479 -31,7
.darunter aus Deutschland 36 232 6 -97,4
3004 Arzneiwaren, dosiert oder in Aufmachungen für den Einzelverkauf 2.127.900 2.463.549 2.881.202 17,0
.darunter aus Deutschland 382.073 459.182 536.658 16,9
3005 Watte, Gaze, Binden, Verbandszeug und Pflaster, mit medikamentösen Stoffen getränkt oder überzogen 21.873 23.920 23.473 -1,9
.darunter aus Deutschland 307 379 690 82,1
3006 andere pharmazeutische Zubereitungen und Waren 47.433 59.087 67.393 14,1
.darunter aus Deutschland 13.513 15.871 19.740 24,4
Quelle: Staatskomitee für Statistik der Ukraine (DerzhKomStat), Kiew 2013

Kontaktanschrift:

Derschawna sluschba Ukrajini s likarskych sasobiw
(Staatlicher Dienst der Ukraine für medizinische Produkte)
Prospekt Peremogi 120, 03115 Kiew,
Tel./Fax: 0038 044/450 21 67 (Chefsekretariat)
(C.O.)


Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), UkrSEPRO, Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland