Investitionsprojekte für aromatische Kohlenwasserstoffe sind in der Projektierungsphase Von Bernd Hones
Moskau
(gtai) - In Russland entstehen in den kommenden Jahren große Anlagen
zur Produktion von aromatischen Kohlenwasserstoffen. Die Kapazitäten für
P-Xylol sollen sich verdoppeln. Auch zur Weiterverarbeitung benötigen
die Konzerne die passende Ausrüstung. Bis zum Jahr 2020 könnte sich die
Produktion von Terephthalsäure versechsfachen. Diese Prognose beruht auf
den Entwicklungsplänen der russischen Hersteller.
Bis 2020 planen Russlands Chemiekonzerne neue Kapazitäten für
aromatische Kohlenwasserstoffe, genauer gesagt für 510.000 t P-Xylol und
für 1,25 Mio. t Terephthalsäure. Projektstart für den Bau der neuen
beziehungsweise für die Erweiterung bestehender Anlagen dürfte
allerdings nicht vor 2015 sein. Diese Meinung vertrat Fares Kilzie,
Präsident der Chemieberaterfirma Creon Energy, auf der siebten
internationalen Konferenz für aromatische Kohlenwasserstoffe in Moskau.
Die
sibirische Raffinerie Omski NPS will die bestehenden
P-Xylol-Kapazitäten um 70.000 t erweitern. Zurzeit liegen die
Kapazitäten bei 160.000 t. Die gleichen Kapazitäten weist auch die
Anlage von Ufaneftechim in der Republik Baschkortostan auf. Dort erwägt
die Geschäftsführung sogar eine Erweiterung um 240.000 auf 400.000 t.
Der Erdölverarbeitungskomplex Taneko in Tatarstan plant eine Anlage für
200.000 t O-Xylol. Zurzeit liegen die Kapazitäten russlandweit bei
380.000 t. Sprich: von 2015 bis 2020 könnte Russland in der Lage sein,
den P-Xylol-Ausstoß auf 890.000 t mehr als zu verdoppeln.
Dennoch
wird dies nach Ansicht der Marktexperten bei Creon Energy möglicherweise
nicht reichen, um die ständig steigende Nachfrage nach P-Xylol zu
decken. Diese wird voraussichtlich von heute 175.000 t bis zum Jahr 2015
auf 210.000 t und bis 2020 sogar auf über 1 Mio. t steigen.
Noch
stärker als die Produktion von P-Xylol sollen die Kapazitäten für die
Herstellung von Terephthalsäure zunehmen. Polief plant eine
Kapazitätserweiterung um 50.000 t, Omski NPS will ab 2020 rund 350.000 t
und Taneko 250.000 t Terephthalsäure produzieren können. Doch
Marktführer könnte die Obedinjonnaja neftechimitscheskaja kompanija
(ONK) werden. Laut Creon-Experten plant der Konzern eine Anlage zur
Produktion von 600.000 t Terephthalsäure pro Jahr.
"Zurzeit läuft
die Suche nach den Partnern, Technik wird noch nicht eingekauft", teilte
Nadeschda Seliwanowa von der Marktforscherfirma Kortes zum Stand der
Investitionsprojekte mit. Leonid Krutschinin, stellvertretender
Marketingdirektor beim Spezialchemiehändler Impeksneftechim, sagte, es
sei unklar, ob all diese geplanten Projekte wirklich in die Tat
umgesetzt werden. Vertreter der großen Chemiekonzerne bestätigten zwar
ihre Investitionsabsichten, gaben aber keine weiteren Auskünfte über den
Stand der Projekte. Würden die genannten Vorhaben verwirklicht, so
könnten nicht alle Chemieanlagen zur Terephthalsäure-Produktion mit
P-Xylol aus Russland beliefert werden. Rein rechnerisch würden im Land
150.000 bis 160.000 t fehlen. Bliebe nur die Möglichkeit, P-Xylol zu
importieren. Zurzeit exportiert Russland den aromatischen
Kohlenwasserstoff noch in großem Stil. Die wichtigsten Abnehmerländer
sind Finnland und Belarus.
Russland ist ein überwiegend autarker
Markt für aromatische Kohlenwasserstoffe. Importe sind so gut wie gar
nicht notwendig, die Kapazitäten reichen zur Deckung der inländischen
Nachfrage. Fast die Hälfte der in Russland hergestellten aromatischen
Wasserstoffe entfällt auf Benzol. Im 1. Halbjahr 2013 ist der Output um
etwa 10% gestiegen. Dies ist zurückzuführen auf die Unternehmen GPNS,
Sanors und Stawrolen, die ihre Produktion in den ersten sechs Monaten
2013 deutlich gesteigert haben.
Die Herstellung von Methylbenzol
(Toluol) liegt seit einigen Jahren konstant bei etwas mehr als 300.000 t
pro Jahr. Auch im 1. Halbjahr 2013 veränderte sich der Ausstoß kaum. Zu
den wichtigsten Herstellern in Russland gehören Omski NPS und
Jaroslawnefteorgsintes (Janos). Zwei Drittel der Inlandsproduktion von
Toluol wird von den Erzeugern direkt weiterverarbeitet, ein Drittel
verkaufen sie. Mit steigenden Qualitätsanforderungen und höheren
Umweltstandards bei Treibstoffen nimmt der Eigenverbrauch ständig ab. Zu
drei Vierteln wird das in Russland verkaufte Toluol als
Treibstoffkomponente verwendet. Weitere 16% werden zur Produktion von
Lacken und Farben eingesetzt - dies ist ein Wachstumssegment. Rund 9%
dienen zur Herstellung von Nitroverbindungen.
Produktion aromatischer Kohlenwasserstoffe in Russland (in 1.000 t)
| 2011 | 2012 | Anteil in % | |
| Aromatische Kohlenwasserstoffe insgesamt, davon | 1.850 | 1.800 | 100 |
| .Benzol | 958 | 872 | 48 |
| .Methylbenzol (Toluol) | 295 | 296 | 16 |
| .P-Xylol | 323 | 298 | 17 |
| .O-Xylol | 173 | 185 | 10 |
| .Steinkohle-Benzol | 92 | 135 | 8 |
| .Steinkohle-Methylbenzol | 9 | 14 | 1 |
Quelle: Creon
Kontaktanschriften:
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E-Mail: info_bn@bashneft.ru, Internet: http://www.bashneft.ru
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