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Donnerstag, 25. September 2014

Russlandsanktionen und Rubelabwertung betreffen litauische Unternehmen unmittelbar

Für viele Nahrungsmittel- und Getränkeanbieter ist Russland traditionell ein wichtiger Markt
Von Torsten Pauly

Vilnius (gtai) - Russland ist für Litauen der größte Exportmarkt, Energielieferant und Devisenbringer für die Logistik- und Tourismusbranche. Der im August 2014 verkündete russische Importstopp für EU-Nahrungsmittel und -Getränke kann Litauens Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Nordea-Bank um rund 0,81% reduzieren. Der Negativeffekt wäre damit noch höher als in Estland und Lettland. Ein neues LNG-Terminal verbunden mit Bezug von Erdgas aus Norwegen soll die Abhängigkeit in diesem Bereich diversifizieren.

Russland ist für Lettland nach wie vor der wichtigste Exportmarkt. Von Januar bis Juni 2014 hat Litauen noch 3,4% mehr Waren nach Russland exportiert als in den ersten sechs Monaten 2013 - trotz der inzwischen erfolgten Rubelabwertung gegenüber der an den Euro gekoppelten Landeswährung Lita (1 Euro = 3,4528 Lita; fester Wechselkurs). Dieses Ausfuhrplus nach Russland lag vor allem an der Steigerung der Exporte von chemischen Erzeugnissen (+15,1%), Fertigerzeugnissen (+14,4%) sowie Maschinen und Fahrzeugen (+12,0%). Dagegen ist es bei Nahrungsmitteln (-10,3%), Vorerzeugnissen (-13,3%) und Rohstoffen (-14,1%) in der 1. Jahreshälfte 2014 zu Rückgängen gekommen.

Im 1. Halbjahr 2014 sind die litauischen Importe aus Russland mit einem Minus von 25,5% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum stark eingebrochen. Dies lag vor allem an den um 28,4% gesunkenen Rohölbezügen. Der Grund hierfür ist in erster Linie die geringe Auslastung der Raffinerie in Mazeikiai, die zum polnischen Orlen-Konzern gehört. Die Raffinerie stammt noch aus Sowjetzeiten und ist technologisch auf die Verarbeitung russischen Öls ausgerichtet. Sie trug im Jahr 2013 rund 32,6% zur gesamten litauischen Industrieproduktion bei. In den ersten Monaten 2014 war die Anlage aber aufgrund fehlender Aufträge teilweise nur zu 60% ausgelastet. Eine Ursache für die geringere Nachfrage sind neben der Ausrichtung auf russisches Erdöl vor allem internationale Raffinerie-Überkapazitäten.
Veränderung der litauischen Handelsströme im 1. Halbjahr 2014

Volumen (in Mio. Euro) Veränderung zur Vorjahresperiode (in %)
Warenexport (insgesamt) 11.436,3 -3,6
.Russland 2.377,8 3,4
.Ukraine 300,8 -6,8
.EU 6.501,7 -3,2
..Deutschland 874,6 -5,0
Warenimport (insgesamt) 12.449,6 -0,1
.Russland 2.765,2 -25,5
.Ukraine 121,6 1,7
.EU 7.993,7 8,3
..aus Deutschland 1.291,5 0,3
Quelle: Eurostat

Litauen liefert die meisten seiner Ausfuhren nach Russland

Der Anfang August 2014 von Russland beschlossene Importstopp von Nahrungsmitteln und Getränken aus der EU betrifft viele litauische Anbieter unmittelbar. Im Jahr 2013 nahm Russland etwa 29,1% aller von Litauen ausgeführten Nahrungsmittel ab. Bei Getränken betrug dieser Anteil sogar 34,9% und bei tierischen und pflanzlichen Ölen immerhin 21,7%. Die Nordea-Bank schätzt, dass das litauische BIP um 0,81% geringer ausfällt, wenn die russischen Lebensmittel-Beschränkungen dauerhafter Natur sind. Damit ist die erwartete Auswirkung des Importstopps in Litauen noch größer als in den baltischen Nachbarstaaten Lettland und Estland, wo der negative BIP-Effekt 0,44 beziehungsweise 0,46% erreicht.
Litauischer Export nach Warengruppen 2013
(SITC-Position) Volumen (in Mio. Euro) Anteil Russlands (in %)
Insgesamt, davon 24.544,6 19,8
.Nahrungsmittel/Lebende Tiere (0) 3.655,4 29,1
.Getränke/Tabak (1) 651,6 34,9
.Rohstoffe (2) 1.110,5 9,7
.Brennstoffe/Technische Öle (3) 5.713,7 0,3
.Tierische/Pflanzliche Öle (4) 50,6 21,7
.Chemische Erzeugnisse (5) 3.025,8 12,5
.Vorerzeugnisse (6) 2.481,7 23,2
.Maschinen/Fahrzeuge (7) 4.391,5 36,5
.Fertigerzeugnisse (8) 3.447,9 25,7
.Sonstiges (9) 16,0 6,4
Quelle: Eurostat

Sehr hoch ist der russische Anteil auch beim litauischen Export von Vor- und Fertigerzeugnissen (23,2 respektive 25,7%) sowie von Maschinen und Fahrzeugen (36,5%). Hierbei handelt es sich allerdings oft um Reexporte, die nicht in Litauen selber produziert wurden. Insgesamt hat Litauen 2013 etwa 19,8% seiner Warenexporte nach Russland geliefert, erst mit erheblichem Abstand folgte der Nachbar Lettland mit 10,0%. In die EU insgesamt gingen 55,5% aller litauischen Ausfuhren.
Litauischer Außenhandel nach Ländern 2013 (in Mio. Euro)
Warenimport (insgesamt) 26.207,7
.Russland 7.368,3
.Deutschland 2.752,1
.Polen 2.499,8
.Lettland 1.630,3
.Niederlande 1.380,0
Warenexport (insgesamt) 24.544,6
.Russland 4.869,0
.Lettland 2.443,9
.Deutschland 1.761,1
.Polen 1.816,7
.Estland 1.372,1
Quelle: Eurostat

Im Jahr 2013 kamen 85% der Energieimporte aus Russland

Eine noch größere Bedeutung hat Russland für Litauen als Importeur: Im Jahr 2013 kamen 28,1% der Einfuhren von dort. Dabei ist die Abhängigkeit beim Energiebezug mit einem russischen Anteil von 84,6% an den litauischen Energieimporten besonders stark. Dieser Anteil war beim Gas (97,4%) noch höher als beim Öl (83,6%) und bei der Kohle (69,6%). Allerdings eröffnen sich Litauen ab Ende 2014 neue Bezugsoptionen für Gas. Zu diesem Zeitpunkt soll das vom norwegischen Statoil-Konzern belieferte Flüssiggasterminal im Hafen Klaipeda in Betrieb gehen.

Energieimporte von Litauen 2013
Insgesamt (in Mio. Euro) 7.854,8
.aus Russland (in %) 84,6
Kohle (in Mio. Euro) 47,3
.aus Russland (in %) 69,6
Erdöl (in Mio. Euro) 6.510,4
.aus Russland (in %) 83,6
Erdgas (in Mio. Euro) 1.050,8
.aus Russland (in %) 97,4
Strom (in Mio. Euro) 240,8
.aus Russland (in %) 61,2
Quelle: Eurostat

GUS-Geschäft spielt für Litauens Logistiksektor große Rolle

Im Jahr 2013 hatten in Litauen 25% der Fracht, die mit der Bahn befördert wurden, eine internationale Bedeutung. Für Fracht, die auf der Straße befördert wurde, lag dieser Anteil bei 40%. Dabei handelte es sich meist um Lieferungen vom und zum Hafen Klaipeda. Litauen bietet sich zum GUS-Transit wegen der breiten osteuropäischen Gleisspur an, aber auch weil in Litauen Kenntnisse über die Gepflogenheiten in diesen Ländern vorhanden sind. Aufgrund des Transitgeschäfts für Russland und andere GUS-Staaten haben die Transportunternehmen in Litauen 2012 neuesten Zahlen zufolge 13,0% zur landesweiten Bruttowertschöpfung beigetragen.

Nicht nur die jüngste Konjunktur- und Währungsschwäche in Russland ist eine Herausforderung für das litauische Transportgewerbe, sondern auch der Bau des russischen Großhafens Ust-Luga am Finnischen Meerbusen. Ust-Luga will 2018 laut eigenen Angaben 180 Mio. t und somit etwa 50 Mio. t mehr als Hamburg abfertigen. Dies könnte auch den Transitumschlag im litauischen Klaipeda beeinträchtigen, allerdings möglicherweise weniger als in nördlicheren baltischen Häfen. Gründe dafür sind die geographische Lage, die Eisfreiheit und Investitionen in modernste Container- und LNG-Kapazitäten in Klaipeda. Für Klaipeda ist die Bedeutung russischer Rohstoffexporte etwas geringer als für andere Häfen der Region.

Für den Tourismus in Litauen ist Russland der größte Kunde

Für das litauische Gastgewerbe haben Russland und das Nachbarland Belarus sehr große Bedeutung. Russische Reisende tätigten 2013 etwa 22,2% aller Buchungen von Touristen aus dem Ausland. Trotz des schwachen Rubels konnte Litauen im 1. Quartal 2014 sogar 7,9% mehr Gäste aus Russland als im entsprechenden Vorjahreszeitraum begrüßen. Weitere 14,6% aller ausländischen Übernachtungen entfielen 2013 auf Belarussen. Für Reisende aus Belarus ist Vilnius die nächstgelegene EU-Metropole, auch die litauische Ostsee ist gut erreichbar. In den vergangenen Jahren sind im Landesinneren von Litauen neue Wellnesskapazitäten entstanden.
Reisende in Litauen 2013
Übernachtungen (insgesamt) 5.563.270
.Litauen 2.724.632
.Russland 643.869
.Belarus 424.704
.Deutschland 368.203
.Polen 249.189
Anreisen (insgesamt) 2.184.456
.Litauen 949.537
.Russland 243.599
.Belarus 162.158
.Deutschland 148.599
.Polen 127.330
Quelle: Litauisches Statistikamt

(P.T.)


Zertifizierung GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), Registrierung der Messmitteln,  Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland