Automobilverkauf ist um 7% eingebrochen / Regierung kurbelt Absatz mit vergünstigten Krediten an
Von Bernd Hones und Edda Wolf
Moskau
(gtai) - Nach drei Wachstumsjahren sinkt 2013 der Absatz von
Kraftfahrzeugen am russischen Markt. Abwrackgebühren, eine Steuer auf
Luxusautos und Anti-Dumping-Zölle trüben die Aussichten ein. Um den
Verkauf von Pkw wieder anzukurbeln, bezuschusst die Regierung seit 1.
Juli 2013 Autokredite und plant Maßnahmen zur Erneuerung des Fuhrparks
an leichten Nutzfahrzeugen. Die Automobilkonzerne werden zur
Lokalisierung ihrer Produktion in Russland gedrängt. Viele
Kfz-Teile-Hersteller sehen darin ihre Chance.
Der Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wird 2013
voraussichtlich um über 5% schrumpfen. Allein von Januar bis August ist
der Absatz um 7% zurückgegangen. Zum Jahresende hoffen die
Automobilproduzenten auf eine Stabilisierung des Marktes. Insgesamt
werden 2013 voraussichtlich 2,75 Mio. Automobile verkauft, gegenüber 2,9
Mio. Stück im Vorjahr. Damit war der russische Automobilmarkt 2012 der
zweitgrößte in Europa und Nummer vier weltweit. Diese Position könnte
Russland 2013 einbüßen.
Unter Druck stehen vor allem die
Automobilimporte. Die Einfuhren von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen
gingen in den ersten sieben Monaten 2013 um 17,0% auf 520.400 Stück
zurück. Die Einfuhr von Lastkraftwagen sank sogar um 25,9% auf 51.100
Stück. Zum 1. September 2012 hatte die Russische Föderation auf alle
Importfahrzeuge eine Pflichtabwrackgebühr von mindestens 500 Euro für
Pkw und mindestens 3.750 Euro auf Lkw eingeführt. Hersteller mit einer
Produktionsstätte in Russland entgehen über eine Verpflichtung zur
Rücknahme gebrauchter Fahrzeuge dieser Abgabe, Importeuren steht diese
Option nicht offen. Erst im Oktober 2013 soll die Gebühr auch auf
russische Produzenten ausgeweitet werden.
Ob Russland diese
protektionistische Maßnahme tatsächlich zurücknimmt, bleibt abzuwarten.
Die Verkäufe von Lada, der Hausmarke von AwtoWAZ, fielen in den ersten
acht Monaten 2013 um 13%, Auftragsfertiger Sollers verzeichnete ein
Minus von 4%, die GAZ-Absätze schrumpften um 5%, die von UAZ um 12%. Das
alles trotz massiver Eingriffe in den freien Handel. Sollte der
russische Staat die Recyclinggebühr tatsächlich auf heimische
Produzenten ausweiten und die Hersteller diese Gebühr an die Konsumenten
weitergeben müssen, die Einbrüche würden wohl noch drastischer
ausfallen.
Obendrein will die Partei "Einiges Russland" von
Präsident Putin Luxusautos stärker besteuern. Auf ihre Initiative hat
die Duma am 3. Juli 2013 ein Gesetz verabschiedet, demzufolge Autos, die
mehr als 3 Mio. Rubel (rund 70.000 Euro; EZB-Wechselkurs vom 1.7.2013: 1
Euro = 43,06 Rubel) kosten, mit einer höheren Transportsteuer belegt
werden sollen. Für Autos mit einem Preis von 3 Mio. bis 5 Mio. Rubel
beträgt der Koeffizient für den Steuersatz 1,5 wenn sie neu sind, 1,3
wenn sie ein bis zwei Jahre alt sind und 1,1 wenn sie zwei bis drei
Jahre alt sind. Im nächsten Schritt wird das Ministerium für Industrie
und Handel ein Verzeichnis der betroffenen Automobile erstellen. Kenner
der Branche erwarten eine Ausweichbewegung der Händler. Diese würden die
Luxusautos in einer Basisausstattung verkaufen und registrieren, um sie
später nach Kundenwunsch aufzurüsten.
Um den heimischen Kfz-Markt
wieder anzukurbeln, bezuschusst die Regierung seit 1. Juli 2013
Autokredite. Banken sollen ihre Kredite bis Ende 2014 zu einem um 5,5
Prozentpunkte vergünstigten Satz herauslegen. Die Kosten für dieses
Programm werden auf 12 Mrd. Rubel (knapp 280 Mio. Euro) geschätzt. Bis
September 2013 waren bereits 212.00 Anträge auf einen vergünstigten
Autokredit eingegangen. Ungewöhnlicher Weise ist dieses Programm nicht
auf russische Automobile beschränkt. Allerdings: Den Zinszuschuss
erhalten Käufer nur, sofern das neue Kfz oder leichte Nutzfahrzeug
weniger als 700.000 Rubel (rund 16.000 Euro) kostet.
Der Chef von
Renault-Nissan, Carlos Gon, ist zuversichtlich, dass die
Autoabsatzzahlen 2014 und 2015 wieder steigen werden. Er begründet das
Wachstumspotenzial mit den Stützungsmaßnahmen durch die Regierung und
dem geringen Niveau der Motorisierung der russischen Bevölkerung. In
Russland gibt es zurzeit weniger als 300 Automobile pro 1.000 Einwohner,
während der Durchschnitt in Europa bei 500 Automobilen pro 1.000
Einwohner liegt. Insgesamt fahren über russische Straßen 37 Mio. leichte
Automobile mit einem Durchschnittsalter von 12 Jahren, so die Agentur
Autostat.
Entwicklung des russischen Absatzmarktes für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
| 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | Januar - August 2013 | Veränderung Januar-August 2013 / Januar-August 2012 | |
| Absatz (1.000 Stück) | 1.466 | 1.911 | 2.650 | 2.935 | 1.800 | -7% |
Quelle: Association of European Businesses
Russlands meistverkaufte Automarken (in Stück)
| Marke | 2012 | Januar bis August 2012 | Januar bis August 2013 | Veränderung Januar-August 2013 / Januar-August 2012 (in %) |
| Lada | 537.625 | 348.974 | 303.357 | -13 |
| Renault | 189.852 | 124.517 | 137.827 | 11 |
| Kia | 187.330 | 124.133 | 128.982 | 4 |
| Hyundai | 174.286 | 116.868 | 118.438 | 1 |
| Chevrolet | 205.042 | 135.497 | 111.671 | -18 |
| VW | 164.702 | 108.933 | 103.607 | -5 |
| Toyota | 153.047 | 105.119 | 101.431 | -4 |
| Nissan | 153.747 | 105.264 | 86.963 | -17 |
| Ford | 130.809 | 84.477 | 69.354 | -18 |
| Skoda | 99.0247 | 63.006 | 56.755 | -7 |
Quelle: Association of European Businesses (AEB)
Produktion von Automobilen in Russland
| Prognose 2013 | Januar-August 2013 | Veränderung in % | |
| Pkw und leichte Nutzfahrzeuge | 1.936.865* | 1.229.200 | -2,6 |
| .russische Marken | 580.935 | 353.500 | -14,3 |
| .ausländische Marken | 1.355.930 | 875.700 | +3,1 |
| Lastkraftwagen | 196.764 | 122.700 | -6,8 |
| .russische Marken | 167.652 | 105.600 | -6,6 |
| .ausländische Marken | 29.112 | 17.100 | -8,1 |
| Autobusse | 57.180 | 34.400 | -1,0 |
| .russische Marken | 28.068 | 26.700 | -8,2 |
| .ausländische Marken | 29.112 | 7.700 | -35,5 |
*) Ist 2012: 1.968.789
Quelle: ASM-Holding (Stand: 23.09.2013)
Außenhandel mit Kraftfahrzeugen (in Stück)
| Außenhandel mit Kfz | Januar-Juli 2013 | Veränderung Januar-Juli 2013 / Januar-Juli 2012 | Wert in Mio. US$ |
| Import von Kfz | |||
| Pkw und leichte Nutzfahrzeuge | 520.400 | -17,0% | 10.093 |
| .aus dem fernen Ausland | 481.900 | 9.820 | |
| .aus GUS-Ländern | 38.500 | 271,4 | |
| Lastkraftwagen | 51.100 | -25,9% | 1.600 |
| .aus dem fernen Ausland | 49.600 | 1.340 | |
| .aus GUS-Ländern | 1.500 | ||
| Export von Kfz | |||
| .Pkw und leichte Nutzfahrzeuge | 72.000 | +21,0% | 747,2 |
| .Lastkraftwagen | 13.600 | +33,3% | 343,1 |
Quellen: Föderaler Zolldienst, zitiert von der Nachrichtenagentur Prime
Der
größte Produzent von Automobilen ausländischer Marken in Russland ist
das Werk der Awtotor Holding in Kaliningrad. Dort rollten im 1. Halbjahr
2013 rund 115.100 Automobile der Marken BMW, GM und Kia von den
Bändern, 6,7% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der größte
Produzent von Automobilen im Verfahren der industriellen Montage war im
1. Halbjahr 2013 das Werk Hyundai Motor Manufacturing Rus bei Sankt
Petersburg mit 112.600 produzierten Fahrzeugen. Den höchsten Grad der
Lokalisierung hat das Moskauer Werk Avtoframos mit 75% erreicht. Die
Volkswagen Group Rus kauft für ihr Werk in Kaluga rund 50% der
Komponenten bei Zulieferern in Russland. Dahinter folgt Hyundai Motor
Manufacturing Rus mit einem Anteil von 47%. Der durchschnittliche
Lokalisierungsgrad in den Werken von Ford Sollers, Nissan Manufacturing
Rus und PCMA Rus (Kaluga) liegt bei über 30%. In den anderen Werken, die
im Verfahren der industriellen Montage arbeiten, beträgt das Niveau der
Lokalisierung 15 bis 20%. Dies ergab eine Untersuchung der Agentur
Autostat.
Neue Kapazitäten in Russland
Das neue Werk
MosAvtoZiL in Moskau wird die amerikanische Ingenieurfirma PAC Group
projektieren (Vertragswert: 370 Mio. Rubel). Die Kapazität beträgt
50.000 Fahrzeuge pro Jahr. Geplant ist die Auftragsfertigung von
leichten Nutzfahrzeugen der Marken Renault und Fiat. Mit dem Bau des
Werks soll ab dem 2. Halbjahr 2014 begonnen werden. Nach den Worten des
Generaldirektors von MosAvtoZIL, Igor Kulgan, wird in Kürze der Auftrag
für den Bau des Werks ausgeschrieben.
Der japanische Fahrzeugbauer
Toyota will ab 2016 in seinem Werk in Sankt Petersburg zusätzlich das
Modell RAV4 montieren - für den russischen und belarussischen Markt. Um
die Produktionsausweitung zu ermöglichen, investiert Toyota 5,9 Mrd.
Rubel (rund 135 Mio. Euro). Ab 2016 werden vor Ort jährlich 100.000
Fahrzeuge vom Band rollen. Seit Ende 2007 fertigt Toyota bereits das
Modell Camry in Sankt Petersburg. Daneben wird der Toyota Land Cruiser
Prado in Wladiwostok produziert. Die SKD-Montage wurde im Februar 2013
aufgenommen.
Der französische Renault Konzern finanziert per
Kredit AwtoWAZ die Modernisierung der dritten Produktionslinie (B0), auf
der das Modell Lada "Samara" gefertigt wird. Die Arbeiten an der Linie
sollen 2014 beginnen und 2015 enden. Danach wird AwtoWAZ über drei
Montagelinien mit einer Kapazität von je 350.000 Fahrzeugen pro Jahr
verfügen, erläuterte Bruno Anselen, Leiter des russischen Büros von
Renault.
Außerdem will Renault in seinem Moskauer Werk Awtoframos
etwa 20 Mrd. Rubel (über 460 Mio. Euro) investieren. Mit dem Geld soll
nach den Worten von Aleksei Komissarow, Leiter des Departements für
Industriepolitik der Moskauer Stadtregierung, bessere Ausrüstung gekauft
werden. Mittlerweile hat Renault im Werk Awtoframos eine Kapazität von
188.000 Einheiten erreicht. Ende 2013 wird Renault vor Ort die
Produktion des Modells Megane wieder aufnehmen. Bei Awtoframos sollen
künftig nicht nur Modelle für den russischen, sondern auch für den
kasachischen Markt montiert werden.
Der US-amerikanische
Autokonzern General Motors (GM) baut zusammen mit AwtoWAZ eine
Produktionsanlage für die neuen Chevrolet-Niva Geländewagen-Modelle. Die
beiden Unter-nehmen investieren über ihr Joint-Venture GM-AwtoWAZ 209
Mio. US$. Pro Jahr sollen in Togliatti 120.000 Karosserien produziert
werden. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2015 geplant.
Der
Ingolstädter Automobilkonzern Audi will im 2. Halbjahr 2013 mit der
Fahrzeugmontage in Russland beginnen. Die Montagehalle entsteht in
Kaluga auf dem Industriegelände der Konzernmutter Volkswagen. Wie die
Nachrichtenagentur Prime meldet, ist die Montage der Modelle Q3, Q5, Q7
und anderer angedacht. Die Rede ist von 10.000 Audi-Pkw pro Jahr.
Entgegen dem negativen Branchentrend legten die Verkäufe des bayerischen
Premiumherstellers in Russland in den ersten acht Monaten 2013 um 7%
auf 23.902 Stück zu.
Der Auftragsfertiger OOO Awtotor Holding
plant den Ausbau des Kfz-Clusters in Kaliningrad (gemeinsam mit Magna).
Laut Präsident Waleri Draganow sind dafür Investitionen von 120 Mrd. bis
140 Mrd. Rubel (3,0 Mrd. bis 3,5 Mrd. Euro) erforderlich. Bis 2020
sollen die Produktionskapazitäten in Kaliningrad auf 250.000 Automobile
erweitert werden. Im Dreischichtbetrieb sei dann sogar ein Jahresausstoß
von 350.000 Kfz möglich. Außerdem soll der Übergang von der SKD- zur
CKD-Montage vollzogen werden. Geplant sind sechs Automobilwerke und 15
Kfz-Zulieferbetriebe. Als mögliche Partner nannte Draganow die
Unternehmen BMW, GM, Kia, Hyundai und Daewoo. Die ersten Vereinbarungen
über den Bau von CKD-Werken könnten bis Ende Herbst unterschrieben
werden, erklärte Draganow auf der Konferenz "Autoevolution 2013" in
Kaluga. Um die Realisierung des Projekts zu beschleunigen, sei seine
Firma bereit, für 38 Mrd. Rubel die Versorgungsnetze für das 1.000 ha
große Industriegelände zu bauen, wenn die Regierung diese Ausgaben
später über die Steuerabrechnung kompensiere. Awtotor sorgt sich um die
Einhaltung der im Abkommen über industrielle Montage festgelegten
Fristen, denn 2016 laufen die in der Sonderwirtschaftszone Kaliningrad
bestehenden Steuervergünstigungen aus.
Die GAZ Gruppe hat Mitte
September 2013 mit der Produktion von Karosserierahmen für den Crossover
Mitsubishi Pajero Sport in ihrem Werk in Nischni Nowgorod begonnen. GAZ
wird bis Ende 2013 rund 8.000 Rahmen für den Mitsubishi Pajero Sport
herstellen (Schweißen, Antikorrosionsbeschichtung) und an PCMA Rus in
Kaluga liefern, sagte der Präsident der GAZ Gruppe, Bo Inge Andersson.
Die GAZ Gruppe wolle ihr Komponentengeschäft weltweit ausbauen und der
Rahmenbau seine eine von acht Sparten, die dabei im Fokus stünden. Laut
dem stellvertretenden Generaldirektor von PCMA Rus, Esiya Inomari, liegt
der Lokalisierungsgrad für den Mitsubishi Pajero Sport zurzeit bei 2%.
Der
chinesische Autoproduzent Great Wall will in Russland expandieren und
baut dazu zwei Werke: ein Werk in Lipetsk in Zentralrussland (mit seinem
russischen Partner Irito) und ein Montagewerk in Ussurijsk im
russischen Fernen Osten. Nach Angaben der Präsidentin von Great Wall,
Van Fenin, soll die Produktion von jährlich bis zu 100.000 Autos in
Lipetsk im Herbst 2013 starten. In der Anfangsphase ist die Montage des
Modells H6 vorgesehen, später kämen H2 und H8 hinzu. Die Investitionen
in das Projekt liegen bei 100 Mio. $. Momentan produziert Great Wall die
Geländewagen Hover und SUV G5 im Werk von Irito in der Ortschaft Gschel
bei Moskau. In der Stadt Ussurijsk sollen ab 2015 bis zu 150.000 Pkw
pro Jahr produziert werden. Die Investitionen in die erste Phase des
Projekts belaufen sich nach Angaben der Verwaltung des Gebiets Primorje
auf rund 350 Mio. $. Vorgesehen ist, vier Produktionslinien zum Pressen,
Schweißen, Lackieren und zur Endmontage zu einzurichten. Darüber hinaus
ist die Fertigung von Autokomponenten geplant. In der zweiten Phase,
für die die Chinesen weitere 250 Mio. $ veranschlagen, sollen die
Produktionskapazitäten und die Effizienz des Werks erhöht werden. Am
Ende soll ein Lokalisierungsgrad von 65% erreicht werden und bis zu
4.200 Arbeitsplätze entstehen.
Kfz-Zulieferindustrie
AwtoWAZ
und Renault-Nissan arbeiten an der Gründung einer gemeinsamen
Einkaufsorganisation für Industrieausrüstung, Antriebsaggregate und
Komponenten für Automodelle, die auf gemeinsamen Plattformen produziert
werden. Zum Hauptgeschäftsführer des neuen Gemeinschaftsunternehmens mit
Hauptsitz in der Stadt Togliatti wurde Daniel Perry ernannt. Er wird an
den Lenkungsausschuss berichten, dem Damir Kaschapov, Vize-Präsident
für die Beschaffung von AwtoWAZ, Christian van den Ende, Geschäftsführer
der Renault-Nissan Einkaufsorganisation RNPO, und Yasuhiro Yamauchi,
stellvertretender Geschäftsführer von RNPO, angehören.
Die
deutsche Schäffler-Gruppe hat im Juni 2013 mit dem Bau eines neuen Kfz-
und Industrieteilewerkes in Uljanowsk angefangen. Das Werk soll 2014
fertig gestellt werden. Schäffler produziert dort künftig Kugellager,
Motorenteile und Kupplungen. Die Investitionen belaufen sich auf knapp
50 Mio. Euro. Etwa 450 Arbeitsplätze entstehen.
Der deutsche
Autozulieferer Edscha hat am 5.09.2013 begonnen, ein Werk in der
Sonderwirtschaftszone Togliatti (Gebiet Samara) zu errichten. Dort will
Edscha ab Herbst 2014 Türscharniere produzieren. Erster Kunde ist die
Allianz AwtoWAZ-Renault-Nissan. Es sollen 313 Mio. Rubel investiert
werden und 150 Arbeitsplätze entstehen, verkündete Torsten Greiner,
Vorsitzender der Geschäftsführung der Edscha Gruppe.
Das
Gemeinschaftsunternehmen Ford-Sollers hat mit dem Bau einer
Motorenfabrik in Tatarstan begonnen. Das Werk in der
Sonderwirtschaftszone Alabuga soll 274 Mio. $ kosten und im Dezember
2015 fertig gestellt werden. In der ersten Ausbaustufe sollen dort
jährlich 105.000, später sogar 200.000 Motoren vom Band laufen. Dabei
handelt es sich um einen 1,6-Liter-Motor in drei Varianten: 85, 105 und
125 PS. Mit den Motoren kann ab 2016 ein Drittel aller in Russland
produzierten Ford-Pkw ausgerüstet werden.
AwtoWAZ will im Oktober
2013 die Produktion von Motoren nach Renault-Nissan-Lizenz aufnehmen.
Der Konzern plant, bis zu 300.000 Stück pro Jahr zu fertigen. Momentan
laufen alle Tests, die für die Serienfertigung notwendig sind.
Langfristig will AwtoWAZ auch die Produktion von anderen Fahrzeugteilen
wie Getrieben oder Fahrgestellen unter Lizenzen seiner Partner
aufnehmen. Im Gespräch sind Investitionen in Höhe von 36 Mrd. Rubel
(827,6 Mio. Euro) bis zum Jahr 2020.
Die indische Firma Avtec und
die spanische CIE Automotive wollen Motoren für die neue Generation des
Crossovers Chevrolet Niva von GM-AwtoWAZ produzieren. Wie das
Nachrichtenportal Auto.vesti.ru meldete, planen beide Firmen die
Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in der Sonderwirtschaftszone
Togliatti. Die Investitionen in das Projekt betragen 31,5 Mio. $.
Der
spanische Kfz-Zulieferer Gestamp hat vor, seine Produktionsanlagen in
Kaluga um etwa 70% zu erweitern. Zusammen mit dem Stahlkonzern Severstal
wollen die Spanier die Kapazitäten für rund 8 Mrd. Rubel (186,3 Mio.
Euro) ausbauen. Das Werk ist der wichtigste Lieferant von Metallteilen
für Volkswagen in Kaluga. Gestamp-Chef Francisco Riberas begründet die
Ausbaupläne damit, dass die Nachfrage nach Kfz-Teilen durch VW steige.
Der
angeschlagene Aluminiumkonzern Rusal versucht sein Glück als
Automobilzulieferer. Zusammen mit dem israelischen Unternehmen Omen
gründet Rusal eine Produktion auf dem Gelände der Wolchowsker Fabrik im
Gebiet Leningrad. Die Fließbänder sollen 2015 anlaufen, die Kosten
werden auf 12 Mio. $ geschätzt. Dabei geht es um eine Karosserie- und
Motorteilefertigung.
Die GAZ Gruppe und Magnetto Wheels, eine
Tochterfirma der italienischen Gruppe CLN Sp.A., haben am 12.09.2013
eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Venture für die
Produktion von Stahlrädern in Nischni Nowgorod unterzeichnet. Die
endgültige Vereinbarung wird frühestens in acht Monaten geschlossen. Der
Produktionsstart ist für 2015 geplant. Vorgesehen ist eine Kapazität
von jährlich 3 Mio. Rädern. Diese sollen an die Unternehmen der GAZ
Gruppe und deren Partner Volkswagen, General Motors und Daimler
geliefert werden, sowie an andere ausländische Automobilkonzerne mit
Montagewerken in Russland. Das Projekt soll laut Bo Inge Andersson,
Generaldirektor der GAZ Gruppe, zur Modernisierung der Räderproduktion
von GAZ führen. Es ist bereits das dritte Joint Venture der GAZ Gruppe
zur Produktion von Automobilkomponenten. Auf dem Werksgelände in Nischni
Nowgorod arbeitet bereits Bosal-GAZ zur Fertigung von Abgasanlagen.
Außerdem laufen die Vorbereitungen zum Start der gemeinsamen Produktion
mit dem Hersteller von Verbindungselementen Bulten, sagte Kirill
Epstein, Direktor der Sparte Autokomponenten der GAZ Gruppe.
Die
Grupo Antolin aus Spanien plant ihr zweites Werk bei Sankt Petersburg.
Das Unternehmen produziert Innenausstattungen für Autos. Im neuen, 30
Mio. Euro teuren Produktionsbetrieb sollen Kfz-Teile für Toyota, GM und
Nissan im Gebiet Leningrad hergestellt werden. Einige Komponenten wollen
die Spanier aber auch an Volkswagen in Kaluga verkaufen.
Die
spanische Zanini Auto Grup und die Firma Al-Kompanija haben Mitte
September vereinbart, ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von
Kunststoffkappen für Automobile in Nischni Nowgorod zu gründen. Die
Investitionen in das Projekt werden auf etwa 5 Mio. Euro beziffert.
Mitte 2015 soll die Produktion starten. Laut dem Generaldirektor der
Zanini Gruppe, Josep Muntasel, rechnet sein Unternehmen mit einem
Anwachsen des russischen Automobilmarktes auf 3,5 Mio. Fahrzeuge pro
Jahr.
Fuyao Glass aus der VR China hat am 7.09.2013 sein Werk in
Kaluga eröffnet. Die Kapazität ist auf 1 Mio. Einheiten Autoglas pro
Jahr ausgelegt und soll innerhalb von zwei Jahren verdreifacht werden.
Insgesamt sind 300 Mio. Euro in dieses Projekt geflossen, erläuterte der
Generaldirektor von Fuyao steklo rus (Fuyao Glass Rus), Chen Chutsin,
gegenüber der Wirtschaftszeitung "Vedomosti". Etwa zwei Drittel des vor
Ort produzierten Autoglases sollen nach Europa exportiert und ein
Drittel innerhalb Russlands verkauft werden. Hauptkunde wird das
Volkswagen-Werk in Kaluga sein. Der Präsident der Fuyao Glass Industry
Group, Cao Deva, sagte, dass sein Unternehmen auch eine Produktion von
float-Glas in Russland in Erwägung zieht. Neben Fuyao Glass errichtet
auch ein Gemeinschaftsunternehmen von Saint-Gobain (Frankreich) und
Trakya Cam Sanayi (Türkei) ein Autoglaswerk in Tatarstan.
Der
Markt für die Primärausstattung mit Autoglas in Russland hat ein Volumen
von etwa 15 Mio. Scheiben pro Jahr, das sind rund 1,9 Mio. Glaspakete
mit je acht Scheiben. Der Sekundärmarkt beläuft sich auf etwa 4 Mio.
Scheiben pro Jahr. Rund 50% des russischen Marktes für Automobilglas
hält gegenwärtig die japanische Asahi Glass Company, die bereits 1997
den Autoglas-Hersteller Borski stekolny sawod (Borsker Glaswerk) gekauft
hatte. Die Kapazität beträgt 1,5 Mio. Glaspakete pro Jahr.
Lastkraftwagen
Die
Lage am russischen Lkw-Markt ist schlecht. Der Absatz schrumpfte in den
ersten sieben Monaten 2013 um 18% auf 165.800 Fahrzeuge, meldet die
ASM-Holding. Auf Lkw russischer Marken entfiel ein Anteil von 83.800
Stück oder 50,5%, auf in Russland produzierte Lkw ausländischer Marken
ein Anteil 14.900 Stück oder 9,0%. Außerdem wurden 62.100 neue Lkw
(Marktanteil: 37,5%) und 5.000 gebrauchte Lkw (3,0%) importiert.
Darunter stieg der Import von leichten Nutzfahrzeugen um 7% auf 38.520
Stück, fiel allerdings nach Einführung eines Schutzzolls im Juli um 20%.
Schwaches Wirtschaftswachstum und Preiserhöhungen aufgrund von
Schutzzoll und Recyclinggebühr - führende Nutzfahrzeugexperten sehen die
Entwicklung des russischen Lkw-Marktes 2013 kritisch.
Marktvolumen für Lkw in Russland
| Lkw nach Klassen | 2011 | 2012 | Veränderung 2012/2011 in % |
| Leichte Nutzfahrzeuge bis 6 t | 176.355 | 188.095 | +7 |
| Mittelschwere Lkw von 6 bis 16 t | 10.119 | 11.552 | +14 |
| Schwere Lkw ab 16 t | 29.410 | 25.937 | -12 |
Quelle: Association of European Businesses (AEB)
Die
Produktion von Lkw (inklusive Chassis und leichte Lkw) ging nach
Angaben der ASM-Holding in den ersten sieben Monaten um 6,7% auf 105.600
Stück und in den ersten acht Monaten 2013 um 6,8% auf 122.700 Stück
zurück. Der Föderale Statistikdienst Rosstat gib davon abweichend an,
die Produktion sei von Januar bis August 2013 um 6,7% auf 126.000 Lkw
gesunken.
Leichte und mittelschwere Lastkraftwagen
Der
Absatz von leichten Nutzfahrzeugen fiel von Januar bis August 2013 um
10% auf 113.800 Stück. Dabei betrug der Marktanteil inländischer Marken
67,2% und ausländischer Marken 32,8%. Im Gesamtjahr 2013 wird der
russische Markt für leichte Transporter voraussichtlich um 10 bis 12%
schrumpfen, prognostizieren die Experten von Autostat. Eine Erholung ist
für 2014 und 2015 in Sicht. Davon sind Adil Schirinow,
geschäftsführender Direktor von Ford Sollers, und Juri Sorin, Direktor
für Verkauf und Entwicklung der Hino motors sales, überzeugt. Künftig
könnte der Markt für leichte Nutzfahrzeuge um 2 bis 5% jährlich wachsen,
schätzt der Direktor von Autostat, Sergej Udalow.
Die Verkäufe
der GAZ Gruppe, des Marktführers im Segment Kleintransporter, sind von
Januar bis August 2013 um 5% auf 52.963 Stück zurückgegangen, berichtet
die Association of European Businesses. Nach den Worten von Vadim
Sorokin, bei GAZ Direktor der Sparte "Leichte kommerzielle Automobile",
sank der Absatz dagegen um 7% auf 44.700 Fahrzeuge. Die GAZ Gruppe plant
2013 rund 6 Mrd. Rubel (140 Mio. Euro) in ihre Produktion zu
investieren, erklärte Vizepräsident Evgenij Belinin. Dabei setzt GAZ auf
die Modernisierung bestehender Produkte, neue Fahrzeugmodelle,
industrielle Zusammenarbeit und Projekte zur Auftragsfertigung (z.B.
Mercedes Sprinter). Im April startete die Produktion der neuen
Modellfamilie GAZel Next, die am unteren Rand des mittleren
Preissegments positioniert ist. Ab September soll ein neuer Kleinbus
montiert werden. Im Jahr 2014 wird das Unternehmen einen
Ganzmetall-Kastenwagen, den Sobol Next, eine 5-Tonnen-Version des GAZel
Next und mittelschwere Lkw auf Basis des GAZel Next auf den Markt
bringen. Außerdem will die GAZ Gruppe das Lkw-Werk Ural modernisieren
und ihre Produktion von Reisebussen weiterentwickeln.
Am stärksten
eingebrochen sind in den ersten acht Monaten 2013 die Verkäufe von
leichten Nutzfahrzeugen der Hersteller Hyundai (-54%), Fiat (-22%) und
Peugeot (-19%), die ihre Modelle importieren. Dies hängt damit zusammen,
dass die russische Regierung nichts unversucht lässt, um heimische
Produzenten vor internationalem Wettbewerb zu schützen. Mit einem
Anti-Dumping-Zoll auf leichte Nutzfahrzeuge aus dem Ausland verlieren
Importmodelle preislich an Attraktivität für die Kunden und werden
ausländische Hersteller zur Lokalisierung ihrer Produktion gezwungen.
Seit Mitte Juni 2013 müssen Hersteller aus Deutschland, Italien und der
Türkei einen Strafzoll von bis zu 29,6% für ihre leichten Nutzfahrzeuge
zahlen, zusätzlich zu den bestehenden 10% Importzoll (mit dem Beitritt
zur WTO Mitte August 2012 war der Zollsatz auf Nutzfahrzeuge zwischen
2,8 und 3,5 Tonnen mit Dieselmotor von 25 auf 10% gefallen). Dagegen
konnten Ford und Mercedes-Benz, die ihre Produktion von leichten
Nutzfahrzeugen bereits in Russland lokalisiert haben, den Absatz um 24%
beziehungsweise 12% steigern.
Aktuell planen Volkswagen, Hyundai,
Nissan, Renault und Fiat den Aufbau einer eigenen Produktion von
Transportern in Russland. Renault und Fiat führen Gespräche mit dem
Moskauer Autowerk ZiL. Hyundai will seine Montage in Partnerschaft mit
Awtotor in Kaliningrad entwickeln. Volkswagen analysiert gegenwärtig den
russischen LCV-Markt und wählt passende Modelle aus. Im Jahr 2012
importierte VW 16.161 leichte Nutzfahrzeuge nach Russland. Für eine
Lokalisierung der Produktion wäre eine Stückzahl von 25.000 optimal. Der
japanische Hersteller Hino erwägt eine eigene Produktion von leichten
und mittelschweren Lkw in Russland zu organisieren, sobald der Absatz
5.000 Stück pro Jahr beträgt. Diesen Wert will das Unternehmen 2016
erreichen. Im Jahr 2013 werden voraussichtlich 2.400 Lkw verkauft, sagte
der Direktor für Verkauf und Entwicklung der Hino Motors Sales, Jurij
Sorin.
Das russische Ministerium für Industrie und Handel
schmiedet Pläne zur Erneuerung des Fuhrparks von leichten
Nutzfahrzeugen. Zurzeit sind über die Hälfte aller leichten
Nutzfahrzeuge (52%) in Russland zehn Jahre oder älter. Allein zwischen
2008 und 2010 hat sich die Zahl der über zehn Jahre alten LCV um 372.000
erhöht. Ein Vorschlag sieht vor, die zugelassene Nutzungsdauer von LCV
auf 7 bis 15 Jahre (in Abhängigkeit von der Art des Fahrzeugs) zu
begrenzen, erläuterte der stellvertretende Minister Alexej Rachmanow.
Mit der Maßnahme solle die Sicherheit auf russischen Straßen erhöht
werden. Bislang gibt es solche Fristen nicht. Außerdem planen die
Ministerialbeamten, die Transportsteuer durch eine ökologisch
orientierte Steuer mit differenzierten Sätzen je nach Euro-Norm, Hubraum
und Alter des Fahrzeugs zu ersetzen. Darüber hinaus soll das Programm
für vergünstige Autokredite 2013 und 2014 subventioniert werden. Bei
staatlichen Beschaffungskäufen sollen künftig nur noch Kfz zum Zuge
kommen, die in der Zollunion Russland-Belarus-Kasachstan produziert
werden.
Schwere Lastkraftwagen
Der russische Markt für
schwere Lkw wird 2014 voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres
bleiben oder leicht wachsen. Kamaz prognostiziert einen Absatz von
90.000 bis 95.000 schweren Lkw. Für das laufende Jahr 2013 rechnen
Experten mit 91.000 verkauften Lkw. Das entspräche einem Minus von 22%
gegenüber 2012, als 117.000 schwere Lkw ausgeliefert wurden.
Der
größte russische Lkw-Hersteller Kamaz hat sein Absatzziel für 2013 von
45.000 auf 43.500 Fahrzeuge nach unten korrigiert. Das
Investitionsprogramm für 2014 sieht etwa 9 Mrd. Rubel vor, soviel wie
2013, sagte Generaldirektor Sergej Kogogin. Mitte September
unterzeichnete Kamaz mit RT-Invest, einer Tochterfirma der Staatsholding
Rostech, eine Vereinbarung über Zusammenarbeit bei der Produktion und
Wartung von Spezialfahrzeugen für die Müllentsorgung. Die beiden
Unternehmen wollen sich eine 40-prozentige Scheibe vom Kuchen des 400
Mio. $ umfassenden russischen Marktes für Müllfahrzeuge abschneiden.
Daimler hält einen Anteil von 11% an Kamaz.
Die GAZ Gruppe erwägt,
in den nächsten fünf Jahren bis zu 11 Mrd. Rubel in die Erneuerung der
Produktpalette und die Modernisierung der Produktionsanlagen des
Lkw-Werks Ural zu investieren. Unter anderem sollen Lkw der Marke Ural
künftig eine neue Fahrerkabine erhalten.
Auftragsfertiger Awtotor
wird im Januar 2014 mit der Produktion von Lkw der Marke Tata Daewoo in
Kaliningrad beginnen. Zunächst sind 2.000 Stück der Modelle Prima und
Novus geplant. Tata Daewoo Commercial Vehicles ist der größte Hersteller
von mittelschweren und schweren Lkw in Korea (Rep.). Auch Hyundai will
seine Produktion von mittelschweren Lkw in Kooperation mit Awtotor oder
ZiL (Moskau) entwickeln, sagte der Stellvertreter des Generaldirektors
von Hyundai Comtrans Rus, Dmitrij Tokarew.
Unterdessen kehrt der
US-amerikanische Anbieter Navistar International nach fünf Jahren zurück
auf den russischen Markt. Der Vertrieb des Modells International
ProStar wird über die acht Verkaufsstützpunkte von Navistar Eurasia
erfolgen.
Busse
Der russische Busmarkt hat das
Vorkrisenniveau von 2008 noch nicht wieder erreicht. Im Jahr 2012 wurden
gerade einmal 17.900 Busse verkauft; 2008 waren es noch 22.000 Stück.
Nach Angaben der ASM-Holding sank der Absatz in den ersten sieben
Monaten 2013 um 17,2% auf 31.500 Busse (inklusive Mikrobusse und
Buskabinen auf LKW-Chassis). Inländische Hersteller dominieren den Markt
- mit 20.600 verkauften Bussen sicherten sie sich einen Marktanteil von
65,3%. Die in Russland produzierten Busse ausländischer Marken folgen
darauf mit 6.700 Stück und einem Marktanteil von 21,3%. Außerdem wurden
4.100 neue Busse (12,9%) und 100 gebrauchte Busse (0,5%) importiert.
Unangefochtener
Marktführer bei Bussen in Russland ist das Gorkowski Awtomobilnyi Zawod
(GAZ). Das Unternehmen hat 2012 knapp 14.000 Busse verkauft. Für 2013
will es dieses Ergebnis trotz der verschlechterten Wirtschaftslage
wieder knapp erreichen. Ziel von GAZ ist es, seinen Marktanteil von 65
auf 71% zu steigern. Der Konzern profitiert von den Olympischen
Winterspielen 2014 in Sotschi, für die er bis zum Jahresende 739 Busse
vom Typ GolAZ für über 6 Mrd. Rubel liefern darf. Außerdem werden 2013
weitere 565 Busse an Mosgortrans und 87 Busse an die Stadtverwaltung von
Sankt Petersburg ausgeliefert. Hauptkonkurrent der GAZ Gruppe sind das
Neftekamsker Autowerk, das zu Kamaz gehört, sowie europäische und
chinesische Hersteller.
Die Regierung der Russischen Föderation
hat Mitte Mai 2013 damit begonnen, die Hälfte des öffentlichen
Personennahverkehrs auf Gasbetrieb umzurüsten. In Russland gibt es
950.000 Busse. Davon sind 300.000 bis 350.000 im öffentlichen
Personennahverkehr im Einsatz. Sprich, das Staatsprogramm umfasst
150.000 bis 180.000 Busse, die künftig mit Gas betrieben werden sollen.
Dieses Marktsegment will GAZ mit Bussen des Likinskij awtobusny sawod
bedienen. Dabei gibt es zurzeit in ganz Russland gerade einmal 250
Gastankstellen. Das Netz müsste massiv erweitert werden. Des Weiteren
kündigte Premierminister Dmitri Medwedew an, dass Zolltarife auf
Gasmotoren und Komponenten für Tankstellen, die nicht in Russland
produziert werden, gesenkt oder komplett gekappt werden sollen.
Die zehn gefragtesten Busmarken in Russland 2012 (Absatz in Stück)
| Marke | Zulassungen 2012 | Marktanteil in % |
| PAZ | 9.380 | 52,3 |
| LIAZ | 2.290 | 12,8 |
| Hyundai | 1.410 | 7,8 |
| MAZ | 1.170 | 6,5 |
| Bogdan | 700 | 3,9 |
| NEFAZ | 655 | 3,7 |
| Higer | 480 | 2,7 |
| KAWZ | 430 | 2,4 |
| Wolschanin | 255 | 1,4 |
| Daewoo | 200 | 1,1 |
Quelle: Autostat.ru
(H.B./E.W.)
Zertifizierung
GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,
Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland