Projekte werden verschoben / Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der EU eröffnet Perspektiven
Von Christian Overhoff
Kiew/Bonn
(gtai) - Investitionsvorhaben in der ukrainischen
Nahrungsmittelindustrie werden im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise
und der Unruhen im Osten des Landes vielfach auf Eis gelegt. Ungemach
erleidet die Branche zudem durch Handelshemmnisse von Seiten Russlands.
Im Jahr 2013 gab es in einigen Sparten Lichtblicke. So kündigten die
Fleischerzeuger an, neue Produktionsstätten zu errichten. Viele Projekte
stehen 2014 allerdings unter Vorbehalt.
Die Investitionstätigkeit in die ukrainische
Nahrungsmittelverarbeitung gerät 2014 ins Stocken. Viele Marktteilnehmer
warten ab und verschieben ihre Projekte. Internationale Agrarholdings
wie KSG Agro haben zum Beispiel angekündigt, 2014 nicht in der Ukraine
zu investieren. Andere Holdings haben ihre Börsengänge verschoben.
Anfang Juli gab das größte ukrainische Agrarunternehmen Ukrlandfarming
eine für 2014 geplante Aktienemission in London und Hongkong auf. "Nicht
ein einziger Investor wird jetzt in der Ukraine investieren", sagte der
Geschäftsführer Oleg Bachmatjuk gegenüber dem Wirtschaftsdienst
Bloomberg. Für Ende 2015 sehe er wieder eine gewisse Chance, wenn sich
die allgemeine Lage in der Ukraine verbessere. Insgesamt sollen 20 bis
25% der Unternehmensanteile angeboten werden. Auch der Markt für
Unternehmensanleihen aus der Ukraine sei geschlossen, betonen Experten.
Generell
leiden in der Ukraine tätige Agrarholdings, die in der Regel ihre
Produkte zumindest teilweise weiterverarbeiten, unter höheren Kosten für
Finanzierungen und für importierte Betriebsmittel. Insbesondere
schlagen die gestiegenen Treibstoffpreise zu Buche. Die Abwertung der
Griwna um rund 40% gegenüber dem US-Dollar im 1. Halbjahr 2014 erhöht
dagegen die Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Lebensmittel. Das
Assoziierungs- und Freihandelsabkommen birgt Perspektiven für den
Nahrungsmittelexport in die EU. Zuvor muss jedoch die Produktion
EU-Standards erfüllen. Künftig gelten die Standards auch für den
ukrainischen Markt. Die Agrarholding Kernel ist in gewisser Weise eine
Ausnahme. Die Holding profitiert bereits heute direkt von den
wegfallenden EU-Zöllen auf Pflanzenöle. Insgesamt stehen die Projekte
der Branche und damit die Beschaffung - vor allem von auf Griwnabasis
verteuerten Importmaschinen - unter einem sehr starken
Finanzierungsvorbehalt.
Weitere Handelshemmnisse von Seiten Russlands
Als
Damoklesschwert schweben über der exportorientierten
Nahrungsmittelindustrie mögliche weitere Handelshemmnisse von Seiten
Russlands. Seit 2013 werden ukrainische Lieferungen gestört. Russland
verweigert zum Beispiel seit Jahresmitte 2013 ukrainischem Käse sowie
Süßwaren von Roshen die Einfuhr mit Verweis auf "hygienische Gründe".
Mitte Juli 2014 verkündete der östliche Nachbar einen generellen
Einfuhrstopp für ukrainische Milch und Milchprodukte. Anfang September
teilte die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor mit, den
Import ukrainischer Süßwaren nach Russland gänzlich zu verbieten. Die
Behörde begründete die Maßnahme mit der falschen Etikettierung der Waren
von zwei Firmen aus der Ukraine. Auch Russlands Partner in der
Zollunion (Belarus und Kasachstan) sollen von einer Abnahmeblockade von
ukrainischen Lebensmitteln überzeugt werden. Belarus und Kasachstan
kommen diesem Anliegen bisher nicht nach. Doch erschwert Belarus zum
Teil bereits heute die Einfuhr ukrainischer Nahrungsmittel. So ist
beispielsweise der belarussische Handel gehalten, weniger ukrainische
Süßwaren zu bestellen und diese durch heimische Produkte zu
substituieren. Für die Ukraine ist das Land der viertwichtigste
Exportmarkt nach Russland, Kasachstan und Aserbaidschan.
Produktionsvolumen ausgewählter Nahrungs- und Genussmittel
| Erzeugnis (Menge in 1.000 t, sofern nicht anders angegeben) | 2012 | 2013 | Ver-änderung 2013/12 (in %) | Jan. - März 2014 (ohne Krim und Sewastopol) | Jan. - März 2014 | Verän-derung Jan. -März 2014 / Jan. - März 2013 (in %) |
| Rind- und Kalbfleisch, frisch oder gekühlt | 55,0 | 58,3 | 6,0 | 12,0 | 12,1 | -5,2 |
| Schweinefleisch, frisch oder gekühlt | 170,7 | 208,7 | 22,3 | 53,8 | 55,4 | 12,4 |
| Geflügelfleisch, frisch oder gekühlt | 750,0 | 731,5 | -2,5 | 170,6 | 183,9 | 8,4 |
| Wurstwaren | 284,7 | 285,6 | 0,3 | 61,0 | 63,9 | 1,2 |
| Säfte und Nektare aus Obst und Gemüse (in Tsd. t) | 589,4 | 737,4 | 25,1 | 125,8 | 125,8 | -6,2 |
| Brot und Backwaren | 1.607,4 | 1.510,7 | -6,0 | 331,0 | 348,0 | -6,0 |
| Kekse und Waffeln | 384,8 | 384,4 | -0,1 | 75,1 | 75,5 | -19,6 |
| Schokolade und andere kakaohaltige Süßwaren | 344,6 | 327,7 | -4,9 | 57,5 | 58,0 | -28,8 |
| andere zuckerhaltige Süßwaren | 220,6 | 196,7 | -10,8 | 39,7 | 39,7 | -20,4 |
| Wodka und ähnliche hochprozentige alkoholische Getränke (in Mio. hl) | 3,4 | 3,2 | -5,9 | 0,5 | 0,7 | -12,5 |
| Bier (in Mio. hl) | 30,1 | 27,4 | -9,0 | 4,6 | 4,6 | -1,1 |
| kohlensäurehaltige Mineralwasser (in Mio. hl) | 9,3 | 8,5 | -8,6 | 1,7 | 1,7 | -1,8 |
| andere alkoholfreie Getränke (in Mio. hl) | 14,3 | 13,3 | -7,0 | 2,0 | 2,0 | -25,9 |
Quelle: Derzhstat - Staatlicher Statistikdienst der Ukraine
Bei
Fleisch- und Wurstwaren haben einheimische Erzeuger zum Teil
Marktanteile von Importeuren gewinnen können, die wie im Fall von
brasilianischem Schweinefleisch wegen neuer Importschranken kaum mehr am
Markt bestehen können. Zudem bauten ukrainische Großbetriebe die
Kapazitäten wieder auf, die in den vergangenen Jahren in der Ukraine
verloren gegangen waren - auch mit Blick auf den Export. Die Aussichten
der Fleischverarbeitung für 2014 sind durch den politischen Konflikt mit
Russland eingetrübt. Im Rahmen eines deutlichen Ausbaus der Tierzucht
hatten die ukrainischen Agrarholdings für 2014 ursprünglich die
Errichtung neuer Tierzuchtkomplexe inklusive von Kapazitäten für die
Fleischverarbeitung geplant. Viele Projekte werden wahrscheinlich
verschoben.
Relativ schlecht hat 2013 die Geflügelbranche
abgeschnitten. Das Produktionsvolumen ist um 2,5% im Vergleich zum
Vorjahr gesunken. Für 2014 ist wieder mit einem Produktionsanstieg zu
rechnen. Im Zeitraum Januar bis März lag dieser bereits bei 8,4%. Das
Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der EU gibt den Herstellern
2014 Auftrieb. Bereits seit Sommer 2013 dürfen die ersten vier
ukrainischen Unternehmen Hähnchenfleisch in die EU liefern. Sie erfüllen
die europäischen Standards in der Lebensmittelhygiene sowie die
sonstigen für den Agrarsektor und die Ernährungswirtschaft einschlägigen
Normen, was auch den Absatz in andere Länder fördert. Derzeit
exportiert die Ukraine Hähnchenfleisch in fast 30 Länder, darunter die
GUS-Staaten, Iran, Jordanien, Syrien, Libyen, Saudi-Arabien und andere.
Die
Produktion von Eiern und Geflügelfleisch zieht in der Ukraine neue
Investitionen an. Der zweitgrößte Eierproduzent Ovostar Union plant zum
Beispiel, in den kommenden drei Jahren 66,1 Mio. Euro in die Expansion
anzulegen. Den Angaben der Zeitung Kommersant zufolge haben 2013 zwei
weitere Investoren Projekte angekündigt: Die ukrainische Tochter der
litauischen Unternehmensgruppe Arvi wird im Gebiet Cherson einen
Produktionskomplex für umgerechnet 79 Mio. Euro bauen. In Zusammenarbeit
mit der ukrainischen Unternehmensgruppe Sodruschestwo sollen eine
Geflügelfarm und ein Betrieb zur Verarbeitung von rund 7.000 t Fleisch
pro Jahr entstehen. Im Gebiet Tscherkassy wird der Fleischproduzent
Solotonoschski Bekon ein ähnliches Projekt (17,9 Mio. Euro) umsetzen.
Die
Erzeugung von Rindfleisch sank in den ersten drei Monaten 2014 im
Jahresvergleich deutlich. Das Gesamtjahr 2013 hingegen lag noch spürbar
im Plus. Meist kleinere Betriebe oder private Haushalte reduzierten
ihren Bestand oder gaben die Produktion auf. In diese Lücke stoßen
künftig Großbetriebe vor.
Investitionen stehen bei Schweinezuchtkomplexen an
Einen
regelrechten Investitionsboom erlebt das Land bei
Schweinezuchtkomplexen. Noch vor drei Jahren wurden neun Komplexe
modernisiert und zwei neue errichtet. Im Jahr 2013 sollte die Anzahl auf
58 beziehungsweise um 16 steigen, wie das Agrarministerium im April
2013 meldete. Die Komplexe umfassen in der Regel neben der Zucht auch
Anlagen zur Fleischverarbeitung. Die größten Vorhaben planen die
Agrarholdings Ukrlandfarming (740 Mio. Euro), Danosha (63 Mio. Euro) und
KSG Agro (45 Mio. Euro). Verhandlungen zwischen der zweitgrößten
ukrainischen Agrarholding Kernel (420.000 ha) und Seaboard Foods aus den
USA über ein Joint Venture zur Herstellung von Schweinefleisch meldete
im Oktober 2013 das Portal GlobalMeat. Dabei seien Investitionen von 700
Mio. US$ im Gebiet Charkiw im Gespräch.
Allerdings warnt das
ukrainische Agrarministerium vor den Folgen des militärischen Konfliktes
in der Ostukraine. Das Ministerium sieht insbesondere eine Gefahr für
die Versorgung mit Schweinefleisch. In den umkämpften Gebieten Luhansk
und Donezk befinden sich die größten Schweinefarmen der Ukraine.
Tatsächlich beginnt der Konflikt seit Sommer die Hersteller zunehmend
massiv zu stören. Ein Logistikkomplex der größten ukrainischen
Viehzuchtholding APK-Invest in der Region Donezk wurde zum Beispiel von
unbekannten Bewaffneten Anfang Juli 2014 besetzt und übernommen, teilte
das Unternehmen mit. Fast alle Kommunen des Gebiets Donezk litten im
Juni unter Wasserknappheit auf Grund der Schäden am Kanal Sewerski
Donez-Donbass. Die Stadtregierung von Luhansk meldete Mitte Juli 2014,
dass die Kommune nach Granateinschlägen in einem Umspannwerk ohne Wasser
und Stromversorgung sei.
APK-Invest versorgt seine dortigen Betriebe
mit Tankwagen. Der Konzern produzierte 2013 allein 37.000 t
Schweinefleisch und bestritt damit 18% des gesamten ukrainischen
Marktes.
Der Markt für Fleisch- und Wurstwaren stagniert seit der
Erholung von der Krise des Jahres 2009. Dies ist vor allem auf den
Fleischkonsum der ukrainischen Bevölkerung zurückzuführen. Daten des
ukrainischen Statistikamtes Derzhstat zufolge pendelte sich der
monatliche Verbrauch seit dem Jahr 2010 nach allgemeiner Stabilisierung
der Einkommensentwicklung auf den Vorkrisenwert von 5,1 kg ein. Dieser
Wert wurde auch 2011 und 2012 wieder erreicht. Gemessen an europäischen
und internationalen Verbrauchsindikatoren gibt es nach Ansicht von
Marktkennern immer noch ein erhebliches Wachstumspotenzial.
Führende Betriebe der ukrainischen Fleisch verarbeitenden Industrie 2012 (Angaben in Mio. Griwna) *)
| Unternehmen/Konzern | Reinerlös | Erlöswachstum 2012/11 (in %) | Reingewinn |
| Mironowski Chliboprodukt | 8.673 | 32,46 | 2,0 |
| Drushba narodow Nowa (Teil der Unternehmensgruppe Mironowski Chliboprodukt) | 957 | k.A. | 49,0 |
| MjasoKombinat Globinski | 890 | k.A. | 12,0 |
| Tawr-Plus | 804 | k.A. | 6,0 |
| Feniks | 754 | k.A. | 1,0 |
| Fleischfabrik Faworit Plus | 695 | k.A. | -1,0 |
| APK-Invest | 558 | k.A. | 70,0 |
*) Jahresdurchschnitt 2012: 1 Euro = 10,27 Griwna (UAH)
Quelle: "TOP 100 Rating" der besten Unternehmen der Ukraine, InvestGazeta 2013
Größere
Investitionen stehen auch in der Produktion von Pflanzenöl an. Der
US-amerikanische Agrarkonzern Bunge plant die Errichtung einer
Pflanzenölraffinerie in Mykolajiw. Wie ukrainische Medien im April 2013
mit Verweis auf Unternehmensangaben berichteten, wird der Konzern mehr
als 100 Mio. $ in den Raffineriebau in der Hafenzone der südukrainischen
Stadt investieren. Die vorgesehene Verarbeitungskapazität beträgt 2.400
t Pflanzenkerne pro Tag. Bis Ende 2015 soll die Anlage fertiggestellt
sein. Bunge betreibt bereits eine Pflanzenölraffinerie in der Ukraine.
Der Konzern produziert Speiseöle in Flaschen und Mayonnaise. Er
vertreibt die Marken Oleina, Rozumnitza und Golden Drop.
Ihm gehören
auch Siloanlagen in verschiedenen Teilen des Landes sowie ein
Getreideexportterminal im Hafen von Mykolajiw. Exporte von raffiniertem,
in Verbraucherpackungen oder in Großgebinden abgefülltem Sonnenblumenöl
haben in der Ukraine bislang erst relativ geringe Bedeutung. Es
überwiegt die Ausfuhr von Sonnenblumenrohöl. Hierbei ist die ukrainische
Ölsaaten verarbeitende Industrie in den letzten Jahren zu einer
Export-Großmacht herangewachsen.
Die Süßwarenbranche der Ukraine
gerät seit 2013 beim Exportgeschäft nach Belarus und Russland durch die
Zollpolitik beider Länder massiv unter Druck. Russland hat ukrainische
Lieferungen zeitweise am Zoll tagelang verzögert. Beobachter sprachen
von einem regelrechten Zollkrieg zwischen Russland und der Ukraine. Von
russischer Seite wurden immer neue Zölle und Abgaben erhoben oder
Qualitätsmängel moniert. Seit Mitte Juli 2013 ist die Qualität der
Schokolade des wichtigsten ukrainischen Süßwarenherstellers Roshen in
das Visier der russischen Behörden geraten und der Import unterbunden
worden. Roshen stand 2012 für rund 26% der ukrainischen Produktion von
Süßwaren. Russland ist der größte Markt für ukrainische
Süßwarenhersteller. In das Nachbarland gingen 2012 die Hälfte der
Exporte von Roshen in Höhe von 18.000 t und mit einem Wert von 50 Mio.
$. Der Eigentümer von Roshen, Petro Poroschenko, hatte vor seiner Wahl
zum ukrainischen Präsidenten Ende Mai 2014 angekündigt, seine Anteile an
dem Unternehmen abzugeben.
Ein weiterer Branchenriese gerät 2014
unter Druck. Der ukrainische Süßwarenhersteller Konti könne wegen der
Kämpfe seine Produktionskapazitäten nur zu 40% auslasten. Das sagte der
Anteilseigner und Lokalpolitiker aus der Region Donezk (Vorsitzender der
Partei der Regionen) Boris Kolesnikow nach Angaben des
Wirtschaftsportals delo.ua Mitte Juli 2014. Die Mitarbeiter der
entsprechenden Werke wurden in unbezahlten Urlaub geschickt und die
Verluste aus dem Stillstand würden bisher nicht bilanziert. "Wir haben
geschlossen, nachdem die Kämpfer der DNP (Donezker Volksrepublik) einen
Logistikkomplex (Konzern APK-Invest) in Makeewka überfallen hatten",
sagte Kolesnikow.
Herstellung von Kindernahrung entwickelt sich positiv
Eine
größere Investitionsdynamik versprach 2013 die Herstellung von
Kindernahrung. Diese verzeichnet dank vorherigem Ausbau der Kapazitäten
bereits einen beachtlichen Anstieg. Die Fabriken erzeugten 2013 laut
amtlicher Statistik 8.101 t, was einem Plus von 23,9% gegenüber 2012
entspricht. Detaillierte Daten veröffentlichte das ukrainische
Statistikamt Derzhstat für 2013 aus Datenschutzgründen für die
Hersteller bisher nicht. Von dem Regierungsziel, den ukrainischen Markt
für Kindernahrung nur durch lokale Produzenten abzudecken, ist die
Ukraine zwar noch weit entfernt. Nach Angaben der Fachzeitschrift Mir
Produktow bedienten die örtlichen Hersteller 2012 aber immerhin rund 60%
des Marktes. Vor allem bei Milch und Sauermilchprodukten dominieren sie
den Markt zu 98%. Bei Milchmischprodukten sowie Frucht- und
Obstkonserven ist mit jeweils rund 42% Marktanteil aber Luft nach oben.
Auch bei Säften (27%) und Breien (23%) muss noch viel getan werden, um
den Marktanteil zu erhöhen. Praktisch nicht existent ist bisher eine
ukrainische Fertigung bei Fertiggerichten für Kinder, obwohl sich die
Nachfrage stark entwickelt. Danone kündigte im Juni 2014 an,
Buttermilchgetränke unter der Marke Prostokwaschino abzufüllen. Der
französische Lebensmittelkonzern setzt dabei auf eine neue Verpackung im
Stile eines Terrakottagefäßes, wie die Branchenzeitschrift Upakowka
berichtet.
Roshen und der Verpackungsmittelkonzern Tetra Pak
eröffneten Mitte Juni 2014 in Winnyzja das größte Milchkonservenwerk in
Osteuropa, wie Tetra Pak bekannt gab. In der ersten Phase soll das
Gemeinschaftsprojekt bis zu 600 t Milch pro Tag verarbeiten. Die
Produktionskapazität der neuen Anlage wird eine Herstellung von täglich
bis zu 48 t Trockenprodukten, bis zu 30 t Butter, 18 t Milchfett und
knapp 50 t Kondensmilch ermöglichen. Gleichzeitig kann das Werk über 450
t Roh- und 450 t pasteurisierte Milch speichern. Die
Gesamtinvestitionen in den Bau der Anlagen auf einer Fläche von 5,3
Hektar betrugen 700 Mio. $. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die
Produktion von zehn Sorten Milchprodukten, insbesondere Milchpulver,
Magermilchpulver, Sahnepulver, Butter, pasteurisierter Rahm sowie
Kondensmilch mit Zucker. Wurden zuvor bestimmte Arten von Milchpulver in
der Schweiz und Frankreich gekauft, so ist das Unternehmen nun in der
Lage, diese selbst zu produzieren. Darüber hinaus sollen 50% der
Produktion nach Westeuropa geliefert werden.
(C.O.)
Zertifizierung
GOST R / TR / EVRAZES (EURASEC), UkrSEPRO, Registrierung der Messmitteln, Rostekhnadzor (RTN) Zulassung und Deklarierung für Russland